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    So heiratet Südtirol

    hochzeit auf der alm2016 wurden in Südtirol 2.135 Ehen geschlossen und 17 gleichgeschlechtliche Partnerschaften eingetragen. Das durchschnittliche Alter des Bräutigams liegt bei 36,7 und jenes der Braut bei 34,0 Jahren.

    Im Jahr 2016 gingen in Südtirol 2.135 Paare den Bund der Ehe ein, 1,5% mehr als im Vorjahr. Die Eheschließungsrate beträgt nunmehr 4,1 Hochzeiten je 1.000 Einwohner und liegt somit im Trend der ver- gangenen zwei Jahrzehnte.

    Die Rate liegt deutlich über dem gesamtstaatlichen Mittelwert von 3,2‰, der ansonsten nur von den süditalienischen Regionen übertroffen wird.

    Am beliebtesten für das Ja-Wort war im Bezugsjahr der Monat Juni mit 340 Hochzeiten. Aber auch im September (310) sowie im Juli (278) und im Mai (246) haben zahlreiche Paare geheiratet.

    Diese Daten hat das Astat vorgelegt.

    Der Großteil der Paare entscheidet sich für die Gütertrennung: 2016 waren es 66,3% der Frischvermählten, während noch bis zum Jahr 1998 die Gütergemeinschaft die gängige Praxis war. Im italienweiten Vergleich weisen Südtirol und das Trentino (36,7%) nach Sardinien (37,6%) immerhin den höchsten Anteil an Eheschließungen mit gemeinsamem Güterstand auf.

    Das Heiratsverhalten in Südtirol weicht auch hinsichtlich des Trauungsritus vom restlichen Italien ab: 2016 ließen sich hierzulande 31,4% aller Paare kirchlich und 68,6% standesamtlich trauen. Im Schnitt werden in ganz Italien 45,3% der Ehen vor dem Standesbeamten geschlossen. Während in Nord- und Mittelitalien die zivilen Hochzeiten mehr als die Hälfte aller Eheschließungen ausmachen, bevorzugen heiratswillige Paare in den süditalienischen Regionen traditionsgemäß die kirchlichen Riten.

    In der Gemeinde Abtei haben sich fast 60% der Paare kirchlich trauen lassen. Im Raum Lana (49,4%) und Auer-Neumarkt (42,0%) traten immerhin noch mehr als 4 von 10 Paaren vor den Traualtar. In den Städten Bozen und Meran wollten hingegen nur noch rund 18% der Brautleute den kirchlichen Segen, während sich der Löwenanteil der Paare standesamtlich trauen ließ.

    Der Rückgang der kirchlichen Trauungen lässt sich durch die fortschreitende Säkularisierung, aber auch durch die Zunahme der Zweitehen und interkonfessionellen Hochzeiten erklären.

    sg-lesbenhochzeit7Die Zahl der Hochzeiten zwischen Personen, die zum ersten Mal heiraten, ist in zwei Jahrzehnten von 1.906 im Jahr 1997 auf 1.707 im Jahr 2016 zurückgegangen. Der prozentuelle Anteil der Erstehen fiel von 89,3% auf 80,0%.

    Demgegenüber haben die Wiedervermählungen erheblich zugenommen: Während vor 20 Jahren lediglich 10,7% aller Trauungen von Paaren geschlossen wurden, bei denen mindestens ein Partner bereits vor- her verheiratet war, so ist ihr Anteil im Bezugsjahr fast doppelt so hoch (20,0%).

    Am häufigsten haben Geschiedene erneut geheiratet: Bei 35,5% der Zweitehen ist der Mann geschieden und die Frau ledig und in 29,2% der Fälle ist es umgekehrt, während bei 27,1% der Wiederverheirateten beide Partner schon eine Scheidung hinter sich haben. Gering ist die Quote der Verwitweten, die sich noch einmal trauten.

    Die Ehe wird schon lange nicht mehr zwangsläufig als Voraussetzung für eine Familiengründung angesehen. Das ist wahrscheinlich auch der Hauptgrund, weshalb viele Paare den entscheidenden Schritt hinauszögern.

    Das durchschnittliche Alter des Bräutigams bei der Erstheirat liegt im Jahr 2016 bei 36,7 und jenes der Braut bei 34,0 Jahren. Zwanzig Jahre zuvor waren beide Brautleute noch mehr als fünf Jahre jünger. Der mittlere Altersunterschied zwischen Braut und Bräutigam von rund drei Jahren bleibt hingegen relativ konstant.

    Die längeren Bildungswege, die hohe Jugendarbeitslosigkeit und die finanzielle Belastung, die der Gründung eines eigenen Hausstandes im Weg steht, tragen zudem dazu bei, dass zahlreiche junge Menschen länger in der Herkunftsfamilie verbleiben. In Südtirol leben derzeit fast 20.000 unverheiratete Menschen im Alter ab 30 Jahren im Elternhaus. Zwei Drittel der „Nesthocker“ sind Männer.

    Andreas Seppi und seine Ehefrau Michela

    Andreas Seppi und seine Ehefrau Michela

    Auf gesamtstaatlicher Ebene gehen Braut und Bräutigam das Wagnis der Ehe im Schnitt früher ein, und zwar mit 31,7 bzw. 34,7 Jahren.

    Im Bezugsjahr wurden 302 Ehen eingegangen, bei denen entweder der Bräutigam oder die Braut einer ausländischen Nationalität angehört. Das entspricht einem Anteil von 14,1% an den gesamten Eheschließungen. Dabei haben mehr als doppelt so viele Männer wie Frauen einen ausländischen Partner geehelicht (206 gegenüber 96). Größtenteils handelt es sich bei den Eingeheirateten um Bürger aus Europa, vor allem aus dem deutschen Kulturraum. Die Frauen stammen vermehrt auch aus osteuropäischen Staaten.

    Im Jahr 2016 fanden zudem 310 Hochzeiten unter Ausländern statt, die fast zur Gänze dem „Heiratstourismus“ zuzuschreiben sind: Allein 201 bundesdeutsche Paare haben Südtirol als Kulisse ihrer Traumhochzeit auserkoren. Am beliebtesten waren – mit 108 Trauungen von nicht ansässigen Brautleuten – die Gemeinden des Burggrafenamtes. Es folgen die Bezirksgemeinschaften Salten-Schlern (50), Eisacktal (39) und Überetsch-Südtiroler Unterland (38).

    2016 wurden in Südtirol insgesamt 64 nichteheliche Lebensgemeinschaften meldeamtlich erfasst und 17 gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften standesamtlich eingetragen (13 männliche und 4 weibliche Paare).

     

     

     

     

     

     

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