Du befindest dich hier: Home » Südtirol » Es war der Wolf

    Es war der Wolf

    2017-04-07-photo-00000002Nun ist es fix: die zweite Attacke auf die Moarhof-Schafe am Deutschnonsberg geht auf das Konto eines oder mehrerer Wölfe. Dies hat die DNA-Analyse ergeben.

    von Karin Gamper

    Die Vorgeschichte ist bekannt.

    Am frühen Morgen des 7. April – es war ein Freitag – wurden in Unsere Liebe Frau im Walde fünf Schafe des Moarhof-Bauern grausam zugerichtet aufgefunden. Augenzeugen berichten von einem regelrechten Massaker, das sich in der Nacht im Ortsteil Malgasott zugetragen haben musste. Die verendeten Tiere lagen verstreut im Umkreis von etwa einem Kilometer.

    Es war bereits das zweite Mal innerhalb kurzer Zeit, dass Schafe des Moarhof-Bauern angefallen worden waren. Nur wenige Wochen zuvor war ein weiteres Tier schwer verletzt aufgefunden worden. Es musste in der Folge eingeschläfert werden. Die DNA- Analyse ergab damals: der Schafsriss ging auf das Konto eines Hundes. Der ursprüngliche Verdacht, dass möglicherweise das am Deutschnonsberg umgehende Wolfspaar für die Schafsattacke verantwortlich sein könnte, wurde somit enthärtet.

    Doch nun stellt sich heraus: der zweite Angriff auf die fünf Moarhof-Schafe geht diesmal auf das Konto eines oder mehrerer Wölfe. Die Ergebnisse der DNA-Analyse sind vor wenigen Tagen eingetroffen. Sie werden laut Informationen der TAGESZEITUNG noch zurückgehalten, da die Referenzproben fehlen. Durch tiefer gehende Analysen des DNA-Materials soll nämlich herausgefunden werden, ob die Schafe von einem Einzeltier oder von mehreren Wölfen gerissen wurden.

    Wie gestern in Erfahrung zu bringen war, tappt man selbst im Amt für Jagd und Fischerei im Dunkeln. Insider sagen: „Es kann sich um das Wolfspaar handeln, das am Deutschnonsberg herumwandert, aber es können genauso gut weitere Wölfe sein, die sich im Gebiet angesiedelt haben“. Sollte es sich um das Wolfspaar handeln, war am Angriff vermutlich nur das Männchen beteiligt, da das Weibchen in Kürze Junge zur Welt bringen wird. „In dieser Phase ruhen sich die Weibchen üblicherweise aus“, behauptet ein Insider.

    Am Deutschnonsberg reagiert man auf die DNA-Ergebnisse alles eher als begeistert, zumal die gerissenen Schafe nicht isoliert auf einer Weide, sondern neben dem Stadel in einem eingezäunten Gehege standen.

    Dies bedeutet: der Wolf oder die Wölfe haben sich bis ganz nah an die Hofstelle herangewagt.

    Dazu kommt die Frage, ob der Moarhof-Bauer nun überhaupt eine Entschädigung für die gerissenen Schafe erhält. Ihm wird vom Amt für Jagd und Fischerei vorgeworfen, seine Tiere nicht eingestallt zu haben. Die EU-Richtlinien sind hier aber streng: Recht auf Entschädigung gerissener Tiere hat nur jemand, der sein Vieh nachweislich ausreichend schützt.

     

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
    Clip to Evernote

    Kommentare (5)

    Lesen Sie die Nutzerbedingungen

    Kommentar abgeben

    Du musst dich EINLOGGEN um einen Kommentar abzugeben.

    2013 ® © Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH/Srl - Alle Rechte vorbehalten. Impressum | AGB | Cookie Hinweis

    Nach oben scrollen