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    Der UaB-Boom

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    Die Anzahl der Betriebe „Urlaub auf dem Bauernhof“ in Südtirol ist von 2.438 im Jahr 2003 auf 3.125 im Jahr 2015 angestiegen. Die meisten Betriebe befinden sich im Pustertal.

    von Artur Oberhofer

    Der „Urlaub auf dem Bauernhof“ besteht in Südtirol schon seit Jahren und ist im Markt fest verankert. Die Anzahl der Betriebe steigt, abgesehen von leichten Schwankungen, von 2003 bis 2015 konstant an und registriert eine Zunahme von 28,2%.

    Betriebe, welche Beherbergung anbieten, nehmen im selben Zeitraum um 23,2% zu und jene, welche auch über einen Ausschank verfügen, um 38,9%.

    Eine Ausnahme in diesem Trend bilden die Betriebe mit anderen Tätigkeiten. Die Anzahl dieser Betriebe nahm bis zum Jahr 2006 stetig zu, verzeichnete dann jedoch Einbußen bis 2015, (-4,2% im Zeitraum zwischen 2003 und 2015).

    Die Anzahl der Betriebe mit „Urlaub auf dem Bauernhof“ steigt von 2.438 im Jahr 2003 auf 3.125 im Jahr 2015, so das Astat in einer neuen Studie. Betriebe mit Beherbergung, nehmen im selben Zeitraum von 2.198 auf 2.708 zu, jene mit Ausschank von 355 auf 493. Die Anzahl der Betriebe mit anderen Tätigkeiten sinkt hingegen von 1.253 auf 1.201. Bis zum Jahr 2015 waren Betriebe mit Verkostung in Südtirol weitaus unbekannt, nun bestehen 211 solcher Betriebe.

    Auch die Übernachtungen in den Betrieben „Urlaub auf dem Bauernhof“ haben laut „Erhebung der Gäste in den Beherbergungsbetrieben“ zugenommen.

    Im Jahr 2003 wurden 1,3 Millionen Übernachtungen verbucht, diese konnten im Jahr 2015 auf 2,4 Millionen 2015.?zulegen.

    Im Jahr 2015 wurden 97 Ermächtigungen für neue Betriebe ausgestellt (16 weniger im Vergleich zum Vorjahr),117 Betriebe haben ihre Tätigkeit als „Urlaub auf dem Bauernhof“ eingestellt (51 Auflassungen mehr).

    Aus der Analyse auf Landesebene geht hervor, dass sich die meisten Betriebe UaB in der Bezirksgemeinschaft Pustertal (27,6%) befinden; gefolgt vom Burggrafenamt (18,8%), Salten-Schlern (15,6%), Überetsch-Südt. Unterland (13,7%) und Eisacktal (12,8%). In den Bezirksgemeinschaften Vinschgau und Wipptal hingegen gibt es wenige Betriebe (6,8% bzw. 3,7%). Der Anteil an Betrieben UaB in Bozen ist am geringsten und beträgt 0,9%.

    Nur etwa 13,0% der landwirtschaftlichen Betriebe mit Urlaub auf dem Bauernhof werden im Jahr 2015 von Frauen geführt. Das errechnet sich aus dem Anteil von 407 Betrieben mit weiblicher Führung von den 3.125 insgesamt. In der Nachbarprovinz Trient ist der Prozentsatz zwar höher (20,5%), aber die Betriebe sind weniger (87 von insgesamt 425). Auf nationaler Ebene gesehen beträgt der Anteil der Betriebe, welche von Frauen geführt werden, 36,1%.

    Im Jahr 2015 werden 2.708 Betriebe „Urlaub auf dem Bauernhof“ registriert, welche auch Unterkunft bieten: Diese machen 86,7% der gesamten Betriebe Urlaub auf dem Bauernhof aus und verfügen über 23.691 Betten. Somit verfügt ein Betrieb im Durchschnitt über 8,7 Betten. Über die Hälfte dieser Betriebe (1.545) bietet nur Unterkunft an, hingegen 257 (9,5%) haben auch Ausschank. 1.004 Betriebe (37,1%) bereichern den Urlaub auf dem Bauernhof mit weiteren Angeboten (Reiten, Wanderungen, Sport, usw.) und 145 (5,4%) verbinden die Unterkunft mit Verkostung.

