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    Steuer an die Kirche

    bischof-mit-grafikNur ein Drittel der Südtiroler Steuerzahler weist die acht Promille der Katholischen Kirche zu. Am Ende kommen jährlich immerhin vier Millionen Euro zusammen. Die Details.

    von Heinrich Schwarz

    Die Zeit der Steuererklärungen ist wieder angebrochen. Und Vereine, Organisationen und politische Parteien werben wie jedes Jahr um die Zuweisung eines Teiles der Einkommenssteuer. Acht Promille können einer religiösen Institution gegeben werden, fünf Promille einem Verein oder einer Organisation und zwei Promille einer Partei.

    Zuletzt hat die Diözese Bozen-Brixen einen großen Aufruf gestartet: „Acht Promille für die Katholische Kirche – Unterschreiben und Helfen“.

    In einer Presseaussendung heißt es:

    „Anstelle einer Kirchensteuer sieht die italienische Gesetzgebung seit 1989 die Möglichkeit vor, dass Steuerzahler mit einer Unterschrift auf ihrer Steuererklärung acht Promille ihrer schon einbezahlten Einkommenssteuer der Katholischen Kirche, anderen Religionsgemeinschaften oder dem Staat zufließen lassen können. Obwohl für den Steuerzahler mit der Unterschrift keine Mehrkosten anfallen, ist es trotzdem schwierig, Menschen zur Unterschrift dieser Zweckbestimmung zu motivieren, vor allem jene, die keine Steuererklärung einreichen und nur das Modell CU haben.“

    Diese können die Promille trotzdem zuweisen. Es reiche dafür, so die Diözese, das Formblatt, das dem Modell CU beiliegt. „Rentner, die kein Modell CU vom Fürsorge-Institut INPS erhalten haben, können ihre Unterschrift mit einem leeren Formular abgeben, das in allen Pfarreien aufliegt. Dieses kann dann bei der Post oder dem CAF abgegeben werden“, erklärt die Diözese.

    Der Diözesanbeauftragte Stefan Untersulzner sagt, dass in den letzten Jahren ein Rückgang zu verzeichnen war. Man bemühe sich deshalb zunehmend, die Menschen für eine Unterschrift zu gewinnen. „Die Diözese kann mit den Geldern notwendige pastorale und karitative Dienste aufrechterhalten und finanzieren“, so Untersulzner.

    tabelle-1-bischofDie TAGESZEITUNG hat sich in der Datenbank des Finanzministeriums die Anzahl der Zuweisungen in Südtirol angesehen. Die letzten veröffentlichten Zahlen beziehen sich auf die Auszahlungen von 2016, die das Steuerjahr 2012 betreffen.

    Nur rund ein Drittel der Südtiroler Steuerzahler hat damals die acht Promille der Katholischen Kirche zugewiesen – 144.517 von 413.893 Personen. Deutlich mehr als die Hälfte der Südtiroler hat gar keine Wahl getroffen. Die größte nicht-katholische Religionsgemeinschaft war die Evangelische Waldenserkirche mit 5.943 Zuweisungen, 37.149 Südtiroler gaben die acht Promille dem Staat (siehe auch Grafik).

    Welche Beträge diese Zuweisungen ausmachen, wird leider nur für Gesamtitalien bekanntgegeben. Über 15 Millionen Zuweisungen gingen an die Katholische Kirche. Der Anteil liegt mit 36,8 Prozent etwas höher als in Südtirol. Insgesamt erhielt die Katholische Kirche damit rund eine Milliarde Euro. 6,7 Prozent der Steuerzahler gaben die acht Promille dem Staat, 54 Prozent machten keine Zuweisung (siehe eigene Grafik).

    Am Ende kommt die Katholische Kirche jährlich immer auf deutlich mehr als zwei Milliarden Euro an Einnahmen. Denn all jene acht Promille, die nicht vom Steuerzahler zugewiesen werden, teilt der Staat auf – und zwar proportional zu den getätigten Zuweisung. So erhält die Katholische Kirche doch noch rund 80 Prozent des Geldes.

    tabelle-2-bischof„Pro Jahr kommen im Schnitt fast vier Millionen Euro in die Diözese Bozen-Brixen zurück. Damit kann die Kirche Priester besolden, pastorale Dienste gewährleisten, soziale Projekte der Caritas mitfinanzieren, Bauvorhaben in den Pfarreien unterstützen. Auch verschiedene diözesane Dienste im Bereich der Medien, Mission, Priesterfortbildung, Familienberatung und der Jugenddienste können durch diese Gelder bezuschusst werden. Je mehr Unterschriften die Katholische Kirche bekommt, umso mehr Geld kommt den einzelnen Diözesen zugute“, so Stefan Untersulzner.

