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    „Eine Schweinerei“

    Bei der Rittner Musterschau gab es Probleme mit den Parkplätzen. Wie die Gemeindepolizei trotz dieser Ausnahmesituation kein Auge zudrückte und fleißig Strafzettel verteilte.

    von Silvia Ramoser

    Die siebte Rittner Musterschau ging am Dienstag sehr erfolgreich zu Ende, wie die Mitorganisatorin und Vizebürgermeisterin Julia Fulterer sagt. Die Stimmung sei sehr gut gewesen und die Aussteller hätten sich alle viel Mühe gegeben. „Insgesamt können wir als Veranstalter ein positives Resümee ziehen“, so Fulterer.

    Und dennoch wurde die Veranstaltung von einem Problem überschattet: Es gab zu wenig Parkplätze. Oder besser gesagt, es gab Parkplätze, die jedoch schlecht beschildert waren und die Autos daher – auch aufgrund des fehlenden Parkdienstes – entlang der Straße parkten. Diejenigen, die auf dem voll geparkten Parkplatz dennoch eine improvisierte Parklücke fanden, erlebten nach dem Besuch der Musterschau eine böse Überraschung: An der Windschutzscheibe klebte ein Strafzettel.

    Der Gemeindepolizist Karl Fauster schildert die Situation der vergangenen Tage so: „Es gab sehr wohl Parkplätze, aber die Besucher wurden zu wenig eingewiesen. Die Parkplätze, die etwa fünf Minuten Fußweg entfernt sind, wurden nicht angenommen. Also parkten die Besucher überall, sogar entlang der Straße. Ein Parkdienst wurde nicht organisiert.“ Deshalb haben die Gemeindepolizisten kurzerhand selbst den Parkdienst übernommen, obwohl das gar nicht zu ihrem Aufgabenbereich zähle, betonte Fauster. Vonseiten der Organisatoren heißt es, sie hätten sehr wohl einen Parkdienst organisiert.

    Dass es dennoch Probleme mit den Parkplätzen gab, gibt Julia Fulterer zu: „Wir haben das Verkehrsaufkommen sicherlich unterschätzt. Das Angebot der öffentlichen Mobilität wurde von den Besuchern nicht so angenommen wie erhofft. Wir haben zwar einen Bedarfsparkplatz nachträglich eingerichtet und von Tag zu Tag nach neuen Lösungen gesucht, aber es hat nicht richtig funktioniert.“

    Ein Besucher der Musterschau war über den erhaltenen Strafzettel erbost: „Das ist eine Schweinerei! Bei so einem Event könnten die Polizisten schon mal ein Auge zudrücken, anstatt fleißig Strafzettel zu verteilen.“

    Kritik diesbezüglich, wenngleich etwas verhaltener, äußert auch die Vizebürgermeisterin: „Die Gemeindepolizisten haben ihre Pflicht getan. Wobei sie sicherlich etwas überfleißig waren. Für mich sind die Strafen nur teilweise berechtigt.“

    Der Gemeindepolizist Karl Fauster verteidigt ihr Handeln und verweist auf die Ordnung im Straßenverkehr: „Einen Strafzettel haben lediglich die Lenker jener Fahrzeuge bekommen, die die Zufahrt zu den Bussen verhinderten. Insgesamt haben wird etwa 15 bis 20 Strafzettel ausgestellt. Dabei haben wir uns noch zurückgehalten, es hätten viel mehr sein können.“

    Die Organisatoren seien mit den Gemeindepolizisten ständig in Kontakt gewesen, doch die Ordnungshüter würden ihre eigene Entscheidungen treffen, so Fulterer. Auch habe sie als Vizebürgermeisterin keine Weisungsbefugnis. „Dennoch haben wir als Organisatoren auf ein Entgegenkommen seitens der Gemeindepolizei gehofft, was es allerdings nicht gegeben hat“, bedauert sie.

    „Was die Parkplätze anbelangt, gibt es bei der nächsten Musterschau in fünf Jahren sicherlich verbesserungsbedarf“, sagt Julia Fulterer abschließend.

     

     

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    Kommentare (6)

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    • tiroler

      Wos sich die Dorfputz mittlerweile erlabn isch wahnsinn.
      Ba einbrecher oder kriminalitäät kemmen sie sicher net weil si in dr hose scheissn.
      Ober einheimische leut strafen kennen sie.
      A schweinerei ba so a veranstaltung.
      Übrigens hot der bürgermeister einer gemeinde sehr wohl weisungsbefugnis über die Putz!
      Was sagt eigentlich der bürgermeister?

      • meintag

        Das mit der Weisungsbefugnis müsste stimmen da der Bürgermeister auch den Carabinieri gegenüber im Rahmen seines Amtes Entscheidungsbefugnis hat. Einer der Gründe wieso ein Bürgermeister bei Antritt seines Amtes einen Eid ablegen muss.

    • wollpertinger

      Ich finde es selbstverständlich und lobenswert, dass die Gemeindepolizei trotz übler Anfeindungen ihre Pflicht getan hat. Wenn die Autofahrer zu faul sind, fünf Minuten zu Fuß zu gehen, und dafür lieber durch wildes Parken den Verkehr behindern, dann sollen sie auch zahlen. Gerade in solchen Situationen sollte man nicht „ein Auge zudrücken“, sondern durch konsequente Anwendung der Vorschriften für Ordnung sorgen, sonst ist das Chaos perfekt.

      • rambo

        Bravo wollpertinger@
        bin gonz deiner Meinung

      • pe

        Sehe ich auch wie wollpertinger.

        Manche glauben, dass Parkverbote nur dann gelten, wenn sie sowieso nicht da parken wollen. Aber kaum gibt es ein Dorffest oder irgendeine Veranstaltung soll plötzlich die Legalität außer Kraft sein? Geht zu Fuß (bis zum nächstgelegenen Parkplatz) oder nehmt die Öffis und sonst… beschwert euch wenigstens nicht über das Knöllchen, denn ihr seid im Unrecht. Danke.

    • tald

      Liebe Vizebürgermeisterin, hättest du geschwiegen, wärst du Philosoph geblieben.

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