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    Bauern ohne Kuh

    Foto: 123RF

    Bauernhöfe ohne Stadel und Milchkühe: Sie arbeiten mit Ferienwohnungen, Shops und selbstgemachter Marmelade. Das ärgert nicht nur den Bauernbund, sondern auch Gastwirte und Kaufleute.

    von Silke Hinterwaldner

    Ein Mal pro Woche Grillabend, am Sonntag Brunch, nach Feierabend Aperitif, ein Glas selbstgemachte Marmelade als Gastgeschenk, moderne Ferienwohnungen, ein kleiner Streichelzoo, Spielplatz, Schwimmbad, Dutzende Produkte aus dem hofeigenen Shop: Ein Landwirtschaftsbetrieb muss heute nicht zwangsläufig ein einfacher Bauernhof mit Stadel und Viehstall sein. Wer eine gute Geschäftsidee umsetzen kann, macht aus einem Höfl mit leichter Hand ein florierendes Unternehmen.

    Das etwa ist Lerchnhof in Olang gelungen. „Wir sind kein klassischer Bauernhof aus dem Pustertal“, sagt Besitzer Daniel Oberparleiter, „das heißt aber noch lange nicht, dass wir kein Bauernhof sind.“ Immer wieder muss er sich gegen Angriffe von außen wehren, muss sich dafür rechtfertigen, dass er nicht nur Milchkühe und Erdäpfel hat. „Trotzdem“, sagt er, „haben wir mehr mit Landwirtschaft zu tun als manch einer, der zwei, drei Stück Vieh im Stall stehen hat.“ Er erntet im Jahr rund 28 Tonnen Beeren und Früchte, wenn ihm nicht der Frost einen Strich durch die Rechnung macht, er baut auf 1,5 Hektar Land Gemüse an, betreibt eine Pilzzucht und pflanzt Wildkräuter an. Seine außergewöhnlichste „Erfindung“ ist aber wohl der Birkenzucker.

    Alles schön und gut, aber was macht einen richtigen Bauer überhaupt aus? Oder besser gefragt: Was unterscheidet einen Gastwirt oder einen Kaufmann noch von einem Landwirt? Die Grenzen zerfließen zusehends. Das weiß Viktor Peintner freilich. Er ist selbst Bauer in Taisten und zugleich Vizeobmann des Bauernbundes. Als solcher beschäftigt ihn das Thema schon lange. „Wir sind mit der Entwicklung nicht zufrieden“, sagt er, „Urlaub auf dem Bauernhof soll ein Zuerwerb bleiben, die Hauptarbeit muss die Landwirtschaft sein.“ Das Problem, das er immer wieder in einigen Betrieben feststellt: Der Bauernbund hat das Modell „Urlaub auf dem Bauernhof“ erfunden, damit sich kleinere Betriebe ein Zubrot verdienen können.

    „Aber wenn dieses Modell ausgenutzt wird, dann ist das einfach falsch“, sagt Peintner, „wir haben Land und Gemeinden bereits des Öfteren aufgefordert, die Kontrollen zu verstärken. Aber es passiert nichts.“

    Landwirt zu werden ist denn auch nicht besonders schwer. Wer eine „Zimmervermietung“ mit den steuerlichen Vorteilen einer Landwirtschaft eröffnen will, muss lediglich genügend Ländereien kaufen, eine Fortbildung absolvieren und dann pro forma – wie es manchmal passiert – ein paar Tiere halten oder Gemüse anbauen. Das ärgert die Konkurrenz.

    Ganz besonders leiden die Zimmervermieter unter dem Trend „Urlaub am Bauernhof“, sie können kaum mit Angebot und Preisen mithalten. Wohl auch deshalb sind die einfachen Unterkünfte wie Pensionen immer stärker vom Aussterben bedroht. Je luxuriöser die Ferienwohnungen für Urlaub auf dem Bauernhof ausgestattet sind, desto mehr bedrohen sie auch die Existenz kleinerer Hotelbetriebe.

