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    „Ein Ja zur Diktatur“

    putin und dorfmann
    Herbert Dorfmann hat ein noch deutlicheres Ergebnis beim türkischen Referendum befürchtet und betont, dass die Europäische Union kein Weltaufpasser ist. 

    TAGESZEITUNG Online: Herr Dorfmann, 51 Prozent der Türken für Erdogans Reform. In Deutschland waren es mehr als 60 Prozent. Hätten Sie mit einem so knappen Ergebnis in der Türkei und einem so deutlichen Vorsprung für Erdogan in Deutschland gerechnet?

    Herbert Dorfmann: Dass die Ausland-Türken diesem Erdogan-Wahn eher unterliegen, ist grundsätzlich eigentlich klar, aber ich habe in der Türkei selbst ein viel deutlicheres Ergebnis befürchtet. Man sieht, dass die Türken auf ihr in der muslimischen Welt einzigartiges Staatsmodell stolz sind und dieses verteidigen wollten. Leider umsonst.

    Ein Ja zu Erdogans Präsidialsystem. Ein Ja für Erdogans Machtausbau.

    Ein Ja zur Diktatur. Ein Präsidialsystem nach französischem oder amerikanischem Modell kann durchaus demokratisch sein, aber dies wird in der Türkei nicht mehr der Fall sein, weil dieses Präsidialsystem faktisch eine Diktatur ist. Wenn der Präsident alle Kräfte in der Hand hält, geht die Demokratie unter.

    Damit ist ein EU-Betritt wohl endgültig Geschichte.

    Wenn man es zynisch sehen will, könnte man sagen, dass diese Abstimmung sogar gut war, weil diese Beitrittsdiskussion nun endlich beendet ist. Die Geschichte um einen EU-Beitritt der Türkei war ein selten großer Blödsinn. Für Europa ist diese Abstimmung aber aus jenem Gesichtspunkt nicht besonders gut, weil vor allem die Auslands-Türken für die Reform gestimmt haben – das Verhältnis zwischen Türken und Europäer wird jetzt sicher nicht leichter.

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    Kommentare (12)

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    • george

      Ja, ja. Augen zu und durch und möglichst nur sich selber bzw. die eigene Haut retten.

      • andreas

        Die Türkei hat so gut wie nichts mit Europa zu tun, 97% des Staatsgebietes sind Asien und die Moslems können sich auch dort die Köpfe einschlagen, das muss nicht unbedingt bei uns sein.

        Das hat wohl nichts mit eigener Haut retten zu tun, wenn man diese Fundamentalisten nicht haben will.
        Ein selten dämlicher Kommentar von dir, gut, selten nehme ich zurück.

    • unglaublich

      Die Erdoganbefürworter in Österreich, Belgien, Deutschland und Holland haben eins gezeigt. Integration funktioniert nicht, Mentalitäten/Werthaltungen werden nicht an der Grenze abgelegt, wie eine alte Kleidung. Wer nach drei Generationen immer noch einem Antidemokraten huldigt, ist in dieser Gesellschaft noch nicht angekommen.

      • yannis

        >>>Gesellschaft noch nicht angekommen<<<

        sehr freundlich formuliert, aber eigentlich zeigt sich dass sie NIE ankommen werden, es sei denn Europa passt seine Politik weitgehend der Türkischen an.
        In dem hoffentlich nicht eintretenden Falle wird man von der Erdogan-Anbetern in AT. BE, DE, und NL nix mehr hören.
        Hiermit zeigt sich auch der Kardinalfehler der Europäer und zwar dass man "Doppel-Pässe" duldet sodass es den Leuten möglich ist in der EU komfortabel zu leben und hinten rum den Landsleuten in ihren Herkunftsland einen Diktator an den Hals zu hängen.

    • criticus

      Wenn man die EU als Frieden innerhalb dieser Gemeinschaf betrachtet, so hat diese Gemeinschaft wirklich einen Sinn. Wenn man aber die Marionetten dieses Parlaments und ihre Entscheidungen betrachtet, so kann man folgendes feststellen: Ein Haufen verfressener überbezahlter Möchtegernpolitiker die keiner Situation gewachsen sind und sich tagtäglich immer wieder vom Volk und der Realität entfernen. Liebe Möchtegernpolitiker der EU! Kümmert euch lieber um unsere Probleme. Solange ich mein Treibstoff und Heizöl nur innerhalb eines Staates kaufen darf und nicht dort wo es billiger angeboten wird, ist dieser Staatenbund eine Farce und Ungerechtigkeit. Was die Türkei betrifft, die wird wirtschaftlich mit diesem System sowieso untergehen. Wer macht dort noch Urlaub oder tätigt Investitionen? Ach hab ich ja ganz vergessen: die EU schenkt den Türken jährlich Millionen für ihre „Demokratiebestrebungen“. So Saublöd muss man erst mal sein!

