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    „Es ist niemand gestorben“

    An der neuen Schwarzensteinhütte derzeit intensiv gebaut

    Nun spricht erstmals der Wirt der Schwarzenstein-Hütte: Günther Knapp weist die Kritik der Bergrettung und des AVS zurück und sagt, er habe alles richtig gemacht.

    von Artur Oberhofer und Silvia Santandrea

    Günther Knapp ist ziemlich angefressen, als die Tageszeitung ihn gestern nach zahlreichen Versuchen telefonisch erreichte. „In den Zeitungen ist viel Unsinn geschrieben worden“, sagt der Wirt der Schwarzenstein-Hütte, „ich bin jetzt nicht mehr aufgelegt, eine Stellungnahme abzugeben, der Fall ist für uns gestorben.“

    Was war passiert?

    Am Samstagabend um 23.45 Uhr wurde die Landesnotrufzentrale von einem Mann angerufen, der sagte, er wolle nun von der Schwarzensteinhütte ins Tal absteigen.

    Der Mann, der auf der Baustelle an der neuen Schwarzensteinhütte angestellt ist, machte einen sehr verwirrten Eindruck.

    Als weder der Mann auf Rückrufe reagierte, noch der Wirt der Schwarzenstein-Schutzhütte telefonisch erreichbar war (die Einsatzkräfte versuchten den Wirt eineinhalb Stunden lang telefonisch zu erreichen), wurde die Bergrettung Ahrntal alarmiert.

    Josef Auer und Georg Simeoni übten Kritik am Verhalten des Wirts

    Der Bezirksleiter der Bergrettung Pustertal ärgerte sich über diesen Vorfall und unterstrich, dass sich sowohl auf der Schwarzensteinhütte, als auch auf anderen Hütten, schon öfters solche Situationen abgespielt hätten.

    Schon öfters seien Bergretter in der Nacht aufgebrochen um eine vermisste Person zu suchen, und um festzustellen, dass sie sich auf einer Hütte aufhielt.

    „Ein fünfminütiges Telefonat würde solche Situationen vermeiden, die Bergretter bei ihrer Arbeit unterstützen und ihnen viel Aufwand ersparen“, meinte Auer. Auch Georg Simeoni, der Präsident des Alpenvereins Südtirol, kritisierte das Verhalten des Wirtes: „ Der Hüttenwirt hätte erklären können, was genau los ist, denn die Bergretter mussten ohne Informationen um 01.00 Uhr morgens starten und dann so viele Höhenmeter zu Fuß zurücklegen.“

    Solche Situationen dürften auf einer Schutzhütte nicht passiert, sagte Simeoni gegenüber der Tageszeitung.

    Der Wirt der Schwarzensteinhütte, Günther Knapp, stellt den Fall im Nachhinein ganz anders dar und relativiert die Vorkommnisse.

    Günther Knapp sagte gegenüber der Tageszeitung:

    „Der Mann hat die Hütte nie verlassen, er war immer in der Hütte. Unser Telefon ist seit Wochen kaputt, keiner kann mich verpflichten, mit dem Handy unterm Ohr ins Bett zu gehen. 

    Außerdem: Es handelte sich um keinen Notfall, der besagte Herr war immer in der Hütte, er war verwirrt und hat sich versteckt. Er hat dann den Notruf alarmiert. Die Notrufzentrale sollte eigentlich wissen, was bei einem blinden Alarm zu tun ist.“

    Günther Knapp kritisiert seinerseits die Bergrettung, die den Fall publik gemacht hat:

    „Einige wollen durch diese Meldung Pluspunkte sammeln. Wir jedenfalls haben keinen Fehler gemacht. Es war kein Notfall, es ist niemand gestorben. Die Berichterstattung in den Medien war teilweise total falsch. 

    Man hat Notrufzentrale in die Irre geführt. 