    „Das ist unfair“, ärgert sich einer von ihnen, „wenn schon, dann sollen diese Betriebe genauso Steuern bezahlen wie wir auch.“ Er befürchtet auch, dass jetzt immer mehr Betriebe entstehen werden, die in einem Shop ihre Produkte anbieten und so den Kaufleuten Konkurrenz machen, oder die neben den Ferienwohnungen eine Bar oder ein Restaurant am Bauernhof führen und damit die Gastwirte unter Zugzwang setzen.

    Daniel Oberparleiter ist diese Diskussion langsam leid. Nachdem er einige Jahre im Ausland als Koch gearbeitet hatte, startete er das Projekt Lerchnhof in Olang. Die Idee eines solchen Bauernhofes sei anderswo durchaus nicht ungewöhnlich, sagt er, „aber in Südtirol wird jemand grundsätzlich bekämpft, wenn er etwas Neues macht“. Und zum Thema „Konkurrenz“ hat er auch etwas zu sagen: „Wir holen neue Gästeschichten nach Olang. Darüber sollten sich eigentlich alle freuen.“

     

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    Kommentare (36)

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    • einereiner

      Woh, Südtirol meint mal wieder der Nabel der Welt zu sein und definieren zu müssen, was ein Bauer ist.
      Bauer sein, heißt Land zu bewirtschaften. Kuhhaltung ist nur eine Form davon, Weltweit gibt es mehr Bauern ohne Kühe als mit.
      Und dann betreiben wir wieder mal etwas Bauernbashing, Frau Hinterwaldner. Sie haben doch sicher gut recherchiert und wissen wieviel Privatzimmervermieter und Hotelliere Steuern zahlen? Oder? Dann schreiben Sie es doch bitte mal hier ins Forum. Unten angehängt ein Beispiel, wieviel ein Urlaub auf dem Bauernhof-Betrieb Steuern zahlt. Ihm werden einfach mal 25% Gewinn (vom Umsatz) unterstellt, und darauf zahlt er Steuern. Kennen Sie auch nur einen einzigen Hotellier, der 25% Gewinn ausweist? Nur einen einzigen? Die weise eher 10 oder nur 5% aus und zahlen dementsprechend wenig Steuern.

      Steuern
      Alle im Gemeindeverzeichnis eingetragenen Betriebe, welche eine Tätigkeit im Rahmen von Urlaub auf dem Bauernhof ausüben, befinden sich per Gesetz in einem Pauschalsystem.
      Für die Einkommenssteuer gilt ein pauschaler Ansatz von 25% von den getätigten Umsätzen und für die Mehrwertsteuer ein Ansatz von 50%.
      Hypothetisches Beispiel: Ein Hof hat Ferienwohnungen oder Zimmer und erreicht mit diesen einen Umsatz von 40.000 €. Dabei entsteht folgende Steuerschuld:
      1) IVA: Es werden 50% der eingenommenen MwSt. geschuldet
      40.000 € (angenommener Umsatz) x 10% (MwSt Satz bei Vermietung) = 4.000 €
      Es müssen 50%, also 2.000 € eingezahlt werden.
      2)IRPEF (Einkommenssteuer): ¼ des Umsatzes bildet die Steuergrundlage, darauf ist dann der jeweilige Steuersatz laut Gesamteinkommen zu verwenden
      40.000 € x ¼ = 10.000 € (Steuergrundlage) x 23% (Beispiel) = 2.300 € Bruttosteuer
      3) IRAP (Nettowertschöpfungssteuer): Für die IRAP
      werden derzeit 2,98% auf der Differenz von Einnahmen und Spesen geschuldet:
      40.000 –8.000 (angenommene Spesen) = 32.000 €
      32.000 € x 2,98% = 953,6€ geschuldete Steuer
      – Gesamte Steuerlast (Brutto): IVA cx2.000,0
      – Einkommenssteuer 2.300,0
      – IRAP 953,6
      -Gesamt 5.253,6

      Liebe Frau Hinterwalder, ich freue mich schon auf ein Beispiel, bei dem ein Hotellier auf 40000 Euro Umsatz über 5000 Euro Steuern zahlt.

