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    „Abstieg tut weh“

    Foto: Semino

    Trotz des Abstiegs der Azzurri aus dem A-Pool gewinnt HC Pustertal-Stürmer Raphael Andergassen dem Turnier auch viel Positives ab.

    Italien hat bei dieser Weltmeisterschaft gute Leistungen gezeigt und hatte den Klassenerhalt bis kurz vor dem Ende des letzten Spiels noch vor Augen. Wurde der Verbleib im A-Pool aber schon früher verspielt?

    Raphael Andergassen: Wir haben die Partien gegen die Slowakei und Lettland in den letzten Minuten hergegeben. Das waren eindeutig die ausschlaggebenden Gründe für den Abstieg. Wir haben auch gegen Dänemark eine gute Leistung gezeigt und mussten uns wieder spät geschlagen geben. Natürlich ist der Abstieg sehr schade, aber wir können über weite Strecken auch zufrieden sein. Insgesamt haben wir aber ein gutes Turnier gespielt.

    Mit nur sechs Toren habt ihr die wenigsten Treffer aller Teams erzielt. Kann man hier den Hauptgrund für den Abstieg suchen?

    Natürlich haben wir zu wenige Tore geschossen. Wir haben gegen Top-Mannschaften gespielt, die alle über eine sehr starke Verteidigung verfügen und da haben wir nicht viele Mittel gefunden. Wahrscheinlich hat uns in den entscheidenden Momenten auch die nötige Erfahrung gefehlt.

    Für dich war es die erste A-Weltmeisterschaft. Welche Eindrücke und Erkenntnisse nimmst du von diesem Turnier mit?

    Die Schnelligkeit des Spiels hat mich beeindruckt. Wenn man gegen die Top-Nationen spielt, ist es auch durchaus positiv zu sehen, was einem selbst noch fehlt.

    Es ist nun dein drittes Jahr mit der Nationalmannschaft, wie siehst du die Entwicklung und den eingeschlagenen Weg?

    Die Mannschaft hat die letzten zwei, drei Jahre unter Stefan Mair gute Arbeit geleistet. Wir sind nach zwei B-Weltmeisterschaften mit einer jungen Truppe aufgestiegen. Auch wenn der Abstieg sehr weh tut, wir müssen so weitermachen, dann schaffen wir nächstes Jahr den Wiederaufstieg.

    Kommen wir zu deiner sportlichen Zukunft. Du hast beim HC Pustertal noch ein Jahr Vertrag und gehst somit in deine zweite Saison in der Sky Alps Hockey League. Welchen Eindruck hast du in der ersten Saison von der Liga bekommen?

    Einen sehr positiven, es hat mir gut gefallen. Das Niveau war stark, einige ausländische Mannschaften habe ich noch aus der INL-Zeit gekannt. Es ist gut, dass diese Liga gegründet worden ist. Sie ist sicher das Einzige, das Zukunft hat.

    Nach einer starken regulären Saison seid ihr im Viertelfinale gegen Cortina doch sehr überraschend ausgeschieden. Wie tief ist dieser Stachel gesessen?

    Nach einer bis dahin starken Saison auf diese Weise auszuscheiden, hat richtig wehgetan. Dazu kommt, dass wir uns den Gegner selbst ausgesucht haben. Ich hätte gerne darauf verzichten können, es war aber sicher eine Erfahrung, bei der man als Spieler wieder wächst.

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    Kommentare (3)

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    • drago

      In den siebziger Jahren haben wir zuletzt mit 2 Oriundi gespielt. Damals hatten die verschiedenen Gruppen A, B und C noch je 8 Mannschaften und die UdSSR, Tschechoslowakei und Jugoslawien traten noch als einzelne Mannschaften auf. Italien war auch damals eine Aufzugsmannschaft, will heißen stieg in einem Jahr von der Gruppa C in die Gruppe B auf (meist als 2. hinter Jugoslawien) und im nächsten Jahr wieder ab. Wobei der Auf- und Abstieg auch ein bißchen davon diktiert war, wo das Jahr darauf die WM gespielt wurde. Dann kam die Zeit der Oriundi und Italien schaffte es sogar bis in die Gruppe A und konnte sich dort sogar als 7. (nach einem Sieg über die USA) halten. Als später der Ostblock zerfiel und die Gruppen aufgestockt wurden, spielte Italien längere Zeit in der Gruppe A. Jetzt ist man wieder zu den 2 Oriundi zurückgekehrt und die Zeit des Aufzugs ist wieder da. Einmal Aufstieg, dann wieder Abstieg. Sic transit gloria mundi. 🙂

    • besserwisser

      das sogenannte italienische Eishockey ist halt mal bestenfalls zweitklassig. die Jugendarbeit gibt es de facto nur in Südtirol, und sonst tut sich gar nix …

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