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    „Wir werden darüber diskutieren“

    Landesrat Arnold Schuler über gesetzliche Einschränkungen für E-Bikes. 

    Tagezeitung: Herr Schuler, E-Bikes auf Wanderwegen: Immer öfter kommt es zu Konflikten. Ist man sich der Problematik bewusst? (http://www.tageszeitung.it/2017/07/02/gefaehrliche-e-bikes/)

    Arnold Schuler: Elektrisch unterstützte Fahrräder liegen voll im Trend. Im Jahr 2016 stieg der Absatz im Vergleich zum Vorjahr um rund 13 Prozent und der Markt steht immer noch am Anfang. Es gibt Schätzungen, laut denen sich die Verkaufszahlen bis 2023 verdreifachen sollen. Es ist eine Tatsache, dass E-Bikes auf dem Vormarsch sind. Mit elektrischer Unterstützung auf den Berg zu radeln, ist heute keine Schwäche mehr, sondern modern. Dadurch erschließen sich für viele Sportler neue Wege. Es liegt auf der Hand, dass dadurch das Konfliktpotential zunehmen kann. Das hängt dann halt auch vom Verhalten der E-Biker, Mountainbiker oder Wanderer ab. Wo respektvolles Verhalten und verständnisvolles Miteinander gepflegt werden, verkümmern Konflikte sehr schnell.

    Der AVS fordert gesetzliche Regelungen, auch der Bauernbund hat bereits das Gespräch gesucht. Erachten Sie gesetzliche Maßnahmen für notwendig? 

    Darüber werden wir diskutieren. Der Landeshauptmann hat zu diesem Thema bereits vor einigen Monaten gesagt, dass er es sich vorstellen könne, die Nutzung von E-Bikes in Südtirol auf Wanderwegen einzuschränken, um Nutzungskonflikte zu vermeiden. Ob ein solcher Schritt notwendig ist, wird, wie gesagt, wohl auch vom Verhalten der verschiedenen Bergsportler abhängen. Freiheit endet bekanntlich dort, wo das Recht des anderen beginnt.

    Grundbesitzer fürchten sich vor allem vor der Haftung bei etwaigen Unfällen…

    Es ist auf alle Fälle ratsam, sich zu versichern. Über die Südtiroler Tourismusorganisationen wurde bereits vor Jahren eine Haftpflicht- und Rechtsschutzversicherung abgeschlossen, die speziell auch Wegehalter und Grundbesitzer umfasst. Damit sind alle privaten Wander-, Spazier-, Rad- und Mountainbikewege Südtirols versichert. Deshalb braucht sich niemand zu fürchten.

    Wird ein Verbot von E-Bikes auf Wanderwegen in Erwägung gezogen?

    Das ist ein Thema, über das wir diskutieren werden. Die Frage ist nicht nur ob, sondern vor allem auch wo solche Verbote sinnvoll sind.

    Eine Arbeitsgruppe wurde für diese Thematik gegründet. Auf welchem Stand ist diese? 

    Die Arbeitsgruppe hat Informationen zu verschiedenen Varianten einer möglichen Einschränkung der E-Bike-Nutzung in Südtirol zusammengetragen. Zu einer Empfehlung hat sie sich meines Wissens noch nicht durchgerungen.

    Wann sollen entsprechende Beschlüsse fallen? 

    Sobald die Arbeitsgruppe die Arbeiten abgeschlossen hat.

    Interview: Erna Egger

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (2)

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    • rota

      Der Privatgrundbesitzer soll sich versichern weil sich Menschen unerlaubter Weise auf seinen Boden aufhalten.
      Und Politiker wollen das unerlaubte Betreten-Befahren auf Privatgrund reglementieren also erlauben.
      Irgendwie passt das nicht in meinen Kopf.

    • tom

      Wenn ein Unall auf das Fehlverhalten der Leute zurückgeht, soll der Verursacher zahlen und nicht der Grundeigentümer. Was kann er nämlich dafür, wenn die Leute zu dumm zum Radfahren, Wandern etc sind

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