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    Kampf um jede Stimme

    Im Vorfeld der Obmann-Wahl gibt es bei den Freiheitlichen massive Grabenkämpfe. Warum Andreas Leiter Reber das Rennen knapp gewinnen dürfte.

    von Artur Oberhofer

    Die beiden Kandidaten bemühen sich seit Wochen, nach außen hin keine Kampfesstimmung aufkommen zu lassen. Sowohl Arno Mall als auch Andreas Leiter Reber halten sich den Medien gegenüber zurück.

    Doch hinter den Kulissen geht es rund. Die beiden Lager liefern sich einen erbitterten Kampf um jede Stimme, berichtet ein Insider. Es geht bei den Freiheitlichen um viel mehr als nur um den neuen Obmann. Am Samstag, auf der Landesversammlung im Stadttheater in Sterzing, fällt nicht nur eine Richtungsentscheidung. Es geht darum, welches der beiden Lager die Macht bei den Blauen übernimmt.

    Eine Machtprobe im wahrsten Sinn des Wortes!

    Siegt der ehemalige Meraner Bezirksmajor der Schützen, Andreas Leiter Reber, hat bei den Freiheitlichen wieder die „alte“ Garde um Ulli Mair, Ehrenobmann Pius Leitner und Sigmar Stocker das Sagen.

    Gewinnt Arno Mall, sind Walter Blaas und Roland Tinkhauser die starken Männer.

    Die beiden Obmann-Kandidaten halten sich in ihren öffentlichen Stellungnahmen zurück, weil sie wissen, dass das Rennen nicht über die Medien, sondern auf dem Parteitag in Sterzing entschieden wird.

    Wer Parteiobmann wird, das bestimmen die Mitglieder (und nicht die Delegierten wie bei der SVP).

    Alles hängt also davon ab, wer wie viele Mitglieder mobilisieren kann.

    In den vergangenen Wochen haben sich – nach Informationen der TAGESZEITUNG – 80 neue Mitglieder bei den Blauen eingeschrieben. „Die Leiter Reber- und die Mall-Anhänger halten sich in etwa die Waage“, heißt es aus dem Umfeld von Noch-Obmann Walter Blaas.

    Dazu kommen noch rund 60 Mitglieder, die ihre (nach dem Politikerrenten- und Penisringskandal) niedergelegten Mitgliedschaften wieder erneuert haben. Bislang sind zu den Parteitagen der Blauen bis zu 150 Mitglieder erschienen.

    In Sterzing werden bis zu 250 Mitglieder erwartet.

    Allenthalben wird mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem Salurner Lehrer Arno Mall und dem Meraner Obstbauern Andreas Leiter Reber gerechnet. Obmann Walter Blaas, der Arno Mall wählen wird, prophezeit eine „knappe Geschichte“. Es komme darauf an, wer die Leute besser motivieren könne. „Oft ist es so, dass die Leute zunächst sagen, dass sie kommen, dann haben sie plötzlich Firmung und sind verkühlt“, weiß Blaas.

    Pius Leitner geht ebenfalls von einem knappen Rennen aus. „Ein guter Teil der Mitglieder weiß, was wählen, entscheidend werden die Stimmen der noch Unentschlossenen sein“, glaubt der Ehrenobmann, der den Kandidaten Andreas Leiter Reber aus dem Hut gezaubert hat.

    Parteiintern wurde in den vergangenen Tagen in beiden Lagern eifrig gerechnet, indem die Obmann-Wahl anhand der Mitgliederlisten simuliert wurde.

    Laut den letzten Berechnungen aus seinem Lager kann Andreas Leiter Reber mit einer Mehrheit von 53 bis 57 der Stimmen rechnen. Im Mall-Lager geht man derzeit von einem Gleichstand aus. Das heißt, es wird im Mall-Lager mit einer Fotofinish-Entscheidung gerechnet.

    Zwar heißt es auf beiden Seiten, das Risiko einer Spaltung der Partei bestehe nicht. Doch es ist klar: Sollte Andreas Leiter Reber gewinnen, kommt es zu einer Umkehrung der Machtverhältnisse. Walter Blaas, Roland Tinkhauser und Tamara Oberhofer wären als Landtagskandidaten 2018 nicht mehr gesetzt. Der von Walter Blaas eingesetzte Generalsekretär Simon Auer wäre seinen Job ebenfalls los, weil Andreas Leiter Reber den Bundesgeschäftsführer des Schützenbundes, Florian von Ach, mit ins blaue Boot holt. Allerdings könnte Auer als „parlamentarischer“ Mitarbeiter bleiben, weil er als sehr fleißig und korrekt beschrieben wird.

    Die neue alte starke Frau wäre im Fall eines Sieges von Andreas Leiter Reber sicher Ulli Mair, die Fraktionschefin bleiben würde und sicherlich einen Top-Platz auf der Kandidatenliste für die Wahlen 2018 bekäme.

    Vom Neo-Abgeordneten Hannes Zingerle, der sich bislang noch bedeckt hält, wird erwartet, dass er sich auf die Seite des Siegers schlagen wird. „Der schwanzelt noch hin und her“, heißt es in der Partei hinter vorgehaltener Hand.

    Sollte Arno Mall gewinnen, hätten Walter Blaas, Roland Tinkhauser und Tamara Oberhofer gute Listenplätze für 2018 sicher.

    Interessant ist, dass das Leiter Reber-Lager bislang noch keinen eigenen Kandidaten für das Obmannstellvertreter-Amt nominiert hat.

    Für die zwei Stellvertreter-Posten kandidieren mit Walter Frick, Tamara Oberhofer und Lois Taibon drei Blaue aus dem Blaas-Mall-Lager.

    Insgeheim wird ein Überraschungscoup nicht ausgeschlossen: Dass nämlich Andreas Leiter Reber im Fall seiner Wahl zum Obmann den unterlegenen Kandidaten Arno Mall für das Stellvertreter-Amt vorschlagen könnte.

     

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    Kommentare (4)

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    • ambedue

      die wichtigschte Voraussetzung isch schun mol gegeben: mon hot a Wohl. Ober zwoa Kandidaten isch oaner zu weanig. Der oder der, wo bleibt die Alternative? Es werd mit die Freiheitlichen in Zukunft net richtig hinhauen.

    • andreas

      Ich würde mal 50 Euro auf Mall wetten. denn so langsam sollten sich die Freiheitlichen emanzipieren und die Altlasten hinter sich lassen.
      Andersrum wäre es nur die selbe Leier wie die letzten Jahre.

    • politikverdrossener

      Die Parteien(Schmarotzer oder Parasiten) gehören Alle abgeschafft.Denkt mal darüber nach was die uns bringen.

    • wollpertinger

      Laut ihrem Statut streben die Schützen die Tiroler Landeseinheit an. Es wundert mich daher, dass zwei Schützenoffiziere sich um die Obmannschaft einer Partei bewerben, die von einem „Freistaat“ träumt. Oder wollen sie etwa auch die Ziele der Partei neu formulieren? Übrigens: Freistaat ist das deutsche Wort für Republik im Gegensatz zu Monarchie. Bayern und Sachsen nannten sich Freistaat, nachdem sie ihre Könige losgeworden waren.

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