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Pusterer Notstand

hausarztWeiterhin Notstand bei den Kinderärzten im Pustertal. Aber: Bis zum Sommer soll ein Gesetzesvorschlag vorliegen, der die Situation zumindest entschärfen könnte.

von Silke Hinterwaldner

Kinderarzt Ewald Mair hat jetzt seine Praxis für alle wieder geöffnet, damit kann aber längst nicht Entwarnung gegeben werden im Kampf um die gesundheitliche Versorgung der Kinder im Pustertal. Denn: Im Mai wird Kinderarzt Michael Panzenberger in Sand in Taufers nachlegen. Auch er wird seine Praxis einen Monat lang schließen.

Der Grund für diesen Protest der Kinderärzte ist hinlänglich bekannt: Weil ein staatliches Gesetz vorschreibt, dass sie nicht mehr als 240.000 Euro im Jahr umsetzen dürfen, werden Vergütungen an die Ärzte einfach nicht mehr ausbezahlt. Dabei müssen die Kinderärzte mit diesem Geld sowohl Angestellte als auch Gerätschaften für die Praxis finanzieren.

Das Problem ist längst erkannt worden, aber eine Lösung scheint trotzdem schwierig zu sein. Aber immerhin: Es wird daran gearbeitet: Am Donnerstag vergangener Woche hat sich Landesrätin Martha Stocker mit den Kinderärzten und dem Bürgermeister von Bruneck zur zweiten Aussprache getroffen. Obwohl als Gemeindeverwalter nicht unmittelbar dafür zuständig, waren diese Treffen auf Initiative von Roland Griessmair zustande gekommen.

Jetzt zeichnen sich erste Ergebnisse ab. Griessmair erklärt: „Noch vor der Sommerpause möchte die Landesrätin dem Landtag einen Gesetzesvorschlag vorlegen, welcher eine Kostenbeteiligung für die Praxisausstattung der Kinderärzte vorsieht.“ Damit könnte das Problem zumindest teilweise entschärft werden. An weiteren Möglichkeiten arbeitet nach Ostern dann eine Arbeitsgruppe im Sanitätsressort, der auch die Ärzte Panzenberger und Mair angehören sollen. Ihr Ziel ist es, noch vor dem Sommer an einem Gesetzesvorschlag zu arbeiten, der dann durch den Landtag gehen soll. „Ich bin optimistisch“, sagt Griessmair, „dass man eine Lösung finden wird. Im Sanitätsbetrieb zeigt man großes Entgegenkommen.“ Die Einkommensgrenze für Kinderärzte ist freilich nicht nur ein Problem im Pustertal, weshalb man nach einer allgemein gültigen Lösung suchen muss.

Eines ist jetzt schon klar: Die 240.000-Euro-Grenze kann nicht einfach angehoben werden, mit entsprechenden Versuchen ist Stocker in Rom bereits abgeblitzt.

 

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