      • rambo

        Ja ja, sehr richtig geschrieben.
        Herr SVPD Dorfmann, wenn sie über Diktatur reden, dann müssen SIE mehr aufs Volk hören und nicht selbst entscheiden so wie es euch passt. (Geldtasche)

    • yannis

      Ich kann, Nein ich MUSS meinen Vorpostern voll zustimmen !!

      Die Deutschtürken die Sultan Erdogan unterstützen sind die erbärmlichsten Patienten, dass sie erbärmlicher nicht sein könnten, geboren und leben im (noch) Demokratischen Wohlstand, verdrücken sich vom türkischen Militärdienst durch Freikaufen und bringen in dem Land mit dem sie außer dem Pass sonst nichts am Hut haben einen Adolf 2.0 an die Macht.

      ich geh kotzen !!

    • gerry

      Haarsträubend wenn man bedenkt dass die Türken in Deuschland sämtliche Freiheiten einfordern aber in ihrem Land für Erdogan stimmen.

    • franz

      Dass Integration nicht funktioniert zeigt die Tatsache, dass die Mehrheit der in Deutschland lebenden Türken für das Referendum in der Türkei gestimmt hat.
      Alice Weidel AfD-Politikerin rät „Ja“-Sagern zur Rückkehr in die Türkei
      Ein AfD-Vorstandsmitglied fordert angesichts des klaren Votums für das neue Präsidialsystem, zahlreichen in Deutschland lebenden Türken die deutschen Staatsbürgerschaft abzuerkennen – aus Zweifel an ihrer Loyalität. […]
      Recht hat sie die Weidel
      http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/alice-weidel-afd-politikerin-raet-ja-sagern-zur-rueckkehr-in-die-tuerkei-14975167.html

    • franz

      Der Islam auf den Vormarsch ?
      Angesicht dessen wie die in Deutschland lebenden Türken abgestimmt haben bzw. der Ratschläge und Prophezeiungen von Erdogan und anderen Islamisten hat die AFD wohl recht.
      Bezüglich einer Beteiligung von Türken in Italien am Referendum in der Türkei ist nichts bekannt, würde aber wohl ähnlich ausfallen.
      Übrigens auch bei einer Wahl in einen anderen Islamistischen Land von in Italien lebenden Muslimen .
      So gesehen wäre die Forderung der AFD auch hierzulande berechtigt.
      Erdogan: Türken in Europa sollen fünf Kinder kriegen
      Appell des türkischen Präsidenten an Auslandstürken: „Macht nicht drei, sondern fünf Kinder.“ [….]
      http://diepresse.com/home/ausland/5185465/Erdogan_Tuerken-in-Europa-sollen-fuenf-Kinder-kriegen
      “dall’allora presidente algerino Boumédiène a Gheddafi – i quali in diverse occasioni hanno pronosticato come, a loro detta, l’islamizzazione dell’Europa sarebbe avvenuta grazie al ventre delle donne musulmane. […]
      E la seconda considerazione?
      Riguarda invece un detto attribuito a Maometto secondo il quale, dopo Costantinopoli, anche Roma verrà islamizzata. Per i musulmani l’islamizzazione di Roma, ossia del centro della cattolicità, del cristianesimo, è considerata come un dato certo di là da venire. E come dicevo poco fa, magari anche pacificamente, semplicemente attraverso l’andamento demografico. Non è un caso allora se oggi per esempio – come da me riportato nella parte finale del mio libro Europa Cristiana Libera – una figura come Yussef Al Qaradawi, noto telepredicatore della rete televisiva Al Jazeera, oltre che esponente di punta dei Fratelli musulmani, in una sua predica si ritrova ad affermare con chiarezza: «Noi conquisteremo Roma senza ricorrere alle armi». E del resto, infine, anche una celeberrima frase di un esponente islamico turco recita: «Con le vostre leggi (rivolgendosi all’Europa) noi vi invaderemo. Con le nostre leggi noi vi sottometteremo».
      Quelle: Magdi Allam

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