      • sogeatsschungornet

        Ein weiterer Rechnungsansatz:
        8000 angenommene Spesen auf 40000 Umsatz ergibt also 32000 Gewinn
        Jedenfalls wird in meinem Steuersystem so gerechnet!

        Also 80% und nicht 50% oder 25%

        Die Summe lasse ich dich ausrechnen…

        • einereiner

          @sogeatsschungornet
          du verstehst auch wenig von Wirtschaft!
          Die 8000 Euro sind offensichtlich die variablen Spesen (Strom, Wasser usw.). Nun frag dich mal, wer die Wohnungen gebaut und eingerichtet hat und wieviel das wahrscheinlich gekostet hat. Diese dann umgelegt auf 20 Nutzungsjahre ergibt sicher 20000 Euro Fixkosten. Dann kommt noch die GIS usw.
          Gewinn? Sicher unter 10000.
          Auf 40000 Euro Umsatz einen echten Gewinn von 32000 zu machen ist wahrscheinlich nur im Drogen- und Waffengeschäft möglich.

          • sogeatsschungornet

            Wer sie gebaut hat, weiß ich nicht, aber wer die Steuern für die Beiträge dafür bezahlt weiß ich sehr genau!
            Denkst du ich arbeite unter der Brücke?
            Wer hat mein Büro bezahlt?
            Wieviel Beitrag habe ich dafür bekommen?

            • einereiner

              @sogeatsschungornet
              ich weiß nicht ob du unter der Brücke arbeitest, du hast deinen Beruf nicht genannt und es könnte ja Flussaufpasser mit Spezialeinsatzort „unter der Brücke“ sein. Du kriegst für deine Wohnung auch Beiträge, der Handwerker für seine Werkstatt, der Transportunternehmer für seine LKWs. Bist du Landesangestellter oder Lehrer? Dann haben wir dir ja sogar das komplette Büro bezahlt! Und die Fähigkeit zu erkennen, wer die Steuern für was bezahlt hat, spreche ich dir nach deinen bisherigen Aussagen ab!

      • besserwisser

        i tat Wirtschaftsberater wechseln statt Referate halten. rechnet sich sicher 🙂

    • rambo

      einereiner
      Bauern und Steuern das ist eine andere Geschichte genauso wie Hotelies, beide zahlen zu wenig, sind nur (arme) Schlucker mit Anführungszeichen.

    • cicero

      Das Pauschalsystem ist definitiv ungerecht. ALLE die dieselbe Tätigkeit ausüben, in diesem Fall Zimmervermietung sollten demselben Steuersystem unterliegen.Dafür sollten sich die Bauern einsetzen. Warum tun sie es nicht?
      Sprechen wir aber einmal von den Subventionen an die Bauern. Was sagst du dazu?

      • einereiner

        @cicero
        Paschalsystem heißt nicht, dass man keine Steuern zahlt, sondern dass man sie anders zahlt. Jede neue Kleinfirma in Italien kann auch im Pauschalsystem arbeiten. Vorteil: keine Bilanzerstellung, Nachteil: man zahlt sogar mehr Steuern als im Normalsystem.
        Warum dürfen Urlaub auf dem Bauernhof-Betriebe im Pauschalsystem sein? Weil sie nur 5 Ferienwohnungen haben dürfen und somit alle MINI-Betriebe sind.
        Alle Urlaub auf dem Bauernhof- Betriebe der Gemeinde Bruneck zusammengenommen (32) ergeben grad mal ein großes Hotel.
        Es macht doch keinen Sinn, bei einem Mini-Betrieb mit 40000 Euro Umsatz eine Bilanz und Gewinn/Verlustrechnung zu erstellen. Sowas kostet 4000 Euro. Da sagt sich der Staat natürlich, lieber zwacke ich denen noch 2000 Euro zusätzlich ab und dafür müssen sie weniger Bürokratie machen.
        Bildung hilft gegen Neid.

        • sogeatsschungornet

          Sind die Mwst.Sätze bei Urlaub auf dem Bauernhof die gleichen wie bei den Privatzimmervermietern?