    Bei der Unterbringung werden eine oder mehrere Arten angeboten: Übernachtung, Übernachtung mit Frühstück, Halbpension und Vollpension. In Südtirol wird vorwiegend nur Übernachtung angeboten (2.076 Einheiten, das sind 76,7% aller Betriebe „UaB“), 27,1% der Betriebe bietet neben der Übernachtung auch das Frühstück an und nur 0,6% die Halbpension. Vollpension wird nicht angeboten.

    Im Jahr 2015 gab es 493 Betriebe „UaB“ mit Ermächtigung für Ausschank (+2,9% im Vergleich zum Vorjahr), welche über 5.626 Sitzplätze verfügen. Dies entspricht einem Durchschnitt von 11,4 Sitzplätzen pro Betrieb. Der mittlere Wert auf nationaler Ebene beläuft sich auf 38,6 Plätze. 43,4% der Betriebe „UaB“ besitzen ausschließlich die Ermächtigung für Ausschank, 52,1% auch für Unterkunft, 25,2% vervollständigen das Angebot mit anderen Tätigkeiten und 10,5% verbinden den Ausschank mit Verkostung.

    Unter Verkostung versteht man die Verabreichung von Kostproben landwirtschaftlicher Produkte, ohne diese einer richtigen Mahlzeit gleichzustellen. Die Verkostung ist ein weiteres Angebot des Betriebes und wurde in Südtirol 2015 eingeführt. 89,1% der Betriebe „UaB“ mit Verkostung bieten außerdem noch andere Aktivitäten an.

    Die 1.201 Betriebe, welche für andere Tätigkeiten ermächtigt sind, machen 38,4% der Betriebe „UaB“ aus. Der Großteil dieser Betriebe (83,6%) verbindet das Angebot Unterkunft mit anderen Aktivitäten. Dazu zählen Wanderungen (58,9%), Sport (40,5%), Reiten (8,5%) und Verschiedenes (26,7%).

     

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    Kommentare (17)

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    • einereiner

      Das Angebot der UaB-Betriebe ist gut und dem Gast gefällt es!
      Anstelle eines Mega-Hotels, bei dem nur ein Konzern verdient, sind mir 30 Urlaub auf dem Bauernhof-Betriebe lieber. Da verdienen 30 Bäuerinnen ein Zubrot und zahlen sogar mehr Steuern als das Mega-Hotel.
      Bravo den Machern von Uab!

    • andreas

      @einereiner
      Erzählungen doch keinen Blödsinn, Hotels erwirtschaften schon deshalb mehr Steuern, weil sie Angestellte haben und welche Hotels werden in Südtirol von Konzernen geführt? Außer Falkensteiner sind eigentlich alle von den Inhabern geführt, außer ein paar, welche Geschäftsführer haben, der Inhaber aber präsent ist.
      Die Hotels kaufen bei der lokalen Wirtschaft und stärken damit Bäcker, Metzger, Gärtner, Tischler, usw.
      Anscheinend hast du wenig Ahnung von den wirtschaftlich Zusammenhängen, anders kann ich mir deine andauernde Kritik an den Hotels nicht erklären. Schon durch die Anzahl der Gäste, welche im Dorf ihr Geld ausgeben, sind die Hotels ein Segen für Südtirol.
      Und dass Hotels lieber zubauen, als Steuern zu zahlen, ist auch eine vernünftige Einstellung und hilfreich für Südtirol, auch wenn du es nicht kapierst…..

    • andreasdergscheidere

      Wie sieht es da mit Steuern aus?
      Wieviel % zahlt der Bauer.Wieviel das Hotel?
      Kann man das vereinfacht mitteilen?

    • besserwisser

      Keine gebaudesteurn keine erschliessungsgebuehren keine einkommenssteuern wen wunderts dass die bauern die landwirtscaft nue mehr als freizeitbeschaeftigung sehen
      Locker 15mille pro wohnung x 4 wer will sich da noch im stall rumplagen …

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