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    Tunnel unterm Haus

    Nach Jahrzehnten der Diskussion soll der Umfahrungstunnel für Kiens nun endlich gebaut werden: mit neuer Trassenführung. 2022 soll die neue Straße geöffnet werden.

    von Silke Hinterwaldner

    Der Bürgermeister ist zufrieden. „In meiner Amtszeit“, sagt Andreas Falkensteiner, „sind die Vorbereitungen für den Bau der Umfahrung recht zügig vorangegangen.“ Jetzt scheint es tatsächlich Ernst zu werden: Die Ausschreibungen für den Bau der Straße und des rund einen Kilometer langen Tunnels im Dorf sollen Ende 2018 gemacht werden. Im Jahr 2022 sollte die neue Umfahrung eröffnet werden. Wenn alles nach Plan läuft.

    In der Vergangenheit ist das Vorhaben unzählige Male gescheitert und weiter verschoben worden. Mittlerweile seit 30 Jahren spricht man in Kiens über den Bau einer Umfahrung. Unzählige Varianten sind dazu ausgearbeitet worden. Unter anderem hatte die Gemeinde Kiens vor rund zehn Jahren beschlossen, den Bau selbst in die Hand nehmen zu wollen. Aber auch daraus wurde nichts.

    Der heutige Bürgermeister Falkensteiner ist froh darüber, dass sich nicht seine kleine kommunale Verwaltung um den Bau der großen Straße kümmern muss. Noch mehr aber freut er sich und mit ihm die meisten im Dorf darüber, dass die Umfahrung jetzt endlich Realität wird. A

    ber freilich gibt es auch die Unzufriedenen: Vor allem in jenen sieben Häusern, unter denen der Tunnel verlaufen wird, dürften die Bewohner besorgt sein. „Aber“, sagt Falkensteiner, „jetzt liegt die Straße viel tiefer. Die Häuser sind damit besser geschützt und aus technischer Sicht besteht keine Gefahr.“ Durch die Verlegung der Trasse sind sieben und nicht mehr wie ursprünglich geplant 40 Häuser von der Untertunnelung betroffen. Die Landesregierung hat dazu am Dienstag einen Beschluss gefasst. In diesem heißt es: „Dies ermöglicht die Verminderung der negativen Auswirkungen auf die bestehenden Gebäude aufgrund der wesentlichen Reduzierung der potentiellen Interferenzen.“

    Nach dem Beschluss der Landesregierung besteht jetzt trotzdem die Möglichkeit für alle Bürger ihre Einwände zu deponieren. Danach wird die Gemeinde die Änderung im Bauleitplan eintragen.

    Den Antrag um die Verschiebung der Trasse hatte in der Landesregierung formell Richard Theiner eingebracht. Er sagt: „Damit ist der Weg frei für den Bau einer Umfahrungsstraße, was in Kiens zu weniger Lärm und weniger Schadstoffen und damit zu mehr Lebensqualität führen wird.“ Immerhin: Nachdem Vintl bereits eine Umfahrung hat und die Einfahrt in das Gadertal in der Bauphase ist, bleibt Kiens der letzte Ort auf dem Abschnitt zwischen Mühlbach und Bruneck, wo die Pustertaler Straße mitten durch das Dorf verläuft.

     

     

    LESEN SIE IN DER PRINT-AUSGABE:

    • Warum die alte Trassenführung ausgetauscht wurde und wo der Tunnel in Zukunft verlaufen wird.
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