        • cliktrip

          Dai dai…laut roterhahn.it sind es 1.600 Betriebe südtirolweit… das mal im Schnitt 4 Fewo`s a 4 Personen macht 25.600 Betten.

          Gleiche Besteuerung bei gleicher Tätigkeit, das ist ein universelles Prinzip.

          Eigentlich sollte man dagegen klagen.

          Und überhaupt, wie kann es sein, dass ein Bauer 50% der MwSt behalten darf?

          Ich finds eine Riesenschweinerei!

          • einereiner

            @electrip
            4 Wohnungen ist nicht der Durchschnitt, höchstens 3. Die Aufstockung auf 5 erfolgte erst vor 2 Jahren.
            Gleiche Besteuerung bei gleicher Tätigkeit ist kein universelles Prinzip, wichtiger ist nämlich die Höhe der Einnahmen. Ein Hotel mit Millionenumsatz sollte doch bittesehr anders besteuert werden wie ein Kleinstbetrieb mit 40000 Euro Umsatz. Bist du damit bitteschön einverstanden?????
            Zur MwSt.: normale Betriebe interessiert die MwSt. nicht, da sie verrechnet wird. Am Ende wird vom Betrieb keine gezahlt und auch keine „kassiert“.
            Der Bauer darf 50% behalten, zahlt aber auch 100%! Wenn man also 400000 Euro Ausgaben für die Wohnungen hat, so zahlt man die VOLLE MwSt. Dafür darf man bei der Vermietung die Hälfte behalten. Du siehst, lieber cliktrip, es ist kein gutes Geschäft für die Bauern!
            Bildung hilft gegen Neid!

            • cliktrip

              Ein echtes Scheißgeschäft, deshalb machts ja auch jeder….

              Es zahlt theoretisch jeder gleich, schon mal was von Progression gehört?

              Und noch was, speziell im Gadertal gibts es mittlerweile UadB Betriebe die höhere Umsätze als 3 Sterne Hotels generieren.

              Und mach dir mal keine Sorgen um meine Bildung, da gehe ich mit dir jede Wette ein, dass ich dich überflügle.

              Es geht in diesem Fall nicht um eine Neiddebatte, sondern nur um die Steuergerechtigkeit (ein Eckpfeiler des Steuerrechts), und die ist in diesem Fall aufs Gröbste verletzt.

              Es wird der Tag kommen, wenn diese Sonderbehandlung abgeschafft wird.

            • einereiner

              @cliktrip
              Gibt es im Gadertal soooo kleine Hotels?
              Nochmals zur Erinnerung: Urlaub auf dem Bauernhof ist auf 5 Ferienwohnungen beschränkt. Alles darüber sind Gasthöfe, Garnis oder Hotels.
              Und nochmal langsam zum Mitschreiben: durch das Pauschalsystem ist die Steuergerechtigkeit nicht verletzt, im Gegenteil, die pauschalierten bezahlen sogar mehr. Der Staat Italien justiert eh jedes Jahr die Parameter nach…also mach dir keine Sorgen. Die Wette mit der Bildung gehe ich ein!

    • werner

      Es ist jederzeit möglich ein separates Unternemen zu schaffen und die Gäste als Kleinhotelier zu bewirten.
      Das macht niemand, weil eben als Bauer mit Nebenerwerb alles leichter und billiger geht.