    Man kann nicht um 02.00 Uhr in der Nacht in einem Gletschergebiet nach jemandem suchen. Es hätte jedem klar sein sollen, dass die Retter in die Irre geführt wurden.“ 

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (6)

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    • huggy

      Es ist immer gut beide Seiten zu hören.

    • einereiner

      Recht hat er. Nur weil einer anruft und sagt er will eine Bergtour machen, müssen die Bergretter nicht ausrücken. Hier sollte die Notrufzentrale das Leben und die Zeit der Bergretter höher bewerten.

    • lillli80

      Naja…ich kenne die Schwarzensteinhütte und die Hüttenwirte von mehreren Besuchen und hatte immer einen positiven Eindruck. Aber in diesem Fall muss ich dem Chef der Bergrettung recht geben.
      Neben der ganzen Diskussion über die Erreichbarkeit wird aber über den „Auslöser“ kaum geschrieben. Der Arbeiter, der diesen „Notruf“ absetzte sollte sich erstmal entschuldigen und dann den Bergrettern und allen Beteiligten mal ein großes Bier ausgeben…

    • ahaa

      Wenn er von der Frùh bis in die Nacht hinein arbeitet sollte der Wirt doch irgendwann eine Ruhe haben.Auf 3000 Metern ist es auch noch anstrengender.
      Was wollt ihr um 1 Uhr?

    • tobiaso

      Ich kenne den Hüttenwirt und einige Herren der Bergrettung.

      Ich denke nicht dass die Bergrettung den ganzen Tag zu Hause herumsitzt nur mit der Befürchtung dass Sie abends zu einem Einsatz gerufen werden, also die Aussage von ahaa sollte doch etwas überdacht werden; die Bergrettung arbeitet auch den ganzen Tag und hätte sich eine ruhige Nacht sicher verdient (ebenso wie die Hüttenbelegschaft)

      Die Damen und Herren der Notrufzentrale sind dafür angestellt jeden Anruf ernst zu nehmen. Mit einem großen Bier wie lilli80 meint ist es da auch nicht getan.

      Dass sich die Leute der Bergrettung Vorarlberg nicht zu erst in der Hütte umgesehen haben und nur mal auf gut Glück die Suche von oben herab gestartet haben klingt auch eher unglaubwürdig, ebenso wie die Aussage der Mann hätte sich in der Hütte versteckt.

      Es gibt immer Leute die kontaktierbar sein MÜSSEN (Ärzte, Weiß Kreuz, Feuerwehr Bergrettung) also sollte es auch auf einer SCHUTZHÜTTE machbar sein (es behauptet keiner das immer der gleiche erreichbar sein muss, so ein Handy kann überall liegen)

      Es ist zwar gut immer beide Seiten zu hören aber dennoch sollte man etwas überlegen was sinnvoll ist…

      • ahaa

        Wenn du mal im Gastgewerbe tàtig gewesen wàrst,wùsstest du das Gàste rund um die Uhr anrufen.Sie arbeiten alle mehr als wir und hàrter. Auf Hùtten meine ich.Nur oben Gast sein und die Ruhe geniesen ist was anderes wie zu arbeiten.
        Ich denke du wàrst der Erste der zur Gewerkschaft rennt wenn du soviel Stunden auf den Fussen sein mùsstest.Jeder hat ein Recht auf schlaf.
        Wie das mit dem Empfang jetzt ist weiss ich nicht.Bis vor ein paar Jahren musste man vor die Hùtte gehen.Wer war den der Idiot der angerufen hatte?Ich wùrde mich auf jenen konzentrieren.Dieser Hùttenwirt ist meiner Erfahrung nach einer der schaut ob alles passt und keiner Vermisst wird.Und wer hat schon nicht mal etwas verschlafen?Irgendwann hat jeder genug.Ich vermut hier eher einen Komplott gegen ihn.Die Neue Hùtte wird viele Neider haben.
        Besser wàre eine Bergschuhpflicht ,Begehungszeiten von Wanderwegen,,Unwetterwarungen in den Hotels…..einzufùhren Dann haben sie auch weniger Arbeit!

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