    Inzwischen stehen übrigens drei weitere Begünstigte der Acht-Promille-Regelung zur Auswahl: Der Bund der Buddhisten, der Bund der Hinduisten und das Buddhistische Institut „Soka Gakkai“.

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (13)

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    • andreas

      Warum soll ich einem Laden, welcher Pädophile deckt und der größte Grundbesitzer ist, Geld geben?
      Regelmäßig predigen, dass man den Armen und den Flüchtlingen helfen soll, selbst aber keine aufnehmen und sonntäglich bei auch armen Kirchengängern um Geld betteln.

    • kleinlaut

      Vollkommen richtig! Meinen Obulus sind die schon lange los! Früher habe ich gedacht ok, solange das Geld für die Erhaltung von Kulturgütern verwendet wird, kann ich das noch verschmerzen, aber inzwischen hat meine Abneigung zu diesem Apparat so zugenommen, dass mir jeder Cent zu schade ist, meine 8%o bekommt das Tierheim.

    • sepp

      die solle ihren saftladen selber finanziern

    • ahaa

      Die Kirche setzt sogar ihre eigenen Repesentanten vor die Tùr, wenn sie alt sind.
      So einen Pfarrer und seine Haushalterin die mit beinahe 90Jahren gezwungen wurden ihren Lebensstandort zu wechseln.
      Gegen ihren Willen!
      Sie wollen blos Geld ,Gold ,Grund.
      Wer nicht arbeitet (herstellt,bewegt) muss ja von was leben.
      Schlechte Gewissen und Angsmacherei sind nur ein Teil davon.
      Teufel haben keine Hòrner!

    • goggile

      interessant was fuer suedtiroler verràter hier sich tummeln unter den schreibern. ich bin zwar kein kirchgànger aber sie gehòrt zu unserer Kultur und vielleicht wenn es einem mal schlecht geht sind wir doch froh in der kirche eine art Heimat zu finden. durch solche hirnlose Kommentare, die die eigene geschichte und Kultur verungimpflichen sieht man was fuer katastrophaler zusammenhalt und in diese heutige Situation gebracht hat. nehmt euch ein Beispiel von unseren neuen mitbuergern die halten religiòs zusammen wie Pech und schwefel.

      • franz

        Unsere neuen Mitbürger halten religiòs zusammen wie Pech und schwefel.
        Ja ? ab und zu schlagen sich diese Idioten gegenseitig die Schädel ein. 🙂
        http://www.tageszeitung.it/2017/04/17/fliegende-faeuste-2/#comment-344877

      • ahaa

        Die Kirchgànger gehòren genau so zu unserer Natur wie der Pfarrer ins Haus kommt um beim Kindermachen zu beraten.So geschehen vor 60 Jahren,weil sie zwar verheiratet waren aber nicht wussten wie man Kinder macht.Damals wurden die unehelichen doch vertrieben oder manchmal sogar…..
        Unsere neuen Mitbùrger vereinigt blos eines,wir und unser Geldsystem.
        Glauben ist nicht Wissen!
        Jeder hier hat doch seinen eigenen Gott den er anbetet und seine Zeit widdmet.
        Das Handy,Glùckspiel,Arbeit,Geld…..
        Es gibt Menschen die beten 5 mal am Tag und das zu Hause wo es eigntlich niemand hòren sollte. 🙂
        Was treibt sie dazu?
        Kultur?

    • franzbach

      Ja zur Kirche, nein zu diesem Prozzbischof, goldbehangen von der Glazze bis zum Fuße.
      Solang das Geld da ist, dass dieser unsympathische Mensch gelegentlich mit dem Flieger zu fernen Destinationen pilgern kann, sind die 8 Promille an anderer Stelle besser aufgehoben.

      Ich distanziere mich nicht von der Kirche, aber von dieser Person und ersehne den Tag, an dem ein anderer dieses Amt inne haben möge.

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