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    Subventionierte Orgien?

     

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    Schlüpfrige Anfrage im Hohen Haus: Finanziert die Region mit Steuergeldern Vereine, die Orgien und andere Sex-Spiele anbieten?

    Von Matthias Kofler

    Auf Thomas Widmanns Schreibtisch liegt eine schlüpfrige Anfrage: Der Trentiner Abgeordnete Claudio Civettini will darin vom SVP-Politiker wissen, ob der Regionalrat Steuergelder an Vereine aus Bozen ausbezahlt hat, die unerlaubte Orgien und andere Sex-Spiele anbieten.

    Konkret beruft sich der Lega-Abgeordnete in seiner Anfrage auf einen vermeintlichen Skandal, den die Fernsehsendung „Le Iene“ aufdeckte und der national für Furore sorgte. Der Verband Anddos, was für „Nationale Vereinigung gegen die Diskriminierung aufgrund der sexuellen Ausrichtung“ steht, soll demnach vonseiten des Staates öffentliche Mittel erhalten haben, mit denen er „Darkrooms“, „Glory Holes“, Orgien und Prostitution finanzierte.

    Die „Iene“ zeigten in einem TV-Bericht Undercover-Aufnahmen aus Darkrooms aus drei schwulen Sexclubs und Saunen, in denen dem Reporter auch Sex gegen Geld angeboten worden sein soll.

    Die Details des Sex-Skandals seien zwar noch nicht bekannt, wie Claudio Civettini einleitend in seiner Anfrage an den Regionalratspräsidenten feststellt. „Doch Tatsache ist, dass Francesco Spano, der Direktor der Unar, also der Nationalen Anti-Diskriminierungsbehörde, den Rücktritt eingereicht hat.“ Dies alles, weil aufgedeckt worden sei, dass unter Spanos Leitung auf fragwürdige Weise 55.000 Euro an die drei Clubs geflossen seien. Spano selbst erklärte, dass die angesprochenen Fördermittel allgemein noch in der Prüfung und nicht bewilligt gewesen seien. Förderanträge hätten nur individuelle soziale Organisationen für klar definierte Projekte gegen Diskriminierung oder Gewalt stellen können, über die Vergabe entscheide ein Vorstand nach objektiven Kriterien.

    Dem italienischen Verband Anndos gehören neben assoziierten Unternehmen, darunter Clubs, Bars und Saunen, vor allem Vereine und Organisationen aus dem ganzen Land an, die sich um die unterschiedlichen Lebensbereiche von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender kümmern. Schwerpunkte sind Anti-Diskriminierung, Aufklärung und HIV-Prävention.

    Was hat das nun mit Südtirol zu tun?

    Der Lega-Politiker hegt den Verdacht, dass auch hierzulande Vereine von dem dubiosen Geldsegen profitiert hätten. „Da sich unter den Vereinen von Anddos auch der Verein Propositiv aus Bozen befindet, ist es klar, dass wenigstens über zwei Aspekte Klarheit geschaffen werden muss“, fordert Civettini. An erster Stelle über die „konkrete Tätigkeit“, die dieser Verein in Südtirol ausübt und zweitens über die „Übereinstimmung zwischen der erklärten und der ausgeübten Tätigkeit“.

    Widmann wird dazu aufgefordert, tabellarisch aufzulisten, welche öffentlichen Beiträge der Verein Propositiv in den vergangenen Jahren erhalten hat: Es geht um Steuergelder seitens der Gemeinden, des Landes und der Region. Weiters soll der Regionalratspräsident Auskunft erteilen, ob die Tätigkeit des Vereins kontrolliert worden sei.

    „Ich mache hier keine Hexenjagd oder unbegründete Schuldzuweisung“, beteuert Claudio Civettini. Ihm gehe es vielmehr darum, angesichts dessen, was in Rom passiert sei, Klarheit über die Situation in Südtirol zu schaffen.

    Auch auf nationaler Ebene sind zahlreiche Politiker auf den vermeintlichen Skandal aufgesprungen. So forderten Vertreter von Fratelli d’Italia die sofortige Schließung der Anti-Diskriminierungsbehörde Unar, die keine Steuergelder mehr erhalten dürfe. Forza Italia betonte, man habe keinen TV-Bericht gebraucht, um zu sehen, dass sich die Behörde viel zu sehr um die Belange von Schwulen gekümmert habe, was gar nicht ihr Auftrag sei.

    Thomas Widmann ist in der kommenden Woche auf einer Auslandsweise. Nach seiner Rückkehr nach Bozen wird sich der Regionalratspräsident mit der schlüpfrig-heiklen Anfrage auseinandersetzen.

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