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    Woher kommen die Arbeitskräfte?

    Bei den ausländischen Beschäftigten im Gastgewerbe werden die Rumänen bald die Slowaken überholen. Aus diesen Ländern kommen die Arbeitnehmer im boomenden Sektor.

    von Heinrich Schwarz

    Jedes Jahr steigt die Zahl der Beschäftigten im Südtiroler Gastgewerbe im vierstelligen Bereich. Allein im Juni wurden fast 3.000 Beschäftigte mehr gezählt als vor einem Jahr.

    Dabei stellt sich die Frage, woher diese Arbeitskräfte überhaupt kommen. Schließlich gibt es bei den Einheimischen einen großen Personalmangel – und bei klassischen Herkunftsländern wie Slowakei, Ungarn oder Polen einen Abwärtstrend, da diese Länder wirtschaftlich inzwischen besser dastehen.

    Helmuth Sinn, Direktor der Landesabteilung Arbeit, erklärt: „Generell haben die Rumänen die Slowaken bei der Anzahl der abhängig Beschäftigten auf dem Südtiroler Arbeitsmarkt überholt. Rumänien ist heute das wichtigste Herkunftsland von ausländischen Beschäftigten.“

    Im Gastgewerbe, so Sinn, sei dies allerdings noch nicht so. Dort bilden die Slowaken unter den Ausländern noch immer die größte Gruppe. Sie machen rund sechs Prozent der Beschäftigten aus, die Rumänen hingegen fünf Prozent.

    Konkret waren im ersten Halbjahr 2017 im Schnitt 1.588 Slowaken im Gastgewerbe beschäftigt. Vor einem Jahr waren es noch 1.640 (minus drei Prozent). Bei den Rumänen gab es einen Anstieg von 1.073 auf 1.132 Beschäftigte (plus fünf Prozent).

    Es folgen die Ungarn mit 828 Beschäftigen im ersten Halbjahr 2017 (minus zwei Prozent), Serbien/Montenegro/Kosovo mit 583 (plus fünf Prozent) und Albanien mit 448 (plus 13 Prozent).

    Ebenfalls interessant: Im Gastgewerbe sind nur rund 55 Prozent der Beschäftigten italienische Staatsbürger mit Wohnsitz in Südtirol. „Rund zehn Prozent sind Inländer mit Wohnsitz in anderen italienischen Provinzen. Deren Anzahl hat im vergangenen Jahr um 14 Prozent zugenommen“, erklärt Helmuth Sinn. Im Schnitt waren 2.592 Italiener im ersten Halbjahr im Gastgewerbe beschäftigt.

    Es sind also insbesondere die Italiener aus anderen Provinzen, die – neben den Rumänen – auf dem Südtiroler Arbeitsmarkt zunehmend von Bedeutung sind. Laut Sinn sind hierzulande rund 12.000 Inländer mit Wohnsitz außerhalb Südtirols beschäftigt. Die Zahl steigt konstant an. Mit rund 2.600 Personen sind die meisten Italiener im Gastgewerbe beschäftigt.

    „Die übrigen sind in den ‚anderen Dienstleistungen‘ (rund 2.200), im Bauwesen (2.000), im Handel (1.600), im öffentlichen Sektor (900) und in anderen Sektoren tätig“, so Abteilungsdirektor Sinn.

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    Kommentare (3)

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    • ahaa

      Den Slovaken geht es zu Hause besser als hier.Wenn sie schon arbeiten dann fùr einen anstàndigen Lohn und der wird eher in Deutschland bezahlt .Wenn man ihnen glauben kann.Fùr Rumànen ist es noch ok.So weit ist es gekommen das schon den Osblockarbeitern der Gehalt zu wenig ist.Bzw.die Steuern zu hoch.

    • thefirestarter

      Der heimische Tourismus besteht fast ausschließlich aus Familienbetrieben und vereinzelt aus großen Strukturen. (Laut LBPräsident der Handelskammer)

      Ach so jetzt versteh ich’s… die werden alle Adoptiert.

    • iluap

      Wenn den Arbeitnehmern aus den Ostblock die Steuren schon zu hoch sind, was sollen dann die Arbeitgeber tun, wo diese zum Nettolohn noch ca. 110% dazuzahlen müssen. Wie viele dieser Mitarbeiter beziehn hier Arbeitslosengeld von ca. 70% des Nettolohns, gehen nach den Saisonen zurück nach Hause und haben somit ca. 50% mehr Geld als jemand der im eigenen Staat an Monatslohn verdient.

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