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    Die zwei Interessenten

    Am Dienstag endet die Angebotsfrist für den dritten Versteigerungsversuch von Solland Silicon. Zwei Interessenten haben inoffiziell Interesse bekundet. Doch wie geht es in Sinich weiter, wenn sie abspringen?

    von Karin Gamper

    3,5 Millionen Euro. So viel hat das Land seit der Konkurseröffnung von Solland Silicon in die Sicherheit der Anlage investiert. Das entsprechende Dekret des Landeshauptmanns läuft mit Ende Juli aus.

    Das bedeutet: bei der Versteigerung des Sinicher Siliziumwerks ist Eile angesagt. Entsprechend zügig schreitet Konkursrichterin Francesca Bortolotti in diesem heiklen Fall voran. Zwei Versteigerungen wurden bereits anberaumt. Erfolglos.

    Der Ausrufpreis betrug anfangs 29,6 Millionen Euro, dann 22 Millionen Euro. Inzwischen ist das Werk um rund 15 Millionen Euro zu haben.

    Die dritte Versteigerung ist für diese Woche anberaumt. Bis heute Mittag können Interessenten ihre Angebote abgeben, die Umschläge werden am Donnerstag geöffnet.

    Inoffiziell ist zu erfahren, dass „Bewegung in die Sache“ gekommen sei. Zwei Interessenten aus dem Ausland haben diesmal konkret Interesse angemeldet.

    Es handelt sich um Unternehmen aus der Branche, die die derzeit stillstehende Produktion wieder aufnehmen würden. Ob sie ihr Angebot jedoch heute auch tatsächlich schriftlich hinterlegen werden, wird man erst am Donnerstag wissen.

    Doch was geschieht, wenn auch dieser dritte Versuch leer ausgeht? Laut Informationen der TAGESZEITUNG ist es überaus zweifelhaft, dass ein vierter Versteigerungstermin anberaumt wird. Der Preis würde weiter sinken, der Erlös für die Gläubiger ebenso. Zudem stellt sich die Frage: was macht das Land, wenn das Sicherheitsdekret ausgelaufen ist? Wird es erneuert? Oder wird umgehend auf Plan B übergegangen und das gesamte Areal an die Firma Ladurner bzw. Erdbau übergeben, welche darauf eine Müllverarbeitungsanlage errichten möchte?

    „So einfach ist das alles nicht“, bremst der zuständige Zivilschutz-Landesrat Arnold Schuler auf Anfrage, „wir können da nicht einfach den Stecker herausziehen“. Um das Werk von standby auf null herunterzufahren, brauche es Monate. Monate, in denen das Land wohl oder übel weiter für die Sicherheit der Anlage aufkommen wird müssen. „Das ist ein langer und teurer Weg“, so Schuler, der jetzt zunächst einmal den Ausgang der dritten Versteigerung abwarten möchte.

    „Wenn alles schief geht, dann müssen wir uns nochmals zusammen setzen und schauen, wie es weiter geht“, sagt er, „das war von vornherein eine rechtlich und finanziell schwierige Entscheidung“.

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