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    Der China-Vermittler

    Der Pfalzner Hermann Winkler hat im Hinblick auf Olympia 2022 in Peking das erfolgreiche Start-up-Unternehmen „SnowHow China“ gegründet. Für den anstehenden Wintersport-Boom in China baut er Brücken zu den Alpen.

    Tageszeitung: Herr Winkler, im Jahr 2022 finden in Peking die Olympischen Winterspiele statt. In Sachen Infrastruktur und Wintersport-„Know how“ soll China aber noch großen Aufholbedarf haben. Wie sehen Sie die Situation?

    Hermann Winkler: 2022 wird China eine Wintersport-Nation sein, so viel steht für mich fest. Das heißt nicht, dass China am meisten Medaillen gewinnen wird, sondern dass mehr Menschen als in den meisten anderen Nationen Geld und Zeit für den Wintersport aufbringen werden. Präsident Xi Jinping hat das Ziel ausgegeben, 300 Millionen Chinesen für den Wintersport zu begeistern. Die Chinesen sind Weltmeister im Aufbau von Infrastruktur, darum mache ich mir keine Sorgen. Und die westlichen Experten stehen Schlange und kämpfen um Aufträge. Wenn man sich ansieht, wie in den Olympiagebieten gebaut wird, dann kann man sicher sein, dass China bis 2022 bestens gerüstet sein wird. Schwieriger wird die „Software“.

    Inwiefern?

    Wo kommen all die Skilehrer her? Wie verankert man Wintersport an den Schulen? Was sind die besten Ausbildungskonzepte? Wie funktioniert Apres Ski? Wie steht es um die Service-Kultur im Tourismus? Und so weiter…

    Wie groß ist der Investitionswille der Chinesen?

    Die wichtigere Frage lautet: Warum setzen die Chinesen plötzlich auf Wintersport? Da gibt es drei bis vier wesentliche Treiber. Erstens wollen und müssen die Chinesen den Service-Sektor im eigenen Land stärken, nachdem China als Billiglohnland und verlängerte Werkbank der Welt an Bedeutung verliert. Im Tourismus, vor allem beim inner-chinesischen Tourismus, gibt es riesige Potentiale. Zweitens dienen Sport- und Tourismusstätten der Strukturentwicklung, wenn etwa reiche Chinesen aus der Stadt eine Wohnung im entlegenen Skigebiet kaufen und der Landarbeiter im Skiverleih Arbeit findet. Damit will man der extremen Wohlstandsschere entgegenwirken. Drittens soll der Wintersport neue Unternehmer und Arbeitsplätze hervorbringen, die Regierung spricht von einem „mass entrepreneurship“. Nicht zuletzt dient der Sport aber auch der Volksgesundheit, die Leute sollen sich körperlich betätigen und wenn möglich auch raus aus den verdreckten Städten.

    Interview: Heinrich Schwarz

    DAS VOLLSTÄNDIGE, ZWEISEITIGE INTERVIEW ÜBER SNOWHOW UND DIE RIESIGEN CHANCEN AUF DEM CHINESISCHEN MARKT LESEN SIE IN DER DONNERSTAG-AUSGABE DER TAGESZEITUNG.

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