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    Südtiroler in der GEO

    Der 21-jährige Leonhard von Guggenberg wurde vom Magazin GEO zum Leserfotografen des Monats gekürt. Was hinter seinen Motiven steckt, wie ein perfektes Foto entsteht und ob er sein Hobby zum Beruf machen will, erzählt der Jungfotograf im Interview. 

    TAGESZEITUNG Online: Leonhard, das Magazin GEO hat einige Ihrer Bilder in der Rubrik Leserfotograf des Monats abgedruckt. Fühlen Sie sich geehrt?

    Leonhard von Guggenberg: Auf jeden Fall ist es eine große Ehre. GEO ist eine riesige Marke und wenn man es einmal in die GEO geschafft hat, ist das für einen Hobbyfotografen schon ziemlich toll.

    Leonhard von Guggenberg

    Sie sind erst 21 Jahre alt, fotografieren aber, als hätten Sie nie etwas anderes gemacht. Woher kommt Ihre Leidenschaft für die Fotografie?

    Ich bin ein extremer Natur-Typ und verbringe die meiste Zeit im Freien. Ich habe irgendwann angefangen, die Orte und Bilder mit Handyfotos festzuhalten. Da mir das so viel Spaß gemacht hat, habe ich mir eine Kamera und später dann auch ein besseres Modell zugelegt, um noch hochwertigere Bilder machen zu können. Ich möchte die Natur so festhalten, wie ich sie gerade sehen, damit diese Bilder auch kommende Generationen noch sehen können.

    Einige Ihrer Fotos zeigen sehr beliebte Orte und Plätze, aber irgendwie finden sich kaum Menschen auf den Bildern. Wie lange brauchen Sie für ein Foto?

    Es ist immer schwierig den richtigen Moment zu finden, vor allem wenn viele Touristen im Land sind. Ich suche mir für meine Fotos meist Tage aus, wo das Wetter nicht ganz so schön ist oder suche diese beliebten Plätze ganz früh am Morgen oder spät am Abend auf, damit nicht so viele Leute da sind.

    Haben Sie eine gewisse Vorliebe, wenn es um Motive geht oder entstehen die besten Fotos spontan?

    Am liebsten fotografiere ich Orte und Landschaften, wo keine Menschen sind, das hat aber auch damit zu tun, dass ich diese ruhigen Plätze besonders gerne mag. Besonders gerne fotografiere ich Landschaften, aber ich fotografiere auch viel im Sportbereich, im Motorradsport oder Radfahrer zum Beispiel.

    Motorradfahrer? Das ist jetzt ein kompletter Gegensatz zu den ruhigen, idyllischen Landschaften…

    (lacht) Ja, das stimmt, aber ich bin selbst fanatischer Motorradfahrer und daher liebe ich auch die Action im Sport. Ich mag es eben entweder laut oder leise.

    Wie haben Ihre Bilder eigentlich den Weg in die GEO gefunden?

    Ich habe zufällig im Internet diesen Aufruf gesehen, dass monatlich ein Leserfotograf ausgewählt wird. Ich habe mich dann einfach beworben und es nun in die August-Ausgabe der GEO geschafft.

    Auf Ihren Bildern zeigen Sie Südtirol von seiner schönsten Seite. Wie sehr werden die Bilder am PC noch nachbearbeitet?

    Die Nachbearbeitung ist sehr wichtig, da die Lichtverhältnisse oder andere Rahmenbedingungen oft nicht zu einhundert Prozent passen. Bestimmte Dinge oder Effekte, die man zwar besonders zum Ausdruck bringen möchte, aber es aufgrund der Lichtverhältnisse nicht schafft, werden am PC nachbearbeitet. Das Endprodukt macht den Fotografen aus und zeigt die Persönlichkeit des Künstlers und der Fotos.

    Handy, GoPro und Co. Verlieren Fotos an Wert, da immer mehr Geräte Fotos schießen können und alles abgeknipst wird?

    Ich würde nicht sagen, dass die Fotos an Wert verlieren, sondern vielmehr die Orte. Die Seceda oder der Pragser Wildsee finden sich auf so vielen Bildern und Fotos, dass die Orte etwas an Wert verlieren. Natürlich liegt es am Fotografen einen Ort anders darzustellen, als alle anderen, aber desto häufiger ein Ort fotografiert wird, umso schwieriger wird das.

    Wollen Sie später als Fotograf arbeiten oder Fotografie studieren?

    Ich habe schon bei Fotografen ein Praktikum absolviert, aber mittlerweile lerne ich mir übers Internet viel selbst. Ich sehe die Fotografie als etwas Künstlerisches und daher bin ich von einem Studium nicht überzeugt. Natürlich wäre es ein Traum als Fotograf arbeiten zu können, für Fotos um die Welt zu reisen und für große Konzerne oder Reiseführer arbeiten zu können. Das wäre ein Traum, aber es ist mittlerweile sehr schwierig, da jeder eine Kamera bedienen kann und es in diesem Bereich sehr viel Konkurrenz gibt. Zudem wissen viele Menschen nicht, was ein gutes Foto ausmacht und schätzen diese dann leider nicht.

    Was passiert eigentlich mit den ganzen Fotos, die Sie schon geknipst haben? Verschwinden Sie auf dem PC oder auf einer Festplatte?

    Nein. Fotos, die mir gut gefallen und ich bearbeite oder verbessere landen nicht nur auf dem PC. Ich drucke viele Fotos oder verschenke sie an Freunde, die sie dann als Hintergrundbilder nutzen. So bleiben die Fotos in Erinnerung und verschwinden nicht einfach auf dem PC.

    Interview: Lisi Lang

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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