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    Die Rebellen

    Fotos: Umweltinstitut München

    Fotos: Umweltinstitut München

    Mals, der rebellische Ort im oberen Vinschgau, zeigte sich am Sonntag besonders bunt. Tausende rote, gelbe, blaue und weiße Fähnchen flatterten im Wind.

    Mals, der rebellische Ort im oberen Vinschgau, zeigte sich am Sonntag besonders bunt. Tausende rote, gelbe, blaue und weiße Fähnchen flatterten im Wind.

    Auf ihnen standen viele Namen der inzwischen über 21.000 Unterstützerinnen und Unterstützer der pestizidfreien Gemeinde, die das Umweltinstitut München gesammelt hat.

    Mit dem Bus waren einige der UnterzeichnerInnen aus München auch persönlich nach Mals gekommen. Nach einer Wanderung zur Steinernen Brücke bildeten etwa 120 Gäste und Einheimische eine Menschenkette. Symbolisch stellten sie sich vor die wertvolle Kulturlandschaft auf der Malser Heide.

    bildschirmfoto-2017-04-24-um-13-28-00Bei einer Kundgebung am Malser Dorfanger bedankte sich Johannes Fragner-Unterpertinger, Sprecher des ehemaligen Promotorenkomitees der Malser Volksabstimmung, für die Solidarität. Er bekräftigte: „Pestizide sind eine ernsthafte Gefahr für unsere Gesundheit und unsere Umwelt. Wir werden in Mals unseren Weg weitergehen – ohne diese Gifte.“

    Nahezu alle bayerischen BesucherInnen waren nicht zum ersten Mal in Südtirol. Als Urlaubsgäste haben sie die Intensivierung der Apfelwirtschaft selbst miterlebt. Einhellig wurden Sorgen um die Zukunft der Region geäußert, die viele als UrlauberInnen kennen- und schätzengelernt haben.

    bildschirmfoto-2017-04-24-um-13-28-27Die Schönheit Südtirols leide zusehends unter Monokulturen und Pestizideinsatz. Karl Bär, Referent für Agrarpolitik beim Umweltinstitut München, bedankte sich bei den MalserInnen für die Gastfreundschaft.

    „Macht weiter! Der Moment wird kommen, in dem sich auch der Rest Südtirols bei euch bedanken wird, dass ihr im rechten Moment ein Stoppschild gegen den Irrsinn des massiven Pestizideinsatzes gezeigt habt.“

    Auf der Kundgebung wandte er sich erneut an Landeshauptmann Arno Kompatscher:

    „Hören Sie auf, den Malser Weg zu blockieren und sich dann hinter der EU zu verstecken! Unterstützen Sie Mals. Und falls Sie dabei mit Brüssel in Konflikt kommen, haben Sie die ganze europäische Zivilgesellschaft hinter sich.

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (15)

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    • einereiner

      Wie schön doch die Unfriedenstifter feiern können.
      Ihre Proteste sollten sie an die EU richten und nicht ein kleines Dorf spalten. Grüfris.

      • yannis

        Die Proteste sind an die Lokalpolitiker gerichtet, nur wenn sich diese Lokalpolitiker der Chemie & Apfelmassen- Lobby mehr verpflichtet sieht als den Menschen die eine halbwegs unvergiftete Umwelt wünschen bleibt ihnen nichts anderes übrig.
        Die Unterstützer aus München könnten es sich auch leichter machen und ganz einfach im ihren Urlaub einen großen Bogen um die schönen Chemiegepflegten Apfelmonokulturen Südtirols machen.
        Wenn sie es nicht tun, zeigt es doch wie verbunden sie einer Gegend wie dem oberen Vinschgau sind und eben keine Lust darauf empfinden schon in Nauders. mit der öden Apfelmassenproduktion konfrontiert zu werden.

    • blb

      Und ich dachte, so umweltbewusste Leute fahren sicher mit Rad oder Zug….

      • martlstocker

        … bevorzugt fliegen sie in ihre Urlaubsländer, aber wenn das nicht möglich ist, nehmen sie eben das Auto.
        Echte Grüfris.

        • morphi

          Auto oder Flugzeug nehmen = eigene Entscheidung
          Bio oder konventionell einkaufen = eigene Entscheidung

          Auf das eigene Grundstück (oder öffentlichen wie z.B. Kindergarten und Schule) von anderen Pestizide gespritzt zu bekommen = keine eigene Entscheidung

          Wer von euch beiden findet den Unterschied?

    • blb

      Abgase von Auto oder Flugzeug einatmen nicht eigene Entscheidung. Oder täusche ich mich?

