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    „Eine Feigenblatt-Aktion“

    Die Freiheitliche Ulli Mair sagt „Nein zur römischen Frauenquote“. Quoten seien antidemokratisch und würden Frauen abwerten.

    Die Freiheitliche Fraktionssprecherin im Südtiroler Landtag, Ulli Mair, spricht sich entschieden gegen eine Frauenquote auf den Listen für die Parlamentswahlen aus.

    „Es ist in etwa gleich mutig und modern, im Jahr 2017 für eine Frauenquote zu sein, wie ein Bekenntnis zum Weltfrieden. Es ist keine Frage, dass die Politik ihren Beitrag leisten muss, um die Teilhabe der Frauen in allen Bereichen zu fördern und zu stärken“, stellt die Freiheitliche Landtagsabgeordnete Ulli Mair in einer Aussendung einleitend fest und sieht in sogenannten „Frauenquoten“ eine gesetzliche Feigenblattaktion, welche den Frauen die Konkurrenzfähigkeit abspricht.

    „Um den Frauen den Einstieg in bisherige Männerdomänen zu erleichtern, braucht es in erster Linie Überzeugungsarbeit, Bewusstseinsbildung und Maßnahmen, die auf Partnerschaft setzen statt auf Konfrontation. Wenn Frauen Veränderung wollen, so muss ihnen klar gemacht werden, dass sie es selbst in der Hand haben“, unterstreicht Mair.

    „Durch die alljährliche Quotendiskussion werden die Frauen als unfähig dargestellt. Auch das staatliche Wahlgesetz zur Zusammensetzung des Parlaments sieht eine derartige Quote vor. Den Frauen wird damit unterstellt, dass führende Positionen bzw. der Einstieg in die Politik nur unter gesetzlichem Zwang erreicht werden kann. Stattdessen müssten in einer freien Gesellschaft Qualifikation, Einsatz, Leistung und Herzblut zählen. Diese Eigenschaften werden von den Frauen sehr wohl an den Tag gelegt, ohne dass sie hierfür eine Quote bräuchten“, so die Freiheitliche Fraktionssprecherin.

    „Qualifikation ist und bleibt geschlechtsneutral. Quoten sind undemokratisch, werten Frauen ab, sind dirigistisch, populistisch und ungerecht. Hinzu kommt, dass sich Quoten um die wahren Defizite in der Frauenpolitik herummogeln. Quoten bewirken in meinen Augen keine Gleichstellung, sondern schüren einen reinen Geschlechterkampf. Eine sinnvolle Zusammenarbeit auf Augenhöhe, bei der die unterschiedliche Sicht der Dinge von Mann und Frau einfließen kann, ist nur durch eine Partnerschaft der Geschlechter möglich. Heute haben wir bereits sehr viel erreicht und jede politische Partei ist bestrebt, so viele Frauen wie möglich auf ihren Kandidatenlisten zu haben, nicht als schmuckes Beiwerk, sondern aus Überzeugung und Respekt den Frauen gegenüber“, betont Mair.

    „Die Initiative muss aber von den Frauen selbst gewollt sein, freiwillig geschehen und nicht durch Zwang. Dort, wo Frauen wirklich stark auftreten und entsprechende Qualifikation nachweisen, werden sie sich über kurz oder lang auch durchsetzen. Gerade in unruhigen Zeiten sind viel eher Maßnahmenpakete zu schnüren, um den zigtausenden armutsgefährdeten Frauen, ihren Kindern und arbeitslosen, bestqualifizierten Frauen zu helfen. Das leider Unangenehme an vielen Quotenkämpfern ist, dass sie keine selbständige Evolution von unten mehr wollen, sie verlangen eine Evolution von oben. Per Dekret. Es geht ihnen um schiere Herrschaft und falsch verstandene Macht“, urteilt Ulli Mair abschließend.

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