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    Virus gegen Feuerbrand

    Feuerbrand ist eines der größten Probleme für den Obstbau. Ein neues Virus soll die Krankheit wirksam bekämpfen. Was der Beratungsring dazu sagt. 

    von Lisi Lang

    Das Feuerbrand-Problem ist nach wie vor weltweit eine große Herausforderung für den Obstbau – denn aktuell gibt es kein wirksames Mittel gegen die Bakterienkrankheit. Züricher ETH-Forscher haben kürzlich ein neues Mittel gegen Feuerbrand vorgestellt: Viren, die ausschließlich das Feuerbrand-Bakterium befallen und zerstören. Ein Mittel also, dass die Feuerbrand-Verbreitung verhindern und befallene Anlagen retten könnte.
    Ein Wundermittel also gegen eine hochinfektiöse Pflanzenkrankheit, die je nach Witterung mehr oder weniger hart zuschlägt. „Wir haben von dieser neuen Bekämpfungsmöglichkeit gehört“, erklärt Robert Wiedmer, Bereichsleiter Obstbau im Südtiroler Beratungsring. Fakt sei aber, dass dieses Mittel bisher nur im Labor und nur teilweise im Freien getestet worden ist. „Es ist daher noch ein weiter Weg bis zu einer möglichen Zulassung“, betont der Bereichsleiter.

    Der Weg für die Neuzulassung eines Pflanzenschutzmittels in Europa sei ein langer, da vor allem die EU-Prozeduren und Tests sehr zeitaufwändig sind. „Von der Entdeckung eines Mittels bis zu einer Zulassung vergehen meist einige Jahre“, erklärt Robert Wiedmer.

    Forscher der ETH Zürich haben kürzlich eine neue Waffe gegen den Feuerbrand vorgestellt: Sie haben natürliche Feinde des Feuerbrand-Bakteriums optimiert und zwei Viren kombiniert, um so den Feuerbrand-Erreger zerstören zu können. „Das klingt alles sehr vielversprechend, aber wir haben in den letzten Jahren schon viele interessante Bekämpfungsmöglichkeiten vernommen, die sich nach weiteren Tests doch nicht als sonderlich effizient erwiesen haben“, relativiert Wiedmer.

    Feuerbrand ist auch in Südtirol noch immer ein sehr aktuelles Thema. Auch wenn Südtirols Obstbauern in den letzten Jahren weitgehend verschont geblieben sind (den letzten großen Ausbruch gab es im Jahr 2011), die Gefahr ist nicht gebannt. „Heuer haben wir einen relativ starken Befall im Vinschgau zu verzeichnen und wir wissen noch nicht, ob alle Anlagen gerettet werden können“, so Wiedmer über die Aktualität des Themas. Aber auch wenn man schnell reagiert, könne man befallene Anlagen nicht immre retten – wenn der Feuerbrand bereits zu viele Pflanzen befallen hat müssen oft ganze Anlagen gerodet und verbrannt werden.

    Während der Blüte sind Kernobstpflanzen, wie Äpfel, Birnen oder Quitten, besonders anfällig. „Offene Blüten, Feuchtigkeit oder Niederschläge, warme Temperaturen und das Vorhandensein des Erregers können dazu führen, dass Feuerbrand ausbricht – diese vier Faktoren müssen zusammenstimmen“, sagt der Bereichsleiter des Beratungsrings.

    Vorbeugung ist bisher die einzige effektive Methode, um Feuerbrand zu verhindern. „Aktuell gibt es nach einem Ausbruch keine Bekämpfungsmöglichkeiten, daher wäre das neue Mittel der Schweizer Forscher sicher ein Novum und sehr gefragt“, sagt der Bereichsleiter des Beratungsrings. Sollten die Schweizer Forscher jetzt wirklich ein wirksames Virus – ein Wundermittel gegen Feuerbrand – entwickelt haben, wäre dies für die Obstbauern eine große Erleichterung.

    Allerdings ist der Weg bis zu einer möglichen Zulassung des Pflanzenschutzmittels noch weit. Robert Wiedmer zeigt sich aber zuversichtlich: „Vielleicht gelingt es dieses Mal endlich etwas Brauchbares zu produzieren.“

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    Kommentare (1)

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    • george

      Das alles hätte man ganz einfach in zwei drei Sätzen zusammenfassend darlegen können, anstatt dauernd in Wiederholung fallen zu müssen, weil man sonst nichts Weiteres zu sagen wusste.

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