    • guyfawkes

      Einfach nur unterste Schublade was der Bauernbund bzw in seinem Namen Herr Peintner mit dieser ziemlich fiesen Aktion abzieht. Einige Anmerkungen dazu:
      – Für den Privatzimmervermieter oder die Frühstückspension ist es unerheblich ob die unlautere Konkurrenz von einem dem Bauernbund genehmen „Urlaub auf dem Bauernhof“ Betrieb kommt oder von einem der dem Bauernbund nicht genehm ist. Übrigens bieten nicht wenige der dem Bauernbund genehmen Betriebe (also jene bei denen diese Tätigkeit noch ein Zuerwerb ist) ebenfalls sämtliche genannten Annehmlichkeiten an. Beworben werden diese sowieso wie ein Drei-Sterne-Hotel.
      – Da der Bauernbund offensichtlich bemerkt hat, dass die Akzeptanz der Steuer- und Auflagen-Geschenke (Stichwort Kubatur/Zweckentfremdung landwirtschaftliche Gebäude) an die „Urlaub auf dem Bauernhof“ Betriebe in der Bevölkerung abnimmt, teilt man die Betriebe nun frei nach dem bewährten Prinzip „Teile und Herrsche“ nach „guten“ und „bösen“ Betrieben ein. Ich erlaube mir mal zu unterstellen, dass ein beträchtlicher Teil der „bösen“ Betriebe nicht Mitglied im Bauernbund sind.
      – Wenn es der Bauernbund schaffen würde irgendwelche Kriterien für die Unterscheidung zwischen „guten“ und „bösen“ Betrieben durchzusetzen (Frau Kuenzer übernimmt dies sicher gerne) – mit entsprechenden Konsequenzen für die „bösen“, dann ist anzunehmen dass diese Mittel und Wege finden würden dies zum umgehen (zB durch Pachtverträge).
      – Gerecht wäre nur die Steuer- und Auflagen-Geschenke – logisch beschränkt auf die Tourismus- und Handelstätigkeit – für ALLE Urlaub auf dem Bauernhof Betriebe zu streichen. Dass für die landwirtschaftliche Tätigkeit extrem geringe Steuern angewendet werden, sollte doch wohl reichen.

      • einereiner

        @guyfawkes
        was heißt hier unlautere Konkurrenz? Bist du lieber im Urlaub in einer Privatzimmerpension mit 30m² Garten oder auf einen Bauernhof mit Kühen usw?
        Wer kein gutes Angebot hat, wird vom Markt gefegt. Es steht jedem Privatzimmervermieter frei, sich eine Bauernhof zu kaufen und Kühe zu halten.
        Jetzt von unlauterem Wettbewerb zu schwadronieren und Lügen aufzutischen bringt nichts, die Privatzimmervermieter gehen sowieso unter (außer im Winter in Schigebieten).

    • andreas

      @einereiner
      Wenn das pauschale Steuersystem ein Nachteil ist, warum wechseln die Bauern dann nicht in eine übliche Besteuerung?

      • ft

        Die bäuerlichen Priviliegienritter wehren sich seit Jahren gegen die Einführung
        einer hundsgewöhnlichen einfachen Buchhaltung für ihre Betriebe. Jeder kleiner Handwerker lässt sich dies von seinem Verband machen, dasselbe gilt für die
        Kaufleute. Und zahlen dann, wie auf der ganzen Welt üblicn, die Steuern auf ihren Gewinn, der aus den Erlösen abzüglich der Kosten besteht. Beim Bauernbund ist das anscheinend zu kompliziert und zu teuer. Wer es glaubt wird selig.

      • einereiner

        @andreas
        ich habe ins Normalsystem gewechselt, ebenso wie 20% der Bauern. Der Hemmschuh dabei ist der Bauernbund….die wollten wenig Arbeit und trotzdem viel verdienen.
        Ich empfehle jedem Bauern (oberhalb vom Hobbystatus) zum Wechsel in das Normalsystem
        Zurück zum Thema: bei Urlaub am Bauernhof ist laut Gesetz kein Wechsel möglich, da es ja nur Minibetriebe sind. Wer mehr als 5 Ferienwohnungen hat, ist eh schon eine Garni, Gasthof oder sonstwas.

        • einereiner

          @ft
          jeder Handwerker verdient sich aber auch ein Vollzeitgehalt. 80% der Bauern verdienen sich das nicht (du siehst wahrscheinlich nur den großen Nachbar, dahinter liegen aber 20 Minibetriebe). Bei 15000 Euro Umsatz ist keine Buchführung sinnvoll!!!!!!!!
          Pauschalsysteme gibt es in vielen Ländern:
          Italien für Bauern und ALLE anderen Kleinbetriebe möglich
          Österreich: für Bauern, Künstler und Gastwirte
          Bildung schützt vor Neid!

