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    Kalt erwischt

    Foto: 123RF

    Eine Lehrerin in Bruneck hat – ohne böse Absicht – ihre Essenskarte falsch benutzt, indem sie einen Snack abrechnete. Dafür wurde sie hart bestraft.

    von Silke Hinterwaldner

    Marisol Settimi ist eine vielseitig interessierte Frau.

    Sie hat bereits mehrere Studientitel angehäuft, unter anderem arbeitet sie gerade an einem Master in Kriminologie, und unterrichtet in ihrem Brotberuf Italienisch an Oberschulen.

    Im vergangenen Schuljahr hatte Marisol Settimi eine Teilzeitstelle an der WFO, Fachoberschule für den wirtschaftlichen Bereich, in Bruneck und Innichen angenommen. Gleich zu Beginn des Schuljahres im September 2016 machte es sich die Italienisch-Lehrerin zur Gewohnheit in der Mittagszeit in einem der umliegenden Bäckereien oder Imbisslokalen einen Lattemacchiato zu trinken und dazu ein Brot oder ein paar Kekse zu sich zu nehmen.

    Das Konsumierte rechnete sich dann über die Bürgerkarte ab – in der Überzeugung dabei alles richtig zu machen. Schließlich haben Lehrpersonen das Anrecht auf einen Essensgutschein im Wert von 4,75 Euro, der heutzutage ganz einfach über die Bürgerkarte verrechnet wird.

    Dabei aber ist Marisol Settimi ein bedauerlicher Fehler unterlaufen. Sie hatte wohl das Reglement zur Abrechnung nicht gründlich studiert und war davon ausgegangen, diesen Bon an jedem Schultag in Anspruch nehmen zu können.

    Aber, und liegt der Hase im Pfeffer, der Gutschein kann nur an jenen Schultagen in Anspruch genommen werden, an denen eine Lehrperson sowohl am Vormittag als auch in den Nachmittagsstunden Dienst tut. „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Das ist mir klar“, sagt sie, „aber ich habe ehrlich nichts von dieser Regelung gewusst und im guten Glauben immer wieder eine Kleinigkeit konsumiert.“

    Insgesamt hat Marisol Settimi auf diese Weise an 54 Tagen zwischen September und April – unrechtmäßig – die Essenskarte in Anspruch genommen.

    Die Aufschlüsselung hat ergeben, dass der öffentlichen Hand auf diese Weise ein monetärer Schaden von 256,85 Euro entstanden ist.

    Das Missgeschick flog erst im April auf, woraufhin Schuldirektor Walter Markus Hilber die Lehrerin gleich zu einer Aussprache zitierte. Bei diesem Gespräch machte Marisol Settimi dem Direktor klar, dass sie in gutem Glauben gehandelt habe und ihrem Arbeitgeber nicht absichtlich Schaden zufügen wollte. Sie erklärte sich sofort bereit, den Fehlbetrag zurückzuzahlen. Im Schreiben des Direktors vom 5. Mai heißt es:

    „Sie haben die Essenskarte PAN 00397587 in 54 Fällen ungerechtfertigterweise verwendet und abgerechnet. Sie bestätigen dieses Ergebnis und erklären sich bereit, den geschuldeten Betrag in Höhe von 256,85 Euro der Autonomen Provinz Bozen zurückzuerstatten. Sie verweisen darauf, dass Sie nicht vorsätzlich gehandelt haben, sondern der Meinung waren, dass Sie die Essenskarte jeden Tag benutzen können.“

    So weit, so klar. Nach der mündlichen Aussprache hatte der Direktor noch einen Verweis als disziplinarrechtliche Konsequenz in Aussicht gestellt, aber die Strafe sollte weit härter ausfallen.

    WAS IN DER FOLGE PASSIERT IST UND WIE MARISOL SETTIMI SICH RECHTFERTIGT, LESEN SIE AM DIENSTAG IN DER PRINT-AUSGABE.

     

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (14)

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    • einereiner

      Man hat ein Bürokratiemonster erschaffen, das den Lehrern jetzt auf die Füsse fällt. Es wird sich doch jeder sein Essen selbst zahlen können. Schafft das Bürokratiemonster ab und das gesparte Geld kriegen die Lehrer aufs Gehalt drauf.

    • morphi

      Eine Lehrperson sollte in der Lage sein, sich über die Nutzung der Essengutscheine im Vorfeld zu informieren. Sollte der Arbeitstag zu Mittag enden macht ein Essengutschein auch wenig Sinn, oder?

      • martasophia

        Allen Lehrpersonen wird das erklärt und als Lehrerin sollte sie die Fähigkeit haben, diese Bestimmung zu verstehen. Sie diskreditiert alle anderen Lehrer, die nach solchen Vorfällen mit Spott rechnen dürfen.

    • ahaa

      Die Scheinheilige? Oder doch so dumm?Was wird alles auf die Kinder gelassen?

    • noando

      langsam, keep calm … 257 örn! unwissenheit schütz vor strafe nicht, ok, aber das ausmaß soll entsprechend sein … es wird wohl ein unterschied sein ob ich 5 km/h oder 100 zu schnell war … außerdem, wenn man die zeit von büromenschen für kurze blicke in die nachrichtn (und einen kurzen post) berechnet, …

    • sepp

      i denk insre Politiker verrechnen mehr essen ei ihnen nett zui stehatn

      • martasophia

        Bestimmungen sind da um eingehalten zu werden, ganz gleich wenn das betrifft. Weil jemand sich nicht an eine Bestimmung hält, ist das noch lange kein Grund, dass andere auch Narrenfreiheit haben. Gerade als Lehrperson hat sie auch eine Vorbildfunktion.

