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Der Qualitätspakt

Nach 54 Verhandlungsrunden: Am Montag wurde der 8,9 Millionen Euro schwere Qualitätspakt für Allgemeinmedizin vorgestellt.

Landesweit einheitlich und vernetzt, hochwertig, patientenfreundlich: So soll die Grundversorgung der Bevölkerung vor Ort durch die Allgemeinmedizin künftig aussehen. Und so wurde sie auch mit der Unterschrift aller Vertragsparteien vergangene Woche nach 54 Verhandlungsrunden klar definiert.

Für das Paket an Maßnahmen, das nun in Kraft tritt, stellt die Landesregierung jährlich 8,9 Millionen Euro zur Verfügung. Eine eigene Gesetzesmaßnahme, die noch zu erlassen ist, sieht überdies eine gesonderte Förderung für Jungärzte vor.

Laut Vorgabe des Landesgesundheitsplanes 2016–2020 steht den Hausärzten mit dem neuen Versorgungsmodell und der Förderung der Bürger-Arzt-Beziehung eine tragende Rolle zu, die sie mit dem Qualitätspakt nun auch erfüllen werden, erklärte am Montag Sanitätslandesrätin Martha Stocker bei der Vorstellung.

„Im Mittelpunkt stand während der Verhandlungen und auch heute immer nur eines: das Wohl der Patienten und deren möglichst wohnortortnahe Versorgung“, betonte Stocker im Beisein des Leiters der öffentlichen Delegation, Michael Mayr, und der Gewerkschaftsvertreter Domenico Bossio (FIMMG), Nicola Paoli (Intesa Sindacale) und Gianni Pontarelli (SMI).

Die wohnortnahe Versorgung soll in Zukunft vor allem für Menschen mit chronischen Erkrankungen durch Einführung von einheitlichen Betreuungspfaden und gemeinsamen Gesundheitszielen verstärkt werden. Mit dem neuem Qualitätspakt wird auch auf eine vermehrte Zusammenarbeit der Hausärzte untereinander und eine bessere zeitliche Erreichbarkeit durch Einführung einer neuen Form der vernetzten Gruppenmedizin gesetzt, die mit 3,8 Millionen Euro auch den Löwenanteil des Qualitätspaktes ausmacht.

Ausgewogener soll das Verhältnis zwischen Krankenhausbetreuung und wohnortnaher Versorgung werden: Ziel ist es, die Patienten dort angemessen zu versorgen, wo ihr wirklicher Bedarf ist – und somit auch die Notaufnahmen der Krankenhäuser von den nicht dringenden Fällen zu entlasten.

Finanzielle Unterstützung erhalten Ärzte auch für die Miete oder Kauf eines Arztambulatoriums, wie Landesrätin Stocker unterstrich: „Damit garantieren wir nicht nur die Leistungen, sondern auch die Infrastrukturen vor Ort.“

Jungärzte, die bis zu 1.000 Patienten haben und für die somit eine Einstiegshilfe förderlich ist, werden künftig für drei Jahre finanziell unterstützt. Gefördert werden auch Sprechstundenhilfen und Krankenpflegepersonal, die den Hausärzten unterstützend bei der Betreuung der Patienten zur Seite stehen.

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