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    Überrollte Gemeinden

    fluechtlinge-und-reinhold-wegerTerenten hat zwar der Teilnahme am Sprar-Programm zur Unterbringung von Flüchtlingen zugestimmt. Aber der Bürgermeister fühlt sich in die Enge getrieben. Und beschwert sich.

    von Silke Hinterwaldner

    Der Bürgermeister hatte versucht alles richtig zu machen. Er lud zur Bürgerversammlung. Informierte über die geplante Unterbringung von Flüchtlingen in Containern. Und er ließ seinen Gemeinderat entscheiden.

    Jetzt sagt Renhold Weger, erster Bürger in Terenten:

    „Ich persönlich hatte mir gewünscht, dass wir für das Sprar-Paket stimmen, insofern kann ich zufrieden sein. Wir haben eine soziale Verantwortung zu tragen und werden uns arrangieren müssen, auch wenn uns das nicht immer passt.“

    Das heißt: Am Mittwoch hat eine Mehrheit der Gemeinderäte in Terenten dafür gestimmt, sich am staatlichen Sprar-Programm zur kleinräumigen Unterbringung von Asylbewerbern zu beteiligen. Aber die Diskussion wurde kontrovers geführt, schließlich stimmten acht Räte für die Teilnahme am Sprar-Programm, fünf stimmten dagegen (darunter zwei Mitglieder des Ausschusses von Weger) und einer enthielt sich der Stimme.

    „Uns ist die Entscheidung nicht leicht gefallen“, sagt Bürgermeister Weger am Tag danach, „wir haben schlussendlich für das kleinere Übel gestimmt.“

    Das ist das eine. Das andere ist die Vorgehensweise von Bezirksgemeinschaft und Landesregierung, die den Bürgermeister ärgert. Deshalb will Reinhold Weger es auch nicht bei der Abstimmung im Gemeinderat belassen. Er brütet bereits über einem Schreiben, dass er an die Landesregierung schicken wird.

    „Die gesamte Thematik ist rasend schnell auf uns zugekommen“, erklärt Weger. „zwei Jahre lang wurde eher nebenbei über die Unterbringung von Flüchtlingen gesprochen, aber jetzt musste es plötzlich eine Hau-Ruck-Aktion sein. Wir hätten uns mehr Gespräche mit der Bezirksgemeinschaft und der Landesregierung erwartet.“

    Aber das Gegenteil war der Fall: Den Gemeinden wurde das Messer an die Brust gesetzt. Entweder man entscheide sich für das Sprar-Programm oder das Land würde eigenmächtig Container aufstellen.

    Die Bürgermeister hätten lieber mehr Bedenkzeit gehabt, auch um weitere Möglichkeiten zur Lösung des Problems ausloten zu können. Weger sagt: „Wir werden jetzt ein Protestschreiben aufsetzen und unsere Vorschläge der Landesregierung mitteilen. Wir wollen nicht immer nur still sein und Ja sagen.“

    In Terenten soll Platz für sechs oder sieben Asylbewerber geschaffen werden. Eine Zuweisung wird aber frühestens zu Jahresausklang erfolgen. Wenn sich Terenten tatsächlich am Sprar-Programm beteiligt, muss man bis September eine passende Wohnung ausfindig machen.

    Zwar hat man sich über die Unterbringung in Terenten bereits Gedanken gemacht, trotzdem will Bürgermeister Weger noch einen Aufruf an alle Wohnungsbesitzer richten.

     

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (9)

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    • einereiner

      Wir haben diese unsere afrikanischen Brüder nicht eingeladen, wir wollen und bauchen sie hier nicht. Bringt sie in die leeren süditalienischen Dörfer oder gleich wieder zurück nach Afrika.

    • gynne

      ALLE Gemeinden in Südtirol SOLLEN ,NEIN MÜSSEN Immigranten aufnehmen .
      Alle sollen in den Genuss kommen unseren neuen Südtirolern unsere ,Gepflogenheiten und Kultur bei zu bringen. Da die meisten in den Dörfer lebenden Südtiroler immer noch von der SVPD so überzeugt sind ,SOLLEN Sie sich auch an dessen Anweisungen halten und Immigrationszentren schaffen !

