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    „Das ist schwerwiegend“

    Alex Schwazer (Foto: Colombo)

    Im Krimi um die Urin-Probe von Alex Schwazer soll Ende Juni die Entscheidung des Oberlandesgerichts Köln fallen. Es gibt Hinweise, dass der Leichtathletikverband IAAF beim Kölner Labor auf eine Verweigerung der Herausgabe drängte.

    von Thomas Vikoler

    Abnehmende Beweiskraft könnte man das nennen. Im Kölner Labor für Biochemie, angesiedelt in der bekannten Sporthochschule, lagert seit nunmehr eineinhalb Jahren eine Urin-Probe. Genommen worden war sie am 1. Jänner 2016 beim damals gesperrten Geh-Olympiasieger 2008, Alex Schwazer. Erst bei einem Nachtest einige Monate später wurden im Urin Spuren des Wachstumshormons Testosteron festgestellt.

    Schwazer und sein Anwalt Gerhard Brandstätter sind fest davon überzeugt, dass die unter zweifelhaften Umständen in Kölner Labor gelangte Probe manipuliert worden ist. Es gibt die Hypothese eines Racheaktes für die belastenden Aussagen Schwazers und seines Trainers Sandro Donati zur Dopingpraxis in der russischen Leichtathletik.

    Auch der Bozner Voruntersuchungsrichter Walter Pelino, der Anfang dieses Jahres ein Beweissicherungsverfahren im Strafverfahren gegen Schwazer eingeleitet hat, hält die Manipulations-Theorie für plausibel.

    Bei Verteidigung und Richter gibt es inzwischen eine wachsende Befürchtung: In dem Urin könnten etwaige Manipulationen (der Deckel des Behälters war bzw. ist nicht versiegelt) wegen der langen Lagerzeit nicht mehr festgestellt werden können. Wegen der fortschreitenden Zersetzung/Verdampfung des flüssigen Beweismittels. „Diese Gefahr besteht zweifellos“, sagt Anwalt Brandstätter zur TAGESZEITUNG.

    Der Internationale Leichtathletikverband IAAF stellt sich bekanntlich gegen die vollständige „Auslieferung“ von Schwazers Urin. Im Herbst war es nach einer Verfügung von Richter Pelino im Kölner Labor beschlagnahmt worden, im Jänner weigerte sich die Labor-Leitung aber, das Beweisstück für das Bozner Strafverfahren herauszugeben. Begründung: Ohne die Erlaubnis eines deutschen Gerichts sei dies nicht möglich.

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