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    Freiheit im Jugendring

    flash-tisch-mit-logosDie Junge Süd-Tiroler Freiheit will dem Südtiroler Jugendring beitreten. Doch es gibt Skepsis – vor allem bei der Jungen Generation der SVP, die nach wie vor das einzige politische Mitglied ist.

    von Heinrich Schwarz

    Der Südtiroler Jugendring hat sich seit seiner Gründung im Jahr 1977 zu einem wichtigen Interessensvertreter entwickelt. Inzwischen gehören dem Jugendring zwölf Mitgliedsorganisationen an (siehe Infokasten). Er vertritt als Dachorganisation der Kinder- und Jugendverbände des Landes über 50.000 Mitglieder.

    Stefan Premstaller

    Stefan Premstaller

    Über sich selbst schreibt der Jugendring: „Der SJR versteht sich als Sprachrohr der Kinder und Jugendlichen. Er startet gesellschaftspolitische Initiativen und ist politischer Ansprechpartner zu Jugendfragen. Er agiert dabei stets parteipolitisch unabhängig.“

    Im Jugendring ist aber auch eine Parteiorganisation als Mitglied vertreten – als Gründungsmitglied sogar: die Junge Generation in der SVP (JG). „Wir haben uns als Gründungsmitglied immer eingebracht, haben es aber recht gut geschafft, die Politik aus dem Versammlungsraum draußen zu lassen“, sagt der JG-Vorsitzende Stefan Premstaller.

    Aus dem Umfeld des Jugendrings heißt es denn auch, dass sich die JG häufig nicht durchsetzen kann, wenn innerhalb der Organisation unterschiedliche Meinungen zu Sachthemen vorherrschen.

    Tobias Planer

    Tobias Planer

    In Vergangenheit haben mit der Freiheitlichen Jugend und den Young Greens bereits zwei politische Jugendorganisationen versucht, das Exklusiv-Merkmal der JG im Jugendring zu zerbrechen. Doch in beiden Fällen wurde nichts daraus. „Wir hatten für mehrere Jahre einen Beobachterstatus, doch irgendwann haben wir das Ganze fallen gelassen, da wir nicht so breit aufgestellt sind wie die JG und zudem das Budget knapp war. Das ist schade – auch weil die JG als politische Organisation alleine vertreten ist. Vielleicht starten wir ja einen neuen Versuch“, so Tobias Planer, damals Vertreter der Young Greens im Jugendring.

    Bei der Freiheitlichen Jugend gab es vor etwa acht Jahren ein Zerwürfnis mit dem Jugendring, nachdem sich der Amtsdirektor für Jugendarbeit, Klaus Nothdurfter, im Leitartikel der Zeitschrift „Zum Beispiel“ negativ gegenüber rechtswählenden Jugendlichen geäußert hatte („Bei uns gibt es einen Ruck nach Rechts, zurück, ängstlich konservativ, ohne positive Perspektive für das Land. Wesentlich dazu beigetragen haben leider auch die JungwählerInnen, ‚die Jugend‘“) und sich der Jugendring nicht hinter die Südtiroler Jugend gestellt habe.

    Michael Demanega

    Michael Demanega

    Der damalige Jugendsprecher der Freiheitlichen, Michael Demanega, blickt zurück: „Wir haben uns mit den politischen Positionen des Vorstandes nicht identifizieren können, der öffentlich gegen Mitgliedsorganisationen argumentiert hat. Die Mitgliedschaft war in keinster Weise fruchtbar, da die Positionen ideologisch festgefahren sind und wir nicht damit leben wollten, dass ,Berufsjugendliche‘ der Jugend sagen, wo es langzugehen hat.“

    Ein Beitrittsgesuch hat indes die Junge Süd-Tiroler Freiheit gestellt, die sich in den letzten Jahren zur zweitgrößten politischen Jugendorganisation des Landes hochgearbeitet hat. „Die ganzen Vorbereitungen sind getroffen – die Gespräche geführt. Bei der anstehenden Vollversammlung des Jugendrings erfahren wir, ob wir einen Beobachterstatus erhalten“, sagt der Vorsitzende Benjamin Pixner.

    Kevin Hofer

    Kevin Hofer

    „Beobachterstatus heißt, dass man bei den Versammlungen zwar immer mitreden kann, aber kein Stimmrecht hat“, erklärt Jugendring-Geschäftsführer Kevin Hofer. Die Vollversammlung findet am 12. Mai statt. Nach zwei Jahren Beobachterstatus, so Hofer, könne man den Antrag für die Vollmitgliedschaft stellen.

    Benjamin Pixner über die Ziele des Beitritts: „Wir wollen uns als Junge Süd-Tiroler Freiheit breiter aufstellen und uns bei mehr Themen mit einbringen. Wir stehen viel in Kontakt mit jungen Menschen und da derzeit nur die JG vertreten ist, ist es wichtig, dass auch andere Meinungen einfließen.“

    Die Vorgespräche mit dem Jugendring sind laut Pixner sehr gut verlaufen. „Natürlich sind auch kritische Fragen gekommen. Das ist berechtigt. Aber ich glaube, dass wir bei vielen Themen einen gemeinsamen Nenner finden werden“, so der Jungpolitiker. Besonders anecken könnte die Junge Süd-Tiroler Freiheit, wenn sie die Volkstumspolitik – das zentrale Anliegen der Bewegung – zu sehr in die Diskussionen hineinzieht.

    Benjamin Pixner

    Benjamin Pixner

    Naturgemäß skeptisch ist natürlich die JG, die politische Konkurrenz im gewichtigen Jugendring bekommen könnte. „Ich lasse mich überraschen, ob die Vorstellungen des Jugendrings mit jenen der Süd-Tiroler Freiheit zusammenpassen. Wichtig ist, dass man die Parteiflagge draußen stehen lässt, sich für die Jugend einsetzt und erst danach wieder auf politischer Ebene diskutiert. Der Jugendring ist nicht dazu da, um Werbung für die eigene Organisation zu machen und andere Mitglieder von den eigenen Vorstellungen zu überzeugen. Diese Gefahr besteht. Aber dafür ist ja der Beobachterstatus da“, so die klare Ansage vom JG-Vorsitzenden Stefan Premstaller.

    Jugendring-Geschäftsführer Kevin Hofer gibt sich optimistisch: „In den nächsten Jahren können wir uns gegenseitig kennenlernen, wobei ich keine Probleme erwarte. Parteipolitik hat bei uns aber jedenfalls nichts zu suchen.“

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    Kommentare (1)

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    • zaungast

      Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: eine (angeblich) überparteiliche Organisation, in der die SVP (nicht nur durch die eigene Jugendorganisation) das Sagen hat, lässt andere Parteien nicht rein. Und die gesamte Organisation spielt dieses Theater seit mindestens 10 Jahren.
      Wobei der Zweck dieser Organisation der ist, den Zutritt zu den öffentlichen Beiträgen zu „erleichtern“…
      Unter Durnwalder eine Selbstverständlichkeit, könnten solche Geschmacklosigkeiten unter Kompatscher (den ich als Nicht-SVP-Wähler aber trotzdem als Politiker mit Format schätze) schon langsam aufhören.
      Und bitte keine idiotischen Kommentare von Anhängern dieser Organisation, dass das gar nicht ginge. Durch Direktmaßnahmen klar nicht.

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