    • franz

      Schwule und Lesben betreiben einen Puff und vergnügen sich auf Kosten des Steuerzahlers.
      http://www.tageszeitung.it/2017/04/30/subventionierte-orgien/
      l’Unar, istituito con il decreto legislativo 9 luglio 2003, n. 215, in recepimento alla direttiva comunitaria n. 2000/43 CE contro ogni forma di discriminazione“…[…]
      http://www.ilfattoquotidiano.it/2017/02/22/scandalo-unar-sgarbi-incontenibile-i-gay-non-sono-una-categoria-protetta-se-lo-mettano-nel-c-senza-i-nostri-soldi/3407689/
      Während man unwilligen Gemeinden mit Finanzkürzungen oder anderen Maßnahmen droht, falls sie nicht bereit sind Flüchtlinge aufzunehmen, ( z. B LR-Schuler auf “rai radio südtirol“ 21.04.2017 -12:30 )
      Anstatt Vereinen wie ‚UNAR“ die mit Gelder des Steuerzahlers einen Puff berteiben oder Zeitungen welche von der Landesregierung mit Steuergeld unterstützt, sogenannte “ bordelli virtuali“ betreiben ( Werbung für prostituierte betreiben und damit gegen geltendes Gestz verstoßen ) ( favoreggiamento e srfuttamento della Prostituzione – Art. 3 numero 8 legge Merlin 75/1958 )
      sollte man diesen Medien die Beiträge streichen.

    • george

      Terenten, das Sonnendorf im Pustertal, nimmt nur unter Zwang einige Flüchtlinge auf. Sie haben wohl Angst, dass sich wohl die Sonne verdunkeln könnte, wenn irgendwann einmal ein paar „dunkle“ Gestalten durch das Dorf wandeln.
      Wieviel Terentner haben zu Optionszeiten/2. Weltkrieg die Flucht ins deutsche Ausland ergriffen? Hat man die etwa auch mit argem Bedenken aufgenommen?

      • meintag

        Die Terentner im letzten Jahrhundert haben sich aber in den gleichsprachigen Raum begeben. Sie hatten zwar keinen grossen Besitz bei sich, wurden aber von den dortigen Einwohnern verstanden.

    • yannis

      Auch wenn das Thema mit der sog. Option nichts zu tun hat, aber tatsächlich waren die Bedenken dort wo die Südtiroler hin zogen mit sehr argen Bedenken behaftet.
      Nachdem ihre „Schutzmacht“ von den Alliierten bzw. der roten Armee zerrieben worden war, konnten sie nur noch froh sein, mit dem Leben davon zu kommen, indem sie schleunigst wieder
      verschwanden. (Siehe den Film von Brandauer „Verkaufte Heimat“)
      Na ja und die Krim oder andere Gegenden waren wohl alles andere „als deutsches Ausland“

    • yannis

      >>>wenn irgendwann einmal ein paar „dunkle“ Gestalten durch das Dorf wandeln<<<

      die werden mit Sicherheit keinen adäquaten Ersatz für in dessen Folge wegbleibenden Touristen darstellen. Dann kann der Tourist für den Sack voll Geld den ein Südtirol-Urlaub mittlerweile kostet, gleich nach Afrika reisen.

    • cicero

      Es macht überhaupt keinen Sinn sog.Flüchtlinge besser Asylwerber aufzunehmen. Der Großteil davon wird abgelehnt weil kein Asylgrund besteht was man schon von vornherein weiß. Dann landen die in der Illegalität und gleiten in die Kriminalität., weil eh keiner nach Hause geht. In den Unterkünften wird Platz für die nächsten usw. usw. Alle die da mitmachen auch jene auf Gemeindeebene tragen da Mitverantwortung indem sie fa mitmachen. Von Politikern kann man doch nachhaltige Lösungen etwarten. Die heißt Bearbeitung der Asylanträge an den Eu Außengrenzen oder außerhalb der Eu. Darauf muss hingearbeitet werden auch durch unsere Politiker indem sie sich durch die Zwangsaufnahme wehren und diese klar ablehnen. Wenn sie es nicht tun beteiligen sie sich am mafiösen Menschenhandel und tragen Mitschuld an der illegalen Migration unter dem Deckmantel des Asylrechts. Diese wir nämlich erst beendet wenn das automatische Ticket nach Europa ausbleibt. Also liebe Bürgermeister da könnt ihr klare Kante zeigen ober eben als Helfershelfer fungieren.

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