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    Nach dem Voucher?

    Hans Berger

    Hans Berger

    SVP-Senator Hans Berger erwartet bis Ende Mai Ersatzmaßnahmen für die gestrichenen Voucher-Lohngutscheine.

    SVP-Senator Hans Berger erwartet bis Ende Mai Ersatzmaßnahmen für die gestrichenen Voucher-Lohngutscheine.

    „Ich gehe davon aus, dass die Regierung bis Ende Mai neue Ersatzmaßnahmen für die gestrichenen Lohngutscheine verabschieden wird“, meint SVP-Senator Hans Berger – und bezeichnet die Aufregung über ein befürchtetes Vakuum nach der Abschaffung der bisherigen Voucher als verfrüht.

    „Die Maßnahmen könnten ganz unterschiedliche Formen aufweisen – und einerseits den Familien sowie den gemeinnützigen Vereinen und andererseits den Unternehmern neue Möglichkeiten der flexiblen Beschäftigung von Mitarbeitern für Gelegenheitsarbeit eröffnen.“

    Ministerpräsident Paolo Gentiloni habe die Notwendigkeit einer zeitnahen neuen Regelung der Gelegenheitsarbeit erkannt und auch öffentlich bekundet; mit der Voucher-Abschaffung sei jüngst vor allem, verantwortungsbewusst, eine politische Spaltung im Hinblick auf das geplante Referendum vermieden worden, so Senator Hans Berger.

    „Viele Familien, öffentliche Verwaltungen und gemeinnützige Organisationen haben in den vergangenen Jahren die Lohngutscheine als eine angenehme Form der flexiblen Beschäftigung genutzt“, erinnert Senator Hans Berger.

    „Genauso haben die Voucher vielen Studenten, Gelegenheitsarbeitern oder auch Arbeitslosen und Rentnern die Möglichkeit eines unbürokratischen Zusatzeinkommens gegeben.“ Und nicht zuletzt auch die Hotellerie, die Landwirtschaft und andere Berufszweige hätten dieses im Jahr 2008 geschaffene Instrument genutzt. Die Verwendung hat kontinuierlich zugenommen: „So waren es beispielsweise 2008 noch 500.000 Lohngutscheine, während es 2016 rund 140 Millionen geworden sind.“

    Dies habe laut Hans Berger auf dem Arbeitsmarkt „auch zusätzlich legale Beschäftigung mit sich gebracht, was für den maroden italienischen Arbeitsmarkt enorm wichtig gewesen ist.“ Leider habe es auch Missbräuche gegeben: „Diese hätten aber nicht dazu führen müssen, gleich die völlige Abschaffung der Voucher von der Regierung zu verlangen.“

    Als Ersatzmaßnahmen würden nun Regelungen wie eine Flexibilisierung der „Arbeit auf Abruf“, neue Formen des deutschen Modells der Minijobs oder auch Voucher-Systeme in ausschließlich telematischer Form diskutiert.

    „Ich bin überzeugt, dass zeitgerecht eine anwendbare Ersatzlösung gefunden wird, welche den genannten Bedürfnissen der Familien und Organisationen sowie auch der Unternehmen Rechnung trägt“, sagt Hans Berger, „und dies ohne die Lohnkosten explodieren zu lassen.“

    Wichtig sei auch, dass man den Rechten und Notwendigkeiten der Mitarbeiter entspricht – ohne die Möglichkeit, ein Zusatzeinkommen zu erwirtschaften, zu erschweren.“

    Die Arbeitskommission des Senats, der Hans Berger als Mitglied angehört, hat schon am Mittwoch die Umwandlung des abschaffenden Dekretes in ein Gesetz auf der Tagesordnung.

    „Die Möglichkeit, legale Beschäftigung zu fördern, muss über den Interessen gewerkschaftlicher Machtkämpfe stehen. Die Alternative zu flexibler Gelegenheitsarbeit ist Schwarzarbeit oder keine Arbeit“, so Senator Hans Berger abschließend.

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (6)

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    • einereiner

      Wenn in einem zivilisiertem Staat so ein System wie die Voucher abgeschafft oder eingeführt wird, so passiert das mit einer Übergangszeit von mindestens einem Jahr.
      Folglich ist Italien kein zivilisierter Staat. Was will die SVP noch bei diesem Sauhaufen?

