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    „Not behoben“

    Gottfried Kühebacher, ärztlicher Leiter im Krankenhaus und Gemeinderat der Bürgerliste in Innichen, über den Notstand im Spital, die Suche nach Ärzten und politische Schaumschlägerei.

    von Silke Hinterwaldner

    Die Landesregierung hat am letzten Dienstag formell den Notstand in allen Krankenhäusern des Landes ausgerufen, um dem Ärztemangel entgegensteuern zu können (die TAGESZEITUNG berichtete). Dies war unter anderem deshalb notwendig geworden, weil in diesen Wochen sehr viele Werkverträge auslaufen, die nicht mehr erneuert werden können.

    Im Krankenhaus Brixen musste bereits die Augenambulanz geschlossen werden, in Innichen stand die Erste Hilfe auf der Kippe.

    Tageszeitung: Herr Kühebacher, die Notstandsverordnung der Landesregierung lässt die Sanitätsverantwortlichen durchatmen: Was bedeutet das für die Ärzte im Krankenhaus Innichen?

    Gottfried Kühebacher: Damit kann eine akute Notsituation behoben werden. Ohne diese Verordnung wären wir tatsächlich Gefahr gelaufen, bestimmte Dienste nicht mehr abdecken zu können. Längerfristig aber braucht es noch einiges an neuen Lösungsansätzen, um die Zusammenarbeit mit Ärzten aufrechterhalten zu können.

    Wie geht es weiter, sobald diese Übergangslösung in einigen Monaten ausläuft?

    Das Problem ist jetzt entschärft. Es gibt zudem die Möglichkeit, Ärzte ohne Zweisprachigkeitsnachweis auf drei Jahre befristet anstellen zu können. Das erleichtert die Situation: In Innichen haben wir bereits einige Ärzte, die einen solchen Vertrag angenommen haben. Wir hoffen, dass weitere dazukommen. Es kommen laufend Anfragen von Ärzten herein. Zugleich arbeitet der Sanitätsbetrieb etwa an Konventionen mit anderen Kliniken und Genossenschaften.

    Sie klingen recht optimistisch: Glauben Sie daran, dass der Ärztenotstand langfristig tatsächlich behoben werden kann?

    Man könnte freilich alles schlechtreden, aber ich sehe durchaus positive Ansätze. Ich hatte lange sehr große Sorge, dass es nicht klappen könnte. Meine Kollegen und ich hatten auch auf die Notsituation hingewiesen, aber jetzt sehe ich dass sowohl der Betrieb als auch die Politik sehr bemüht sind, nach Lösungen zu suchen.

    Die Zukunft des Spitals ist in Innichen immer auch ein politisches Thema. Ist das gut oder schlecht?

    Ich sehe in Innichen, dass über Parteigremien und Sprachgruppen hinweg alle an einem Strang ziehen. Wenn die akute Notsituation behoben werden konnte, dann ist das nicht der Verdienst einer einzelnen Gruppierung, sondern der Gemeinschaft.

    Sie sind selbst Gemeinderat für die Bürgerliste. Fürchten Sie nicht, dass das Thema parteipolitisch ausgeschlachtet wird?

    Im Gemeinderat haben wir das Problem immer wieder besprochen. Allen im Gemeinderat mit der Bürgermeisterin an der Spitze ist das Krankenhaus ein großes Anliegen, das wir politisch gemeinsam schultern müssen. Das Thema ist viel zu wichtig, als dass es politisch ausgeschlachtet werden dürfte.

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