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    Gute Ernte

    Foto: IDM/Frieder Blickle

    Trotz des späten Nachtfrostes gibt es eine gute Ernte des Beeren- und Steinobstes. Die Details.

    Der Sommer ist in Südtirol die Zeit der Beeren, wie etwa Erdbeeren und Himbeeren, aber auch des Steinobstes mit Marillen und Kirschen: Die süßen und aromatischen Früchte werden in den Gebirgstälern mit einer Sorgfalt und Leidenschaft angebaut, die im Qualitätszeichen Südtirol ihren offiziellen Ausdruck findet.

    Am 24. und 25. Juni findet im Martelltal zum 18. Mal das traditionelle Erdbeerfest statt. Es eröffnet symbolisch die Erdbeersaison, der im Juli und August die Kirschen-, Himbeer- und Marillenernte folgt.

    Die frostigen Nächte der zweiten Aprilhälfte haben den Erdbeeren etwas zu schaffen gemacht. Gerhard Eberhöfer, Verantwortlicher der Abteilung Beeren bei der VI.P in Latsch, rechnet deshalb für die laufende Saison mit einem Ergebnis leicht unter dem des Vorjahres: „Wir erwarten einen Ertrag von insgesamt rund 400 Tonnen im Vinschgau und im Martelltal. Anfang Juni haben die Ernte und auch der Verkauf begonnen, zuerst in den Südtiroler Einzelhandelsgeschäften, dann auch im Rest Italiens.“

    Die Ernte der Marillen, der „Botschafterinnen des Sommers“, beginnt erst Ende des kommenden Monats. Leider scheint auch in diesem Jahr ein Gutteil der Ernte durch den Frost geschädigt, wie bereits 2016. Man hofft nun, dass der Ertrag 2017 ein wenig besser ausfällt als im Vorjahr und etwa 100 Tonnen erreicht.

    Problematischer scheint die Mitte Juli beginnende Kirschenernte zu werden, wie Reinhard Ladurner, der Verantwortliche der Abteilung Kirschen bei der VI.P, erklärt: „Die Frostnächte im April haben zu einer starken Reduzierung der Mengen geführt. Es ist daher noch zu früh, um eine genaue Vorhersage zu treffen.“

    In einem Punkt jedoch ist er zuversichtlich: „Liebhaber der Vinschger Kirschen können auch dieses Jahr auf Früchte in hervorragender Qualität zählen. Wir gehen aber von 50 Prozent weniger im Vergleich zum normalen Ertrag aus, der etwa 500 Tonnen beträgt.“

    Mitte Juli sind auch die Himbeeren reif. Markus Tscholl, der Leiter der Egma Obstversteigerung in Vilpian, erwartet hervorragende Qualität und eine unproblematische Ernte. „Die Himbeeren haben unter der Kälte im Frühling gelitten und hinken im Vergleich zum Vorjahr ein wenig hinterher. In jedem Fall hoffen wir, 2017 dieselbe Menge ernten zu können wie 2016, also rund 20 Tonnen. Das sind allerdings 50 Prozent weniger als in den vergangenen Jahren“, so Tscholl.

    Anders ist es bei den Kirschen: „In diesem Jahr wird der Ertrag wegen des Frühlingsfrosts bei 35 Tonnen liegen: Das ist nicht viel, wenn man bedenkt, dass in einem guten Jahr 150–200 Tonnen erreicht werden.“

    Besser ist die Situation bei den Erdbeeren, die mit rund 200 Tonnen eine ähnlich gute Ernte erzielen werden wie letztes Jahr: „Nur die ersten Blüten haben gelitten, so dass der Ertrag im Juni etwas niedriger liegen wird, während er von Juli bis Oktober gut sein sollte“, erklärt Tscholl.

    Das Qualitätszeichen Südtirol dürfen nur Lebensmittel tragen, deren Güte sorgfältig kontrolliert wird. Damit wird eine deutlich höhere Qualität garantiert als gesetzlich gefordert.

    Zu den Kriterien für Beeren und Steinobst zählt in erster Linie das Anbaugebiet, das bei den Beeren auf mindestens 600 Metern, bei Kirschen und Marillen auf mindestens 500 Metern Meereshöhe liegen muss. Für Erdbeeren und Himbeeren sind außerdem keine erdlosen Kulturen (wie Hydrokultur) oder Kulturen auf Trägermaterialien wie Blähton, Steinwolle oder Stroh erlaubt.

    Sehr streng sind auch die Regeln für die Art der Düngung, die Größe und die Süße der Früchte sowie bei den Erdbeeren auch für Kulturdauer und Fruchtfolge. Zudem wird bei allen Beeren und bei Steinfrüchten wie Marillen und Kirschen, die ausschließlich mit der Hand gepflückt werden dürfen, je 100 Tonnen Obst eine Pflanzenschutzmittelrückstands-Analyse durchgeführt.

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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