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„Populist der Extraklasse“

Der österreichische Bundesminister für Europa, Intergration und Äußeres Sebastian Kurz am 23. November in Klagenfurt

Ist Sebastian Kurz der Macron der Alpenrepublik? Warum die Freiheitliche Ulli Mair partout nicht auf den Hype um den neuen ÖVP-Chef aufspringen will.

von Matthias Kofler

Sebastian Kurz ist auf der Überholspur: Seit der Außenminister in der vergangenen Woche den ÖVP-Vorsitz übernommen hat, schnellen die Umfragewerte seiner Partei in die Höhe. Die Volkspartei liegt mittlerweile schon gleichauf mit der Kanzlerpartei SPÖ und der oppositionellen FPÖ.

Damit nicht genug hat Kurz nun auch die Führung im inoffiziellen Wettbewerb um die Facebook-Vorherrschaft übernommen. Mit 94.035 Interaktionen und einem Plus von 140 Prozent im Vergleich zur Vorwoche landete Kurz klar vor FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, der es auf knapp 88.000 Interaktionen schaffte. Weit abgeschlagen folgt auf Platz 3 Christian Kern mit knapp 28.000 Interaktionen.

Sebastian Kurz werden gute Chancen eingeräumt, mit seiner neuen „Liste Kurz“ bei den Nationalratswahlen im Herbst die Nase vorn zu haben – und Chef einer Koalition aus ÖVP und FPÖ zu werden. Der amtierende SPÖ-Bundeskanzler Christian Kern hätte in diesem Fall das Nachsehen.

Die Freiheitliche Ulli Mair lässt der Hype um den österreichischen Polit-Shootingstar völlig kalt: „Kurz ist schon jetzt Ankündigungskanzler und Populist der Extraklasse“, giftet die Landtagsabgeordnete.

Die politischen Leistungen des Außenministers? Er kopiere FPÖ-Inhalte, plappere diese nach – „was“, meint Ulli Mair „an und für sich und im Vergleich zur ,political correctness’ eines Achammer gut wäre“ – und stimme dann dagegen, was „Wählerbetrug“ sei und „schon jetzt ein Gipfel der politischen Lüge“. „Anstatt die Dinge umzusetzen, die er zum Besten gibt, macht er gar nichts“, so die Fraktionschefin der Freiheitlichen.

Was Bundeskanzler Kern betrifft, zieht Ulli Mair die eine oder andere Parallele zu Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher: Auch Kern sei als Erneuerer gestartet. Doch durch seinen Widerwillen, Neuwahlen einzuleiten und sich erstmals Wahlen zu stellen, habe er „sein wahres Gesicht gezeigt“, so die Freiheitliche. Darüber hinaus verspreche seine Politik keine Erneuerung, sondern sei „der übliche linke Schmarrn“.

„Eine politische Erneuerung gibt es dann, wenn Schwarz-Rot gesprengt wird, die FPÖ zumindest zweitstärkste Kraft wird und sich neue Konstellationen eröffnen sowie neue Koalitionen“, hofft Ulli Mair. Der Populismus eines Strache sei im Gegensatz zum Populismus von Kern und Kurz kaum der Rede wert. Hinzu komme der Umstand, dass das „nicht Wahlkampfpopulismus“ sei, sondern „die FPÖ-Linie seit Jahrzehnten“. In der FPÖ finde man keine Populisten, die opportunistisch Meinungen aufgreifen wie es Kurz mache.

„In meinen Augen tun sich auch die Linken längst keinen Gefallen mehr mit all dem, weil man sie jederzeit wunderbar vorführen und ihnen immer wieder den Spiegel vorhalten kann“, zeigt Ulli Mair durchaus etwas Mitgefühl mit der SPÖ. Doch die Freiheitliche ist überzeugt: „Die Menschen durchschauen das. Strache ist sowohl was Ankündigungen betrifft, als auch Glaubwürdigkeit und Geradlinigkeit der Stabilitätsfaktor schlechthin in diesem Dreikampf.“

LESEN SIE IN DER PRINT-AUSGABE:

  • Was Brigitte Foppa zum Dreikampf Kern-Kurz-Strache sagt.
  • Und was die neue Chefin der österreichischen Grünen mit Südtirol zu tun hat.
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