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    Gesetz gegen Lebensmittelverschwendung

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    Südtirol kämpft seit Jahren gegen die Lebensmittelverschwendung. Ein neues Landesgesetz soll nun neue Akzente setzen.

    Unverbrauchte Lebensmittel aus Privathaushalten im Wert von 8,1 Milliarden Euro, 1,4 Millionen Tonnen nicht geernteter lndwirtschaftlicher Erzeugnisse, zwei Millionen Tonnen nicht genutzter Lebensmittel in der Industrie und 300.000 Tonnen nicht verwendeter Lebensmittel im Gastgewerbe: Jährlich landen in Italien Unmengen an Lebensmitteln im Müll.

    „In unserer Wohlstandsgesellschaft ist scheinbar das Bewusstsein für den Wert von Lebensmitteln verloren gegangen: Nahrungsmittel, die früher allesamt genutzt wurden, werden heute oft einfach durch neu Gekauftes ersetzt“, bedauert Soziallandesrätin Martha Stocker.

    Doch jedes Lebensmittel ist das Ergebnis vieler wertvoller Ressourcen wie etwa Wasser, Rohstoffe und Arbeitskraft, die durch einen wenig sorgsamen Umgang verlorengehen. Deshalb sei es höchst an der Zeit, fordert Stocker, die Lebensmittelverschwendung einzudämmen.

    Bestehende Projekte und ein neuer Landesgesetzentwurf

    Was die Sammlung und Weitergabe von Lebensmitteln und Medikamenten angeht, hat Südtirol bereits vor mehreren Jahren eigene Wege eingeschlagen und unterstützt auch finanziell Projekte und Initiativen des „Banco Alimentare del Trentino Alto Adige“ und des Vereins Volontarius. Mit einem Gesetz aus dem August 2016 hat sich auch der Staat der Lebensmittelverschwendung angenommen, ebenso wie jener von Medikamenten und anderen Produkten und erleichtert fortan mit neuen Bestimmungen den Unternehmen die Spende von überschüssigen Produkten.

    Das Staatsgesetz gegen die Lebensmittelverschwendung sieht die Möglichkeit vor, verstärkt Akzente und neue Impulse zu setzen: Bei einem Treffen mit dem Direktor des „Banco Alimentare del Trentino Alto Adige“, Antonino Deola, dem Präsidenten des Vereins Volontarius Claude Rotelli, der Direktorin des Amtes für Kinder- und Jugendschutz und soziale Inklusion, Petra Frei, und der Referentin für soziale Inklusion, Alena Wotka, hat Martha Stocker die geplanten Initiativen und die Vorarbeiten zu einem entsprechenden Landesgesetzentwurf vorgestellt und besprochen.

    Mehr Bewusstsein gegen Überfluss

    Ziel des neuen Landesgesetzentwurfes sind eine verstärkte Bewusstseinsbildung und die Sensibilisierung der Bevölkerung, der Unternehmen in der Lebensmittelbranche und auch der Gastronomie  sowie insbesondere der weitere Ausbau der Lebensmittelsammlung und die Weitergabe an bedürftige Personen und für karitative Zwecke.

    Die Initiativen sollen von einfachen Tipps zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung bis hin zu gezielten Aufklärungs- und Bildungsmaßnahmen der Konsumenten und der Förderung des Mitnehmens von übriggebliebenen Essensresten sein.

    Geplant ist auch die Einrichtung eines ständigen Koordinierungstisches unter der Leitung des Sozialressorts. Nun sollen auch weitere Akteure in die Ausarbeitung des Gesetzentwurfs einbezogen werden.

    Dieser soll im Spätherbst der Landesregierung zur Beschlussfassung und dann dem Landtag zur weiteren Behandlung vorgelegt werden.

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    Kommentare (4)

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    • yannis

      >>>1,4 Millionen Tonnen nicht geernteter lndwirtschaftlicher Erzeugnisse,<<<

      ganz einfach, noch mehr (z.B. Äpfel) die Produktion, eventuell mit Beiträgen steigern, dann wird es schon besser werden !

      • meintag

        Nun du hast vergessen es war auch die Rede vom Wasser. Wenn man sieht wie die Landwirte( auch hier die Apfelbauern) mit dem Wasser umgehen braucht es ein massives Umdenken auch bei der Erzeugung. Hier wird Tag und Nacht die Kronenberegnung benutzt obwohl nachweislich fast die Hälfte des Wassers verdunstet. Man will zwar den Nichtbauern drangslieren und zum Wassersparen anhalten aber selbst ist kein Umdenken möglich.

        • yannis

          >>>Hier wird Tag und Nacht die Kronenberegnung benutzt obwohl nachweislich fast die Hälfte des Wassers verdunstet<<<

          Richtig ! jedes überflüssige Produzieren ist gleichzeitig eine Verschwendung von natürlichen Ressourcen.

          Und was passiert mit dem verdunsteten Wasser der Kronenberegnung ? sehr wahrscheinlich kommt es sehr bald als "böses" Gewitter wieder herunter.

          Des weitern leisten wir uns staatlich verordnet den Luxus unser Scheiße mit "Trinkwasser-Qualität" durch das Klo zu spülen, obwohl es auch Regenwasser oder sonstiges Grauwasser dafür ausreichend wäre.

        • yannis

          was ich noch vergessen habe, ein paar Wirtschaftssanktionen gegen missliebige Staaten wie z.B. Russland mehr und die „Überproduktion“ in der EU ist um so mehr ein Fall für den Müll, während russische Verbraucher froh sein können dass mittlerweile es einige fleißige Landsleute gibt die anfangen im eigenen Land die vom Embargo betroffenen Produkte herzustellen.

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