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    Gute Löhne

    Die GKN-Betriebe verärgern bei der Suche nach neuen Facharbeitern die Konkurrenz. Weil bessere Gehälter bezahlt werden als andernorts.

    von Silke Hinterwaldner

    Die Menschen kaufen wieder ein, die Wirtschaft spricht von Aufschwung. Das beschert auch den Autozulieferern eine gute Auftragslage und die Möglichkeit die Betriebe zu erweitern. Besonders eindrucksvoll zeigt sich dies an den GKN-Werken in Bruneck.

    Eine erste Außenstelle in Sand in Taufers wurde bereits in Betrieb genommen, eine zweite in Welsberg wird im Herbst folgen. Das bedeutet aber auch: Die Unternehmen suchen qualifizierte Mitarbeiter, vor allem Facharbeiter in den jeweiligen Sektoren.

    Derzeit läuft die Suche der GKN auf Hochtouren, das sorgt aber auch für Sorgenfalten bei anderen Unternehmern: GKN Sinter Metals und Driveline sind bereit für dieselbe Arbeit weit bessere Löhne zu bezahlen als die Konkurrenz. Ein Beispiel: Bekommt ein Arbeiter heute im benachbarten Unternehmen 1.300 Euro monatlich, bietet GKN aus dem Stand heraus 1.600 Euro. Diese Spanne von monatlich einigen hundert Euro mehr lockt die Lohnabhängigen.

    Wirbt GKN auf diese Weise Arbeiter von anderen Betrieben ab? Setzt man damit die Wirtschaft im Pustertal allzu sehr unter Druck, weil Löhne bezahlt werden müssen, die man sich eigentlich gar nicht leisten kann? Klaus Schier, Sekretär der Fachgewerkschaft Metall im ASGB, winkt ab. Er sagt: „Die GKN-Betriebe waren gerade im Metallsektor bei den Löhnen immer schon weit vorne. Aber von aktivem Abwerben kann keine Rede sein.“

    Derzeit haben die drei bestehenden GKN-Niederlassungen im Pustertal weit über 1.000 Angestellte. Betriebe dieser Größenordnung sind im Grunde ständig auf der Suche nach neuen Fachkräften – umso mehr in Zeiten des wirtschaftlichen Aufschwungs. Aus gewerkschaftlicher Sicht kommt hinzu, dass bei GKN Betriebsräte Tradition haben, die sich für die Belange der Arbeiter einsetzen. „Gleichzeitig“, sagt Schier, „gab es stets die Bereitschaft der Betriebsführung darauf einzugehen. Im Allgemeinen gilt: Die Leute wählen sich ihre Verdienstmöglichkeiten selbst aus.“

    Er sieht die Suche nach neuen Fachkräften im Pustertal aus Sicht der Angestellten durchaus positiv:

    Sie können unter mehreren Betrieben auswählen und damit bessere Verdienstmöglichkeiten aushandeln. Schließlich arbeiten nicht nur die GKN-Betriebe wieder auf Hochtouren, auch andere Unternehmen laufen wieder gut. „Konkurrenz belebt das Geschäft.

    Wer sein Personal behalten möchte, muss bei den Löhnen mitziehen“, sagt Klaus Schier, „wenn die Betriebe gut laufen, können sie auch gute Gehälter zahlen.“

     

     

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    Kommentare (2)

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    • owl

      „Die GKN-Betriebe verärgern bei der Suche nach neuen Facharbeitern die Konkurrenz.“

      Wen, bitte sehr, verärgern denn die GKN-Betriebe?
      Darüber steht im gesamten Artikel nichts zu lesen.

      Abgesehen davon, würde es mich wundern, wenn sich die Privatwirtschaft tatsächlich darüber aufregen sollte. Weshalb soll das Prinzip „Angebot und Nachfrage regeln den Preis“ nicht auch auf dem Arbeitsmarkt gelten?

    • checker

      Verärgern? So ein blödsinniger Artikel, wir brauchen in Südtirol dringend höhere Löhne weil wir in Italien bezüglich Reallöhne die hintersten Plätze einnehmen und dann regt sich jetzt jemand auf?
      Also wie soll denn das teure Leben in Südtirol denn sonst finanziert werden? Alle gut ausgebildeten verlassen das Land weil es hier „nicht weitergeht“ und es fällt einem nichts Besseres ein, als über hohe Löhne zu klagen…
      Also ich weiss nicht, ob man hierzulande wirklich verstanden hat wie Wirtschaft funktioniert.

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