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    Die erste Schadensbilanz

    Spuren der Mure im Grafbach im Pfossental (Foto: LPA/Amt Wildbachverbauung West)

    Landeshauptmann Kompatscher hat sich mit Bevölkerungsschutz-Landesrat Schuler am Montag ein Bild von der Lage in Prags und Toblach verschafft. Die vermutliche Schadenshöhe.

    Beeindruckt zeigte sich Landeshauptmann Arno Kompatscher am Montag bei seiner Fahrt durchs Pustertal über das Ausmaß des Schadens. „Glücklicherweise sind keine Menschen dabei zu Schaden gekommen“, betonte der Landeshauptmann. Allen, die nach den schweren Unwettern in der Nacht von Samstag auf Sonntag Hilfe geleistet haben, sprachen der Landeshauptmann und Bevölkerungsschutz-Landesrat Arnold Schuler „großes Lob und große Anerkennung aus: von den Freiwilligen Feuerwehren über die Bergrettung, die Rettungsorganisation Weißes Kreuz und den Zivilschutz bis hin zur Bevölkerung selbst.“

    Einmal mehr habe sich gezeigt, „wie wichtig, wie wirksam und unverzichtbar Nachbarschaftshilfe ist.“

    Foto: Landesfeuerverband Südtirol

    Eine erste grobe Schadensbilanz ist bereits erstellt: Von den Unwettern betroffen sind im Pustertal vor allem die Gemeinden Toblach, Welsberg, Innichen, Prags, Antholz, Corvara und Abtei mit insgesamt 20 bis 25 Bächen.

    „Wir schätzen die Schäden in den Bächen auf rund 1,5 Millionen Euro und jene an öffentlichen Einrichtungen ebenfalls auf rund 1,5 Millionen Euro“, informierte der Direktor der Agentur für Bevölkerungsschutz, Rudolf Pollinger.

    „Das große Schadenausmaß ist vor allem auf die Heftigkeit der Weißlahn-Mure zurückzuführen, die in diesem Bereich ungefähr alle 100 Jahre abgeht“, betonte Pollinger. Das letzte Mal waren Ende des 19. Jahrhunderts große Schäden durch eine abgehende Mure verzeichnet worden.

    In Prags und Toblach wird weiter aufgeräumt

    Die Aufräumarbeiten sind nach den Unwettern am Wochenende in Prags und Toblach weiterhin voll im Gange. So auch in der Fraktion Schmieden in Prags, wo die die Bagger dabei sind, die Bäche zu räumen. Die Weißlahn-Mure hatte hier den Pragser Bach auf 600 Meter rückgestaut und die umliegenden Häuser übermurt.

    Die betroffenen Gebäude sind mittlerweile alle wieder erreichbar, die Stromversorgung ist wieder hergestellt. Die Fraktion St. Veit, die Probleme mit der Trinkwasserversorgung hatte, wird von der Berufsfeuerwehr Bozen mit Trinkwasser beliefert.

    Schäden auch im Westen

    Neben dem Amt für Wildbach- und Lawinenverbauung Ost ist auch das für die westliche Landeshälfte zuständige Amt der Agentur für Bevölkerungsschutz im Einsatz. Übers Wochenende sind im Grafbach in der Nähe des Parkplatzes Vorderkaser im Pfossental und im Montfertbach in Katharinaberg Muren abgegangen. Die Brücke über den Grafbach im Pfossental ist zerstört und muss neu errichtet werden.

    Lokalaugenschein nach den verheerenden Unwettern in Prags (Foto: LPA/RT)

    Die unterbrochene Zufahrt zum Parkplatz Vorderkaser konnte mittlerweile wieder provisorisch hergestellt werden. Unterbrochen ist noch die Verbindung zu den Eishöfen. „Innerhalb dieser Woche sollten die Betriebe im oberen Pfossental im Naturpark Texelgruppe wieder erreichbar sein“, erklärt Amtsdirektor Mauro Spagnolo. Für erste Instandsetzungsarbeiten sind 50.000 Euro vorgesehen.

    Die Aufräumarbeiten und die Instandsetzung der Schutzbauten in den Bächen obliegen den zuständigen Ämtern für Wildbach- und Lawinenverbauung der Agentur für Bevölkerungsschutz, die Behebung der Schäden an den öffentlichen Strukturen den jeweiligen Gemeinden. Wildbachverbauung, Forst- und Straßendienst sowie Gemeinden stimmen die nächsten Schritte aufeinander ab. Jeder Bereich wird für sich gemäß den gesetzlichen Bestimmungen Hilfe leisten. Die Schäden am privaten Eigentum sind noch nicht bekannt und werden in den kommenden Wochen erhoben.

    Gearbeitet wurde auch an der Passstraße Grödner Joch zwischen Miramonti und dem Grödner Joch (SS 243), dort war der Straßendienst im Einsatz. Die Straße war nach einem Steinschlag gesperrt. Nach einem Lokalaugenschein aus der Luft mit Hubschrauber, gaben Straßendienst und Landesgeologen die Passstraße wieder frei.

    Bestehende Straßensperren

    Im Einsatz ist weiterhin auch der Landesstraßendienst, der um eine Freigabe der folgenden noch gesperrten Straßen bemüht ist: Die Staatsstraße von Toblach bis Schluderbach (SS 51) ist nach mehreren Murenabgängen gesperrt. Diese Straße ist am stärksten von den Schäden betroffen. Der Straßendienst arbeitet hier mit acht Ladern.

    Ab der Einfahrt ins Pragser Tal ist die Landesstraße zum Pragser Wildsee (LS 47) wegen Arbeiten nach Murenabgängen gesperrt; die Schäden auf dieser Straße sind nicht so umfangreich. Auch die Landesstraße nach Altprags (LS 80) ist ab Bad Altprags nach einem Murenabgang gesperrt.

    Die Passstraße auf den Staller Sattel (LS 44) ist ab dem Biathlonzentrum Antholz nach einem Murenabgang gesperrt. Von Cortina bis zum Passo Tre Croci ist die Staatsstraße (SS 48/s) nach dem Murenabgang weiterhin gesperrt.

    Die aktuellen Informationen über die Straßenverbindungen können auf der Homepage der Verkehrsmeldezentrale abgerufen werden, unter www.provinz.bz.it/verkehr/.

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