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    Das Gräberfeld

    Ansicht des Areals, auf dem sich die römerzeitlichen Bestattungen befinden. Die Gräber zeichnen sich durch die dunkle Verfärbung des Erdreich ab (FOTO: Landesamt für Bodendenkmäler)

    Ein Grab aus der Zeit des Ötzi und das nach jenem von St. Lorenzen größte römerzeitliche Gräberfeld wurde in Neumarkt Laag gefunden.

    Das Landesamt für Bodendenkmäler hat den Abbau in der Schottergrube in Laag/Neumarkt durch die „San Floriano GmbH“ überwacht.

    Dabei konnte etwa zehn Meter unterhalb des heutigen Gehniveaus ein außergewöhnlicher Fund nachgewiesen werden, und zwar eine Körperbestattung aus der Kupferzeit, also aus der Zeit des Ötzi. „Das Grab enthielt als Beigabe einen Feuerstein-Dolch aus dem 3. Jahrtausend vor Christus – der Feuerstein stammt aus den lessinischen Bergen“, berichtet die Archäologin Catrin Marzoli.

    Kupferzeitlicher Feuerstein-Dolch als Beigabe aus einem Grab, 3. Jahrtausend v. Chr. (FOTO: Landesamt für Bodendenkmäler)

    Es handele sich um eine kupferzeitliche Bestattung mit Grabhügel, wie sie bisher im Südtiroler Raum noch nicht nachgewiesen werden konnte, sagt die Archäologien und Direktorin des Landesamts für Bodendenkmäler. Eine Untersuchung der gefundenen menschlichen Überreste hat ergeben, dass im Grab ein junger Erwachsener im Alter zwischen 18 bis 25 Jahren bestattet wurde.

    Bei der Überwachung des Schotterabbaus konnte ein weiterer laut Marzoli sensationeller Fund gemacht werden: Es wurde ein römerzeitliches Gräberfeld mit etwa 70 Körperbestattungen nachgewiesen.

    Die vereinzelten bisher geborgenen archäologischen Funde deuten auf eine Datierung in die Spätantike (4. bis 5. Jahrhundert nach Christus). Die gesamte Ausdehnung des Gräberfeldes konnte noch nicht ermittelt werden. Weitere Gräber befinden sich noch im bergseitig angrenzenden Grund.

    Römische Münze des Constantius II, 337 – 340 n. Chr. (FOTO: Landesamt für Bodendenkmäler)

    „Die Anzahl dieser weiß man nicht genau, da der Schotter an dieser Stelle noch nicht bis auf das Niveau der archäologischen Schichten abgetragen wurde“, erklärt die Archäologin. Es handelt sich laut Marzoli neben jenem von St. Lorenzen im Pustertal, um das größte bisher im Südtiroler Raum nachgewiesene römerzeitliche Gräberfeld.

    Das Gräberfeld lag ursprünglich bergseitig der bekannten römischen Reichsstrasse, die Via Claudia Augusta, die den oberitalienischen Raum über das Etschtal mit der Hauptstadt der Provinz Raetia, Augusta Vindelicum (Augsburg), verband. In nicht all zu großer Entfernung wurde vor mehreren Jahren in Neumarkt/Laag eine ausgedehnte römerzeitliche Siedlung freigelegt. „Vermutlich wurden im Bereich der heutigen Schottergrube die Verstorbenen aus dieser Siedlung bestattet“, sagt die Archäologin.

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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