        • sogeatsschungornet

          Wenn der Bauernbund ein Hemmschuh ist, dann such dir einen Steuerberater. Der macht dir die Buchführung und die Steuererklärungen gerne!
          Über die Lobby (Verband) schimpfen ist leicht, aber sie sind dann doch ganz nützlich, oder?

          • einereiner

            @sogeatsschungornet
            Danke mein Lieber für diesen Tip, er kommt aber 10Jahre zu spät. Deinen Tip hab ich schon damals umgesetzt. Aber gut, dass wir darüber geredet haben.

    • yx

      Die Wahrheit ist , mitlerweile bieten solche Bauern, sogar Hochzeiten in ihrem Stadel an, der dazu umfunktioniert wurde, da sie daneben einen neuen mit Födergelder errichtet haben f? die Kühe.
      Die zweifüsigen sinden das Ambiente super, und bezahlen alles bar, und ohne Rechnung, somit hat der “ arme“ Bauer kein Einkommen, und kann noch in den EU Födertopf greifen.
      Schuld ist der dies unterstüzt, und den armen Bauern noch fest jammern hilft

      • einereiner

        @yx
        wenn du sowas beobachtest, bitte verpfeif ihn bei der Finanz.
        Er darf gerne Hochzeiten ausrichten, so wie jeder ander auch, soll es aber auch entsprechend versteuern.

    • goggile

      Urlaub auf Bauernhof und roter Hahn ist ein erfogsrezeppt und gottseidank ist das die Zukunft der berglandwirtschaft und deren Bewohner. sie sollen fuer ihren Einsatz auch genuegend verdienen. klar dass stadtler nur dagegen sind. aber das ware suedtirol ist nicht der waltherplatz mit seinen neubuergern die täglich die Zeitungen fuellen, sondern es goggile afn Bauernhof!

      • sogeatsschungornet

        Ein wahres Wort… „Berglandwirtschaft“
        Aber da ganz Südtirol als Betrgland eingestuft ist… schau nur auf die tollen landwirtschaftlichen Betriebe in der Talsohle oder den mäßigen/mittleren Hanglagen…

        • einereiner

          @sogeatsschungornet
          Warum ist Südtirol im ganzen als Berggebiet eingestuft? Warst du mal im Ausland? Geteideebenen vor Paris? Mecklenburg-Vorpolen? Dann würdest du es verstehen!
          Gibt es in Südtirol Betriebe mit mehr als 100ha? Ja, die Laimburg und die Kirche und einen Grafen, aber sonst keinen. In den obigen Ländern reden wir oft von 1000-den ha.

    • cliktrip

      @ueinereiner

      Nur weil du deinen Schmus vom Pauschalsystem andauernd wiederholst, wird er nicht wahrer.

      Und es ist leider nicht so, dass jeder das Pauschalsystem nutzen kann, ganz im Gegenteil! Schön wärs!

      Und wenn du deine Rechnung mal nicht mit den € 40.000.- Umsatz machst (wie kommst du überhaupt auf diese Zahl?) dann schaut das Ergebnis auch deutlich anders aus.

      Zeig mir bitte ein Bespiel europaweit, bei dem ich nur 25% der der eigentlich geschuldeten Einkommenssteuer zu berappen habe?

      Aber bleiben wir bei den € 40.000.- Umsatz mit € 32.000.- Gewinn

      scaglioni di reddito in € aliquota imposta dovuta
      da 0 a 15.000 23% 23% sulla parte eccedente la no tax area (vedi sotto)
      da 15.000,01 a 28.000 27% 3.450 € + 27% sulla parte eccedente i 15.000 €
      da 28.000,01 a 55.000 38% 6.960 € + 38% sulla parte eccedente i 28.000 €
      da 55.000,01 a 75.000 41% 17.220 € + 41% sulla parte eccedente i 55.000 €
      oltre 75.000 43% 25.420 € + 43% sulla parte eccedente i 75.000 €

