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    Montauk-Anleihen 

    „Rückkehr nach Montauk“ erzählt in schönen blauen Bildern und mit überzeugenden Hauptdarstellern von Männerphantasien und Frauenleid.

    von Renate Mumelter

    Ich wusste gar nicht, wie lächerlich ein Mann sein kann (Schlöndorff im ZEIT-Interview)

    Der Schweizer Max Frisch veröffentlichte 1975 mit 64 Jahren die Erzählung „Montauk“ und wirbelte damit viel Staub auf. Der autobiografische Ansatz gefiel den älteren Männern der Literturkritik. Den Ex-Frauen von Max Frisch gefiel dieser Ansatz weniger. Sie fühlten sich bloßgestellt.

    Jetzt hat der 78-jährige Volker Schlöndorff Max Frischs Geschichte als Ausgangspunkt genommen, um seine „Rückkehr nach Montauk“ zu erzählen. Der Film ist keine Frisch-Verfilmung, er leiht sich nur eine Idee, einen Ort und ein paar Namen.

    Bei Schlöndorff geht es um den Autor Max Zorn (Stellan Skarsgård), der nach New York kommt, um sein erfolgreiches Buch vorzustellen, aber eigentlich um Rebecca (Nina Hoss) wiederzusehen. Sie war „die große Chance, die ich hatte, die ich verloren habe“. Die zwei fahren wie damals nach Montauk, verbringen dort ein paar Tage.

    Wie autobiografisch das alles ist, weiß nur Schlöndorff selbst. Zu Beginn des Films sieht man seine Ex-Frau, die Regisseurin Margarethe von Trotta, in einem sehr gut versteckten Cameo-Anschnitt. Ein Hinweis? Möglich, aber wen interessiert das schon.

    „Rückkehr nach Montauk“ erzählt in schönen blauen Bildern und mit überzeugenden Hauptdarstellern von Männerphantasien und Frauenleid und davon, dass es wenig Sinn macht, das Rad des Lebens zurückdrehen zu wollen.

    Rückkehr nach Montauk (D, F, Ir 2017), 106 Min., Regie Volker Schlöndorff, mit  Stellan Skarsgård und Nina Hoss. Bewertung: Überflüssige Geschichte überzeugend gespielt

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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