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    „Schwindendes Vertrauen“

    erste Hilfe Die Rentnergewerkschaften haben sich Gedanken darüber gemacht, wie man die Notaufnahme des Bozner Spitals besser organisieren könnte.

    Die Sekretäre der Rentnergewerkschaften Gastone Boz (Cgil-Agb), Bruno Falcomatà (SgbCisl), Mariapaola Manovali (Uil-Sgk) und Stefan Vieider (Asgb) zeigen in einem Schreiben an Sanitätslandesrätin Martha Stocker eine Reihe von möglichen Lösungen für eine Neuorganisation der Notaufnahme im Bozner Spital vor.

    Dazu zählt etwa der Vorschlag, die Anlaufstelle für Personen mit weißem oder grünem Dringlichkeitskodex von der Notaufnahme räumlich abzugrenzen, und für diese Fälle eigens Ärzte und Pflegekräfte sowie eigene Regeln für die Annahme und die Entlassung der Patienten vorzusehen.

    In Anbetracht der Tatsache, dass die Hausärzte ihre Ambulatorien nicht ganztags geöffnet haben und telefonisch häufig nur schwer erreichbar sind, könnten Anrufe über die Notrufnummer 118 abgewickelt werden. Es kommt auch vor, dass der medizinische Notdienst in den Nachtstunden oder am Wochenende übergangen wird.

    Bevor Patienten mit weißem oder grünem Kodex Zugang zur Notaufnahme haben, sollte es für sie verpflichtend sein, sich zuvor einer Kontrollvisite beim medizinischen Notfalldienst zu unterziehen. Es wäre besser, so die Rentnergewerkschaften weiters, wenn der medizinische Notdienst im Krankenhaus angesiedelt wäre. Hausärzte könnten turnusweise im medizinischen Notfalldienst arbeiten. Die Rentnergewerkschaften schlagen zudem schon seit längerem vor, versuchsweise einen rund um die Uhr geöffneten Gesundheitssprengeldienst einzurichten.

    Für die Rentnergewerkschaften braucht es auch mehr Klarheit darüber, welche die Aufgaben der Notaufnahme sind, in welchen Fällen und mit welchen Beschwerden sich Bürger an die Notaufnahme wenden können und welche Dienste in Anspruch genommen werden können. Ein Problem der Notaufnahme ist, dass die Überfüllung auch von zu vielen Begleitpersonen, Familienangehörigen wie Bekannten der Patienten verursacht wird. Dies gilt es besser und genauer zu regeln. Eventuell könnten für Begleitpersonen separate Warteräume eingerichtet werden.

    Die Sekretäre der Rentnergewerkschaften bewerten es als positiv, dass zusätzliche Räumlichkeiten für die neue „Erste Hilfe“ vorgesehen sind. Für einen effizienteren Dienst bedarf es aber einer Neuordnung der Abteilung. Die Einrichtung von privaten Gesundheitsstrukturen könnte zu einer Zweiklassenmedizin führen, einer öffentlichen für weniger Wohlhabende und einer besser funktionierenden Gesundheitsversorgung gegen Bezahlung, die sich aber nur Reiche leisten können, so die Sorge der Rentnergewerkschafter.

    „Das schwindende Vertrauen lässt das gesamte öffentliche Gesundheitswesen in einem schlechteren Licht erscheinen, dabei ist es ganz und gar nicht so schlecht darum bestellt, wie der Vergleich mit anderen Regionen belegt“, so die Sekretäre Boz, Falcomatà, Manovali und Vieider abschließend.

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    Kommentare (1)

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    • andreas69

      Meiner Meinung ist die Basisgesundheitsversorgung ein Grundrecht des Menschen.
      In der Bozner 1. Hilfe ist der Anteil von sog. „Extracommunitari“ ca. 70-80% pro Abend/Nacht. Diese Personen gehen auch wegen kleinen Gesundheitsproblemen wie zB. Bauchweh, Kopfweh usw. zur 1. Hilfe, weil sie von ihrer Heimat nichts anderes kennen, oder weil sie hier nicht genügend aufgeklärt werden, welche Leistungen die 1. Hilfe bringen sollte.
      ALLE Patienten, die nicht als NOTFÄLLE eingestuft werden, könnten leicht umgeleitet und irgend wo anders von einem Turnusmediziner behandelt werden. Damit wäre der Weg endlich wieder frei für die Notpatienten.

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