    • yannis

      hier sind die wirklichen Summen beschrieben über die man nachdenken sollte, vor allem am nächsten Wahltag !

      • reinhold
      2. Januar 2017 um 12:12
      Der Brennercom Skandal ist nicht vorbei und auch nicht vergessen.
      mit Infranet bahnt sich der nächste Skandal an, in bester Vetternwirtschaft Manier wurden Präsident und Co nominiert. bei über 83% Landesbesitz muß das Land die Stellen nicht auschreiben?
      Natürlich werden dann nur Parteifreunde nominiert.
      Es geht im neuen Jahr weiter, wie es im alten Jahr aufgehört hat

      – unwirksame Abkommen mit dem Staat (2011-2014 über 3200 Millionen)
      – jährliche Abgaben an den Staat (800 Millionen pro Jahr bis 2018)
      – jährliche Abgaben an den Staat (476 Millionen pro Jahr ab 2018)
      – der SEL Skandal (Millionengrab)
      – der Flughafen (Millionengrab)
      – der SafetyPark (Millionengrab)
      – das Milliardengrab BBT (MILLIARDENgrab)
      – die Wasserstoffanlage und –Busse (Millionengrab)
      – die Müllverbrennungsanlage (Millionengrab)
      – der Thermen Hotel Skandal (Millionengrab)
      – die Air Alps Beteiligung & Subventionen (Millionengrab)
      – Stiftung Vital (Millionengrab und Vetternwirtschaft)
      – die vielen Protzbauten überall (Millionengrab)
      – der Technologiepark (Millionengrab)
      – der Stein-an-Stein Skandal (Millionengrab)
      – die unnützen Landesgesellschaften (BLS, TIS, usw.) (Millionengräber)
      – die defacto Schenkung von Wohnungen ans Militär (Millionengrab)
      – Steuergeldverschwendung Kulturhauptstadt 2019 (Millionengrab)
      – Schadensersatzzahlungen der Therme Meran (Millionengrab)
      – E.ma.con Pleite (Millionengrab)
      – sinkende Renten und Verlust von Rentengeldern (300 Millionen im Jahr)
      – die Konzessionsvergabe der Ahrstufen
      – der SE Hydropower Skandal
      – der Unwählbarkeit von Kandidaten Skandal
      – die Verbandelung mit allen Verbänden und Vereinen
      – der Wanzen-Affären Skandal
      – der Turbo-Staatsbürgerschaft-für-SVP-treue-Ausländer Skandal
      – der Toponomastik Skandal
      – der Mussolini Relief und Siegesdenkmal Skandal
      – die vielen Bürgermeister-Skandale
      – der Treuhandgesellschaften Skandal
      – der Sonderfonds Skandal
      – die ungerechtfertigten Privilegien und Dienstwagen
      – die unverschämten Politikergehälter und -Pensionen
      – die weitverbreitete Vetternwirtschaft
      – die Behinderung der Direkten Demokratie
      – der Kuhhandel bei der Parteienfinanzierung
      – der WOBI Skandal
      – der Kaufleute-Aktiv Skandal
      – der Ausverkauf der Heimat
      – der allgegenwärtige Postenschacher
      – der verbilligte Immobilien für Durnwalder Skandal
      – der Egartner Skandal
      – der skandalöse SMG Vertrag zugunsten Christoph Engl
      – der Wahlkampf von mit Steuergeldern finanzierten Verbänden und Vereinen
      – der Zarenbrunn-Deal (Russen Kuhhandel des EX LH)
      – unerlaubte Wahlwerbung am Wahltag
      – Politikerrenten Skandal (ausgedacht und abgestimmt von der SVP) und Rekurse
      – Unverschämte Vorschußzahlungen auf Pensionen (und Versuch damit die SVP Parteikasse zu sanieren)
      – Arbeitslosengeld für Pensionsmillionäre und Systemprofiteure (Laimer, Rainer, Munter,…)
      – 5 Millionen Euro Schulden der Partei
      – Finanzierung von Wahlwerbung für Marie Ida Måwe aus der SVP Parteikasse
      – gebrochenes Wahlversprechen Mindestpension
      – ESF Gelder Skandal
      – Rekurse der Ex-Mandatare und immer noch SVP Mitglieder
      – gebrochenes Versprechen GIS
      – gebrochenes Wahlversprechen kleine Krankenhäuser
      – Wählertäuschung Doppelte Staatsbürgerschaft
      – Versagen bei Sicherheit und Einwanderung
      – Wahllüge „Vollautonomie“
      – Brennercom Skandal
      – Stiftung Vital Skandal
      – Forellen-Skandal (Millionengrab)
      – weitere Steuergeldverschwendung Flughafen (auch nach Referendum)
      – Schließung Geburtenabteilungen (gebrochenes Wahlversprechen)
      – Manipulationen beim Autonomiekonvent
      – SAD Skandal (Millionengrab)
      – Zustimmung zur Verfassungsreform
      – uvm.

    • prof

      @yannis
      Fongsch ietz a mit dei „Eiereien“ wia der reinhold un???? Wenn olles soooo letz isch,warum geats nit beade aus die Eier.

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