      • morphi

        Gut erkannt – was würdest also sagen wenn ich meinen Wagen vor deine Haustür stelle und mal etwas laufen lasse? Dann würdest du warscheinlich auch nicht so wahnsinnig happy sein oder? Meine Bemerkung zielte aber auf deine Aussage ab, daß diese Menschen sich für Rad oder Zug entscheiden – das ist ja jedem selbst überlassen, ob grün oder nicht.

        Was ich aber eigentlich sagen will – die breite Mehrheit eines Dorfes hat für eine Sache gestimmt und wird jetzt als grüner, realitätsfremder und rebellischer Haufen beschimpft – das ist doch das Grundprinzip einer Demokratie – und sich dann als Lokalpolitiker hinter der EU zu verstecken ist feige.

        • blb

          Dazu brauchst du dein Auto nicht vor meinem Haus laufen lassen. Die Grenzwerte bezüglich Abgase werden so und so oft genug überschritten. Und es ist wissenschaftlich bewiesen, dass diese unserer Gesundheit schaden. Aber hast du einmal von einer Initiative gegehört, die den Verkehr mit Benzin – und Dieselfahrzeugen verbieten will und in der Bevölkerung breite Unterstützung erfährt? Ich nicht. Und warum? Vielleicht weil dann alle betroffen wären? Und das Auto eine heilige Kuh ist.

          • morphi

            Es geht aber in Mals jetzt nicht um den Verkehr. Und wie soll ich deine Aussage verstehen? Du meinst solange es Verkehr gibt kann man auch spritzen wie der Teufel? Die Rechtfertigung für den Pestizideinsatz ist also das es auch schlimmeres gibt? Kann ich dann auch jemanden zusammenschlagen weil ich hätte ihn ja auch erschießen können?

            Diese Argumentation ist imho nicht zielführend weil am Thema vorbei, ein Übel durch ein anderes aufheben zu wollen wird nicht funktionieren.

            • blb

              Ich finde es nur recht sinnfrei, Münchner mit einem Bus ( Stichwort Abgase ) nach Mals zu fahren, um dort für eine bessere Umwelt zu plädieren.

    • einereiner

      @morphi
      wenn im Gegenzug alle Malser Bürger nur noch biologisch angebaute Äpfel von Malser Bauern kaufen würden und die restlichen Äpfel ebenso aufkaufen würden, so wäre es ein Deal mit beidseitigem Nutzen.
      Aber den Malser Bauern die Spritzmittel verbieten und dann die gespritzen Äpfel vom Nachbardorf kaufen….DAS GEHT NICHT

    • morphi

      Es geht es doch letztlich meiner Meinung nach darum, daß eine demokratische Entscheidung völlig übergangen werden soll. Und ich denke mal das schon viele Malser Bio bevorzugen, das Abstimmungsergebnis kommt ja von irgendwo, das können wir aber wohl beide nicht beziffern.

      Und den Malser Bauern wäre das warscheinlich recht, die Äpfel gehören zu großen Teilen nicht denen, sondern den Mittelvinschger Großbauern. Die Malser haben jetzt eher die Probleme mit Ihren anderen Erzeugnissen (Erdbeeren/Kräuter/Milch) welche „mitbeglückt“ werden.

      Ich persönlich finde die Malser Bewegung schon deshalb gut, weil Probleme die speziell der Vinschgau hat (meistens recht viel Wind = Abdrift), endlich auch gegen die übermächtige SBB Lobby zur Sprache kommen – die Lösung muss mittelfristig ein Kompromiss sein, aber die Richtung muss zur Nachhaltigkeit gehen, imho auch wettbewerbsmäßig für die Bauern selbst.

    • meintag

      Bin Heute von einem Kurzurlaub vom Gardasee zurück. Habe den dortigen Hotelier wo ich stationiert war über die Pestizidproblematik informiert. Er war erstaunt wie bei uns der schöne Apfel produziert wird. Dass er außer Geschmack auch Pestizide beinhaltet wusste er so nicht. Er hat mir versichert dass er sich in die Materie einlesen und weiter informieren wird. Genauso wird er es an seine Gäste verschiedener Herkunft weitergeben weil nur durch solche Informationen Umdenken stattfinden wird.

    • andreas

      @meintag
      Was versprichst du dir davon?
      Soll jetzt ein Gardaseehotelier Südtirol in deinem Sinne schlecht machen?

      • meintag

        Nein aber für Wahrheiten muss Platz sein. Und wenn dabei Eigenwerbung Gäste bringt wieso nicht. Pinzger macht es bezüglich Erreichbarkeit und Flughafen Innsbruck nicht anders.

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