      • roadrunner

        Was willst du noch bei diesem maroden Staat? Schreibst du vom Ausland aus?
        Warum nörgelst du denn die ganze Zeit? Wenn du etwas verändern willst, dann mach dich bereit, anstatt die ganze Zeit zu schreiben, wie scheiße alles ist! Mann mann, Italien wird einfach von Parasiten oder Opportunisten oder beiders regiert. Alles ist scheiße, die Anderen sind schuld, aber machen sollen es immer die Anderen.
        Ganz ehrlich, ich kenne dich nicht, habs nicht persönlich, aber ich kann Leute nicht ausstehen, welche immer nur ummereiern, sorry.

    • franz

      Haha “….mit der Voucher-Abschaffung sei jüngst vor allem, verantwortungsbewusst, eine politische Spaltung im Hinblick auf das geplante Referendum vermieden worden, so Senator Hans Berger.“ […..]
      Eine politisch Spaltung in Italien besonders beim PD von Berger & Genossen gibt es auch ohne Referendum.
      Mit einen Referendum hätten die linken Genossen aber eine weitere Niederlage hinnehmen müssen.
      Grundsätzlich wäre nichts gegen den Voucher auszusetzen für Studenten, Gelegenheitsarbeitern oder auch Arbeitslosen und Rentnern, eine Möglichkeit eines unbürokratischen Zusatzeinkommens.
      .“ Und nicht zuletzt auch die Hotellerie, die Landwirtschaft.
      Leider wurde das System von Unternehmern – Hotels usw. dazu genutzt um mit Schwarzarbeit bei den Kosten Geld einzusparen. ( z. B 1 Stunde Voucher 7 Stunden Arbeit )
      Was zu einer Art Versklavung junger Menschen geführt hat. Ohne Krankenversicherung ohne INPS-Beiträge und damit eine miserable Rente mit 70 ?
      Rentner sollten eine Rente bekommen die es ihnen ermöglicht ohne Zusatzverdienst ein halbwegs menschenwürdiges Leben zu führen und nicht ins Ausland abwandern zu müssen, um zum überleben ( z. B Portugal – Bulgarien, bekanntlich bezahlen Rentner dort keine Steuern auf ihr Einkommen ) abgesehen von den niederen Lebenshaltungskosten.
      Wo bleibt Bergers Forderung endlich die Steuern zu senken, die Renzi Genossen bereits seit 5 Jahren versprechen, aber nie realisiert haben..
      Dafür gibt die links-grüne Regierung 4 Milliarden € / Jahr für die illegale Immigration und 20 Milliarden für die Bankenrettung aus, die wiederum der Steuerzahler ( inkl. Rentner ) bezahlt.

    • andreas69

      Scheinbar wollen oder können unsere Parlamentarier in bestimmten Bereichen keinen Einfluss auf die römische Regierung ausüben, denn als Parlamentarier, hätten sie schon lange die Möglichkeit gehabt, die Regierung über die Missstände über die Verwendung der Voucher aufzuklären, und eine Gesetzesänderung vorschlagen können. Es ist nicht nachvollziehbar wie in Rom regiert wird. 1. Man lässt es darauf ankommen, von einer Gewerkschaft, die ein Referendum anstrebt, vorne weg getrieben zu werden. 2. Aus rein parteipolitischen Geplänkel („Spaltung“?), schafft die Regierung eine schon seit Jahren bestehende Regelung kurzerhand ab und treibt damit eine ganze Gruppe von Arbeitern und Arbeitgebern potentiell in die Illegalität. 3. Am Ende muss die Regierung diesen selbst verschuldeten Schlamassel wieder neu regeln. Interessante Methoden für eine einfache Gesetzesänderung!

    • franz

      Apropos Rentner ,
      Hans Berger welcher der Arbeitskommission des Senats angehört, könnte sich in der Kommission einsetzen, dass jenen Rentnern endlich der vom Verfassungsgericht zugesprochene Betrag und von Renzi per Dekret zurückgewiesen, ausbezahlt wird ohne das diesbezügliche anhängige Urteil beim Verfassungsgericht abwarten zu müssen.
      “Con pronuncia della Corte Costituzionale (Sentenza n. 70/2015) la rivalutazione prevista dall’art. 34, comma 1, della legge 23 dicembre 1998, n. 448, bloccata dalla Legge Fornero per gli anni 2012-2013, riprenderebbe a produrre effetti. ( 2011-2014 )
      Tuttavia, su detta pronuncia è intervenuto il Governo che, con il Decreto Legge n. 65 del 2015, ha limitato il diritto.“ [….]
      Den betroffenen Rentnern wurde von der Regierung per Dekret- Legge n. 65 del 2015, ein sympatico Bonus 🙂 “Una Tantum“ ausbezahlt, anstatt den vollen Betrag bzw. die Renten an der Inflation anzupassen , gemäß ( Urteil n. 70/2015)

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