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    Der barrierefreie Teppich

    bildschirmfoto-2017-04-10-um-13-48-43Ein „barrierefreier Teppich“ soll zum Nachdenken anregen: Als Teil der Informationskampagne zur Barrierefreiheit wurde die Aktion am Montag vorgestellt.

    50 Teppiche mit dem Logo der dreijährigen Sensibilisierungskampagne des Landes mit dem Motto „Weniger Barrieren, mehr Lebensqualität“ werden demnächst in den Eingangsbereichen der Landhäuser und des Landtages, in den Rathäusern der großen Gemeinden, in den Sprengelsitzen der Bezirksgemeinschaften, in den Sitzen der Berufskammern, in den technischen Fachoberschulen und der Universität für Bildungswissenschaften ausgelegt.

    Die Teppiche haben einen Durchmesser von 1,5 Metern und sollen den Bedarf an notwendiger Rotationsfläche aufzeigen, um sich selbständig und autonom bewegen zu können.

    Schritt für Schritt gegen Barrieren

    „Es geht um etwas ganz Besonderes. Mit der Sensibilisierungskampagne wollen wir nicht nur sichtbare, sondern auch mentale Barrieren Schritt für Schritt abbauen“, unterstrich Soziallandesrätin Martha Stocker am Montag bei der Medienkonferenz.

    LRin Martha Stocker

    LRin Martha Stocker

    Mit der Aktion „barrierefreier Teppich“ will man dem Thema Barrierefreiheit wieder vermehrt Aufmerksamkeit schenken und legt die Teppiche deshalb in ausgewählten öffentlichen Strukturen für die Bevölkerung gut sichtbar aus.

    „Dieser Radius ist die gesetzliche vorgesehene Mindestnorm, um sich frei bewegen zu können. Doch nicht nur bauliche Maßnahmen werden für einen Abbau der Barrieren sorgen, vor allem ein Umdenken und eine andere Betrachtungsweise werden für die Zukunft ausschlaggebend sein“, meinte Luciana Fiocca, die Direktorin des Amtes für Menschen mit Behinderung.

    Insgesamt sind etwa 15 Prozent der Bevölkerung auf barrierefreie Lebensräume aufgrund verschiedener Behinderungen und Einschränkungen angewiesen, für 40 Prozent bedeutet der Abbau von Barrieren eine Steigerung der Lebensqualität: dazu gehören Eltern mit Kinderwagen oder Kleinkindern, Senioren oder Menschen mit einer vorübergehenden Einschränkung aufgrund einer Verletzung.

    Barrieren schränken Lebenqualität ein

    Auch Landeshauptmann Arno Kompatscher wies auf die Relevanz des Themas Barrierefreiheit hin: „Barrieren betreffen nicht nur Menschen mit Behinderung, sondern einen Großteil der Bevölkerung. Selbst bei einfachen Abläufen im Alltag kann es zu einer Einschränkung der Lebensqualität kommen.“

    bildschirmfoto-2017-04-10-um-13-49-02Deshalb sei es von großer Wichtigkeit, bereits bestehende Strukturen anzupassen und für Neubauten die Bestimmungen zur Barrierefreiheit einzuhalten, so Kompatscher. Die Umsetzung barrierefreier Lebensräume ist aber nicht nur in öffentlichen Gebäuden zu berücksichtigen, sondern sollte auch in den eigenen vier Wänden eine Rolle spielen.

    Vor und hinter der Eingangstür eines jeden Gebäudes, auch um die Tür mit einem Kinderwagen bedienen zu können, vor den Aufzügen, um einen Richtungswechsel vorzunehmen, bei Richtungsänderungen in den Gängen, vor den Wohnungstüren in den Kondominien, um mit Kind am Arm und Einkaufstasche ausreichend Platz zu haben: überall dort sind ausreichende Rotationsflächen notwendig.

    „Weniger Barrieren heißt vor allem mehr Lebensqualität. Denken wir dabei auch noch an den demographischen Wandel, stellen wir fest, dass dieses Thema künftig immer mehr Menschen betreffen wird“, sagte der Landeshauptmann.

    Neue Website zur Barrierenfreiheit

    Die Sensibilisierungskampagne des Landes für weniger Barrieren und mehr Lebensqualität wurde im Jahr 2015 gestartet und steht unter dem Motto „barrierefrei. ich bin dabei“. Das Ziel, die Bevölkerung auf das Thema Barrierefreiheit vermehrt aufmerksam zu machen, wurde dabei mit verschiedenen Initiativen unterstützt.

    Die Umgebung, in der man lebt, sollte demnach künftig so gestaltet werden und so veränderbar sein, dass darin alle gleichberechtigt leben können, ohne sich umständlich anpassen zu müssen.

    Neu ist neben der Initiative des barrierenfreien Teppichs auch die Überarbeitung der Website zur Barrierefreiheit (Infos unter: http://www.provinz.bz.it/familie-soziales-gemeinschaft/barrierefreiheit/): diese Informationsplattform zum Thema der architektonischen Barrieren soll für Betroffene, aber auch für Planer und öffentliche Einrichtungen Anlaufstelle für verschiedene Grundinformationen sein.

    Landesrätin Stocker rief auf, sich aktiv an der Gestaltung dieser Seite zu beteiligen: „Interessierte werden aufgefordert, Fotos zur Barrierefreiheit (bad und best practice) oder zu entsprechenden Lösungen zu schicken, um dem Thema einen angemessenen Raum zu geben“.

    Öffentliche Gebäude werden angepasst

    Die Landesregierung hat für den Abbau der architektonischen Barrieren in den Landesgebäuden für das Jahr 2017 eine Million Euro vorgesehen, das Mehrjahresprogramm sieht weitere Geldmittel vor. Eine Arbeitsgruppe, welche sich aus Technikern der Abteilung Hochbau und Soziales zusammensetzt, wird den Abbau der Barrieren in den Gebäuden begleiten und umsetzen.

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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