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    Grüner Wechsel

    Die Tiroler LH-Stellvertreterin und Freundin der Landtagsabgeordneten Brigitte Foppa, Ingrid Felipe, ist neue Chefin der österreichischen Grünen.  

    Die 38-jährige Tiroler Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe wurde am Freitag zur neuen Bundessprecherin gewählt. Sie tritt somit die Nachfolge von Eva Glawischnig an, die am Donnerstag unter Tränen ihren Abschied bekannt gab.

    EU-Mandatarin Ulrike Lunacek führt die Grünen hingegen als Spitzenkandidatin in die Nationalratswahl.

    LH Günther Platter respektiert die Entscheidung von Felipe: „Wichtig ist für mich, dass die engagierte Arbeit für Tirol und seine Menschen konsequent fortgesetzt werden kann. Kontinuität, Verlässlichkeit und Stabilität sind die Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Politik im Sinne unseres Landes und seiner Menschen. Dieser Weg wird fortgesetzt.“

    Ingrid Felipe ist mit der Grünen Landtagsabgeordneten und Parteichefin Brigitte Foppa befreundet.

    Tageszeitung: Frau Foppa, nach Alexander Van der Bellen wird nun also ein zweites Spitzenamt von einer Grünen Tirolerin besetzt …

    Brigitte Foppa: Das stimmt. Ingrid Felipe ist eine sehr, sehr fähige Frau. Sie hat in der Tiroler Landesregierung bewiesen, zu welchen Leistungen sie imstande ist. Sie ist eine unheimlich kompetente Person. Wir werden sie natürlich tatkräftig unterstützen. Auch wenn es für Felipe nicht einfach sein wird, die Partei so weit weg von Wien aus zu führen.

     

    Wie gut sind Ihre Verbindungen zu den Tiroler Grünen?

    Sehr gut! Als Grüne Frauen sind wir sehr eng verbunden, wir halten regelmäßig Klausuren ab. In der kommenden Woche treffen wir uns in Sterzing, um an einer gemeinsamen Strategieplanung zu arbeiten. Auch zum Nationalrat Georg Willi pflegen wir gute Kontakte. Nur den neuen Landessprecher kennen wir noch nicht so gut. Die Tiroler sind in gewisser Hinsicht unsere Vorbilder.

    Die Grünen sind an sechs Landesregierungen in Österreich beteiligt. Schauen Sie mit Neid auf Ihre Freundinnen und Freunde aus dem Vaterland?

    Das ist in Wirklichkeit eine mathematische Frage. Wenn eine Partei einen Koalitionspartner braucht, dann sucht sie sich diesen Partner auch – sonst nicht. Sollte es uns bei den nächsten Landtagswahlen gelingen, die absolute Mehrheit der SVP zu brechen, wird auch sie sich nach einem Partner umschauen. Wir hoffen, dass Südtirol dann endlich eine inhaltliche Koalition bekommt, und nicht nur eine Zwangskoalition, wie es jetzt mit dem PD der Fall ist. Das ist alles eine Frage der Zeit. Was die Inhalte und die Art zum Arbeiten anbelangt, gibt es zwischen uns und den österreichischen Grünen keine Unterschiede. Bei den Themen Migration und Umwelt vertreten wir komplett die gleichen Meinungen. Allerdings sind die österreichischen Grünen als Partei viel stärker aufgestellt als wir. Wir verfügen über deutlich weniger Personal.

    Der österreichische Bundeswahlkampf spitzt sich zu einem Dreikampf Kern-Kurz-Strache zu. Wer hat am Ende die Nase vorn?

    Ich finde das so ein Ego-Match. Ich hoffe, dass die Parteien endlich wieder die Themen in den Vordergrund stellen. Im Moment schauen die drei Herrn nur auf sich selbst und versuchen, einen Hofstaat um sich herum aufzubauen. Von den Themen her ist uns sicher Kern am nächsten. Dafür ist aber auch ein starkes grünes Element wichtig. Deshalb hoffen wir, dass sich die Partei gut aufstellt, damit diese eitlen Verhältnisse ein Ende haben.

    Interview: Matthias Kofler 

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