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    Die stolzen Flaschen

    st-georgen-amateureNiemand ist gern der Schlechteste. Die Fußballer der St. Georgen Amateure haben sich trotzdem bei einer deutschen TV-Show gemeldet, die den notorischen Tabellenletzten aus der Patsche helfen will.

    von Silke Hinterwaldner

    „Naja“, sagt Bernd Mutschlechner, „uns ist schon bewusst, dass wir auf die Schippe genommen werden und dass man im Fernsehen eher die schlechten als die gelungenen Pässe zu sehen bekommen wird. Aber es soll auch ein Spaß für alle sein.“

    Bernd Mutschlechner war von Anfang an bei den Jergina Amateuren dabei – aber die „St. Georgen Amateure“ wurden erst vor gut zwei Jahren gegründet und spielen heute in der dritten Amateurliga. Momentan steht die Mannschaft auf dem letzten Platz.

    Das ist schon Mal eine gute Voraussetzung, um bei Hans Sarpei und seiner Sendung „Das T steht für Coach“ in die engere Auswahl zu kommen: Das TV-Format auf dem deutschen Sender Sport 1 sucht mittlerweile nicht mehr nur in Deutschland, sondern auch in Österreich, der Schweiz, den Niederlanden und eben in Südtirol nach den schlechtesten Fußballmannschaften.

    Da stellt sich freilich die Frage: Macht man das freiwillig? Lässt man sich gern im Fernsehen als Looser zeigen? Die Jergina sehen das sportlich. Sie haben sich selbst vor nun schon eineinhalb Jahren für die Sendung beworben. Immer wieder musste das Gastspiel der Südtiroler im deutschen Fernsehen verschoben werden – unter anderem, weil die TV-Macher sich vor Schnee im Oktober fürchteten.

    Aber jetzt stehen alle Termine: Die Kameraleute von Sport 1 rücken am 2. Mai zum ersten Mal an. Dann geht alles Schlag auf Schlag. Es werden Trainings gefilmt und alles wird genau unter die Lupe genommen. Am Donnerstag, den 4. Mai werden die drei Star-Trainer erwartet. Zwischen 18.00 und 20.00 Uhr werden Hans Sarpei, Peter Neururer und Kenny Krause den Jerginern zeigen, wie man Fußball spielt. Am Freitag wird den gesamten Tag über trainiert, gecoacht und gefilmt, schließlich soll die Elf aus St. Georgen am Samstag beim Spiel eine gute Figur machen.

    Lustig dabei: St. Georgen spielt an diesem Tag um 16.00 Uhr gegen Niederdorf. Das heißt: der Letztplatzierte spielt gegen den Vorletzten. Genauso wie die Jerginer Kicker diesem Match mit Spannung entgegensehen, scheinen sich auch die Gegner aus Niederdorf sehr auf den TV-Auftritt zu freuen. Schließlich hat man nicht jedes Wochenende die Chance vor tausenden Zuschauern zu gewinnen.

    Dabei wissen wohl beide Mannschaften, dass die drei deutschen Trainer schon sehr viel schlechtere Fußballer unter ihre Fittiche nehmen mussten. Das Niveau in der dritten Amateurliga ist weit höher als bei mancher kleinen Meisterschaft in Deutschland. Auch deshalb hoffen die Jergina darauf, eine nicht ganz so schlechte Figur im TV abzugeben.

     

     

    Der Auftritt der St. Georgen Amateure wird voraussichtlich am 21. Juni auf Sendung gehen.

     

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