      In deinem Bespiel (das zudem falsch ist!) bezahlt der Bauer € 2.300.- (eigentlich sind es aber nur € 1.840.- bei einem Gewinn von € 32.000.-)

      Laut obiger Tabelle kostet es einem Nicht-Bauern € 3.450.- + € 1.520.- (bei gleichem Gewinn von € 32.000.-)

      Und du willst uns weismachen, dass es für die Bauern ein schlechter Deal ist, na Mahlzeit…

      € 1.840.- im Vergleich zu € 4.970.-

      Und je höher der Umsatz/Gewinn, umso höher das Ungleichgewicht.

      http://www.wirtschaftslexikon24.com/d/steuergerechtigkeit/steuergerechtigkeit.htm

      Es wäre an der Zeit, eine Verfassungsklage anzustreben, lieber HGV, das wär doch was für euch, oder?

    • staatsfeind

      Steuern sind Raub. Deshalb sind nur 0% Steuern gerecht. In dieser Diskussion beschweren sich Sklaven, dass der Herr andere Sklaven genauso viel schlagen soll wie sie selbst. Sie sagen nicht schlage uns weniger, sondern schlage die anderen mehr.

    • cicero

      Ob beim Pauschalsystem mehr oder weniger herauszuholen ist, ist egal. Alle sollen bei denselben Tätigkeiten denselben Bedingungen unterliegen, das verlangt das Gleichheitsprinzip.
      Und fünf Ferienwohnungen kann man doch nicht als Nebenerwerb bezeichnen. Das ist sicher eine Haupterwebsquelle, wobei dann so ganz nebenbei die hohen Subventionen gleich weiter fließen oder für den Bau der Wohnungen sogar noch etwas dazukommt. Das hat nichts mit Neid sondern mit Gerechtigkeit zu tun. Eine Familie, die eine Wohnung kaufen will muss sich quasi lebenslang verschulden, vielen ist das gar nicht mehr möglich und andere Bereiche werden hochsubventioniert.

    • einereiner

      @cicero
      Warum haben fast alle Staaten dieser Welt ein Normalsystem und ein Pauschalsystem parallel? Frag dich doch mal diese Frage!
      Es macht keinen Sinn bei Umsätzen kleiner 50000 Euro eine Bilanz zu erstellen. Das hat auch der italienische Staat erkannt und JEDE Kleinfirma kann in dieses System wechseln.
      In Österreich auch jeder Gastwirt und jeder Künstler.
      Welche Subventionen fliessen weiter? Argumente!!!!
      Jede Familie in Südtirol, die sich eine Wohnung kauft, wird ebenso subventioniert. Wenn du es vergessen hast, tust du mir leid.
      Gut, dass cicero nichts mehr zu sagen hat, er würde viel ruinieren!

    • cicero

      @einereiner
      Ob andere auch das Pauschalsystem haben oder nicht macht dieses nicht gerechter. Gerecht ist einzig und allein dass jeder auf das reale Einkommen Steuern bezahlt, der Bauernbund wäre beim Erstellen der Bilanz sicherlich behilflich.
      Und was die Subventionen angeht, die Bauern sind der hochsubventionierteste Bereich in Südtirol. Nicht umsonst ist das Wort „Beiträge“ das beliebteste bei den Bauern. Für alles und jedes kann angesucht werden von den Zäunen, Mauern Dachschindeln bis zu den Maschinen bis hin zu den Ferienwohnungen usw. usw. Jeder kleinste Hof, der aus eigener Kraft niemals überlebens- oder konkurrenzfähig wäre wird künstlich am Leben erhalten. Beim Normalsterblichen mit Kleinbetrieb ist es hingegen egal wenn er „aufschnappt“.
      Und die Normalfamilie bekommt zwar einen Beitrag zum Kauf einer kleinen Wohnung in einem Kondominium, von einem Hausbau ist gar nicht mehr die Rede. Im Gegensatz zu den Grund-und Bodenbesitzern sprich Bauern, die über ein Vielfaches an Subventionen verfügen. Das ist keine Neiddebatte, sondern die (ungerechte) Realität.

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