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    Zahlt der Hannes

    Der Freiheitliche Hannes Zingerle zahlt mit seinem ersten Gehalt 100 Jugendlichen einen Selbstverteidigungskurs. Ein billiger Polit-Gag?

    von Artur Oberhofer

    Hannes Zingerle ist gespannt: „Ich hoffe, dass die Jugendlichen mein Angebot annehmen.“

    Der freiheitliche Jungmandatar tritt als edler Spender auf. Er zahlt den Menschen nicht ein Glaggele Wein im Gasthaus, so wie dies Christian Egartner vor Wahlen immer getan hatte. Nein. Zingerle will sein erstes Gehalt als Deputierter „in die Jugend investieren“, weil diese ihm „sehr am Herzen“ liege.

    Worin besteht nun die Wohltat?

    Hannes Zingerle organisiert und bezahlt einen Selbstverteidigungskurs für 80 bis 100 Jugendliche. Wochenendkurse über 12 Stunden, die in verschiedenen Bezirken angeboten werden sollen. Zahlt alles der Hannes.

    Interessierte können sich bei Zingerle unter seiner Landtags-Mailadresse melden.

    Ort und Termin stehen noch nicht fest. „Das hängt von den Anmeldungen ab, die eingehen“, so der Neo-Mandatar.

    Was bezweckt der F-Politiker mit dieser Aktion?

    Hannes Zingerle sagt, Südtirols Jugendliche litten und der steigenden Kriminalität, die „in den allermeisten Fällen mit Einwanderern in Verbindung steht“. Schlägereien, Drohungen und unsittliche Berührungen seien an der Tagesordnung. Immer wieder, so Zingerle gegenüber TAGESZEITUNG Online, würden Jugendliche in der Zone rund um den Bozner Zugbahnhof „begrapscht und verfolgt“.

    Seine Partei habe im Landtag mehrmals gefordert, dass an Südtirols Schulen die Grundzüge der Selbstverteidigung im Rahmen des Sportunterrichts unterrichtet werden. Die SVP habe diesen Vorschlag immer mit der Begründung abgelehnt, dass Selbstverteidigung nicht Aufgabe von Südtirols Schule sei.

    Hannes Zingerle ist sich zwar dessen bewusst, dass er das Problem der Sicherheit nicht löst, wenn 100 Jugendlichen lernen, wie man einem bösen Mann in die Kronjuwelen tritt.

    „Es ist aber ein Tropfen auf dem heißen Stein“, glaubt er.

    In den Kursen würden die Jugendlichen trainiert, damit sie sich gegen Übergriffe jeglicher Art zur Wehr setzen, Stress und Aggressionen abbauen und ihr Selbstwertgefühl steigern können, schwärmt der Jung-Abgeordnete. „Ich sehe so einen Kurs wie einen Erste-Hilfe-Kurs“, so Zingerle.

    Nur ein billiger Polit-Gag?

    „Nein“, wehrt sich Zingerle, „es ist ein konkretes Angebot.“ Die Jugend sei ihm eine Herzensanliegen. Er wolle „nicht nur groß reden“, sondern er werde „die Ausgaben auch ganz genau dokumentieren“.

    In Penisring-Zeiten ist das eine fürwahr gute Idee

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    Kommentare (6)

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    • vogel

      Eine sehr gute Idee. Dieser Mann sieht was in unserem Land mittlerweile los ist.

    • jennifer

      Und wie kann ich Mitglied werden bei dem freiheitlichen Schlägertrupp? Muss ich meine Haare abrasieren und schwarze Stiefel kaufen oder gehts auch so?

    • drago

      „Als Deputierte werden Mitglieder einer Abordnung bzw. Deputation bezeichnet, die im Namen und Auftrag der Entsendenden handeln.
      In englisch- und französischsprachigen Ländern bezeichnet man damit die Mitglieder der Volksvertretung selbst.“
      Deitsche Sprocke, schwere Sprocke.
      Die Totengräber unserer Sprache sind nicht die Italiener, sondern wir selbst (Tourismus voraus).

    • guyfawkes

      @ Artur Oberhofer
      „In Penisring-Zeiten ist das eine fürwahr gute Idee.“

      Abgesehen davon dass man nicht unbedingt die Meinung teilen muss, dass wir in „Penisring-Zeiten“ leben, kann man mit so einem an den Haaren herbeigezogenen Vergleich dann wohl fast alles als „gute Idee“ bezeichnen.
      Bleibt die Frage ob man als Journalist bei einer solchen (Nicht-)Nachricht wirklich noch als Schlussatz seine persönliche Meinung einfügen muss.

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