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    „Weg vom Meister-Eder-Image“

    lvh-Präsident Gert Lanz

    lvh-Präsident Gert Lanz

    Auf der Landesversammlung des Südtiroler Handwerks fiel der Startschuss für eine fünfjährige Imagekampagne. Die Details.

    Wirtschaftlich geht es wieder bergauf, die Investitionsbereitschaft zieht langsam wieder an, die Jugendarbeitslosigkeit ist auf dem niedrigsten Stand seit fünf Jahren. „Dies ist der ideale Zeitpunkt, an unserer Selbstvermarktung zu arbeiten und die Stärken und Werte des Handwerks zu kommunizieren“, unterstrich Gert Lanz, Präsident im Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister, bei der diesjährigen Landesversammlung am Samstag.

    Gelingen soll das Vorhaben mit einer fünfjährig angelegten Imagekampagne, die aufzeigen soll, welche Auswirkung das lokale Handwerk auf ein Land mit diesem Reichtum an Wirtschaftskraft, Kreativität und Lebensqualität hat. Vor allem sollen aber junge Menschen auf das Handwerk als attraktiven und interessanten Arbeitsgeber aufmerksam gemacht werden.

    „Wir haben über 13.400 Handwerksbetriebe, die in unseren Gemeinden für Ausbildung und Beschäftigung sorgen. Sie generieren Umsatzsteigerungen, soziale Wertschöpfung und sind tief mit der Region verwurzelt. Kein anderer Sektor bietet so viel Vielfalt und Entwicklungsmöglichkeiten wie das Handwerk, immerhin gibt es 130 Handwerksberufe. Die Qualität des Handwerks ist mittlerweile zu einem bedeutenden Markenzeichen Südtirols geworden. Wir müssen uns aber wegbewegen von dem alten Meister-Eder-Image hin zum modernen, technologisch affinen und gut bezahlten Handwerkerbild. Das ist das Handwerk von heute, das ist das Made in Südtirol“, betonte Lanz.

    imageMit einer frischen Imageoffensive unter dem Motto „Generation H“ sollen verstaubte Klischees nun endlich beiseite geräumt werden. Im Rahmen der Landesversammlung fiel am Samstag der offizielle Startschuss für die Imagekampagne: Ab sofort wird das lokale Handwerk und dessen Leistungen im Mittelpunkt des Landes stehen und mit der neuen Marke kommuniziert.

    Generation H soll dabei vor allem eines: Lust auf Südtiroler Handwerk machen.

    Überzeugt vom Generationengedanken sind auch die Vorsitzende der Junghandwerker, Jasmin Fischnaller, die Vorsitzende der Frauen, Marlies Dabringer, der Vorsitzende der Althandwerker, Johann Zöggeler, und der nationale Confartigianato-Präsident Giorgio Merletti: „Wir alle gehören zur Generation H und sind stolz, Teil dieser Handwerkerfamilie zu sein. Gemeinsam kann es uns gelingen, unsere Werte besser zu kommunizieren und somit eine stärkere Wahrnehmung und höhere Wertschätzung für das Handwerk zu erreichen.“

    Entstehung und Inhalt der Kampagne

    Anlass für das Sensibilisierungsprojekt war eine vom lvh initiierte Umfrage im Herbst 2015, die zu Tage brachte, dass das Image des Handwerks grundsätzlich positiv sei, bei den Jugendlichen aber geringe Kenntnisse und Wertschätzung für Handwerksberufe offenbarte.

    „Das Südtiroler Handwerk wird nicht so wahrgenommen, wie es ihm zusteht“, erklärt lvh-Präsident Gert Lanz. So sehen die Jugendlichen das Handwerk zwar als interessanten Arbeitgeber, bringen es allerdings nicht mit High-Tech oder Innovation in Verbindung. 46 Prozent der befragten Schüler gaben an, dass es nicht „in“ sei, einen Handwerksberuf zu ergreifen. Eine gespaltene Meinung gibt es hinsichtlich Verdienstmöglichkeiten im Handwerk. Hier will man nun mit der Kampagne ansetzen.

    imageMit ausdrucksstarken Anzeigen, Berichten und öffentliche Aktionen will Generation H aufmerksam machen: Dabei kommen Handwerker zu Wort, Kunden berichten über den Wert, den sie den Leistungen des Handwerks beimessen, Schüler und Jugendliche erzählen über die Themen, die sie im wahrsten Sinne des Wortes beschäftigen. Kurzum: Inhaltlich werden alle Schwerpunkte im Handwerk bedient von der Berufswahl bis zum Qualitätsmerkmal, von der Standortwahl bis zur Globalisierung.

    Als zentrale Informationsplattform wurde die www.generation-H.net ins Leben gerufen. Sie gibt Basis-Informationen über die Vielfalt der Handwerksberufe, berichtet über aktuelle Veranstaltungen und versammelt eine Vielzahl von wertvollen Links rund um das Handwerk. Nicht fehlen dürfe in der Kampagne – vor allem weil sie sich in erster Linie an die Jugend richtet – eine ausgeklügelte Socialmedia-Strategie auf facebook und Instagram.

    Initiiert wird die Kampagne vom lvh, der als solcher aber nicht im Rahmen der Kampagne aufscheinen wird. Unterstützt wird das fünfjährige Projekt von der Autonomen Provinz Bozen.

    Testimonial der Kampagne ist die Junge Südtiroler Band Mainfelt, die die Hintergrundmusik zum Imagefilm spielt und die Landesversammlung musikalisch begleitet hat.

    „Wir sind gut“

    Südtirols Handwerk generiert mit 13.400 Betrieben und 43.000 Beschäftigten 7,3 Milliarden Euro Umsatz und 2,6 Milliarden Euro der gesamten Wertschöpfung.

    „Diese Zahlen hat das Handwerk der Qualität und Professionalität des Sektors zu verdanken“, unterstrich Landeshauptmann Arno Kompatscher im Zuge der Versammlung. Nun gelte es die zukünftigen Herausforderungen optimistisch anzugehen und neue Chancen in den Kooperationen und Netzwerken zu finden.

    Einen offiziellen Dank für die Unterstützung von Südtirols Handwerk sprach dem Landeshauptmann Verbandspräsident Gert Lanz aus: „Sowohl die Wiedereinführung der Kapitalbeiträge als auch die notwendigen Rahmenbedingungen zur Umsetzung der berufsbegleitenden Matura tragen sehr zur zurückgekehrten Begeisterung und Leidenschaft für die Arbeit bei, hierfür möchte ich mich herzlich bei der Landesregierung bedanken. Es geht uns gut und wir sind gut, darauf sollten wir aufbauen.“

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (3)

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    • drago

      Wir müssen uns aber wegbewegen von dem alten Meister-Eder-Image hin zum modernen, technologisch affinen und gut bezahlten Handwerkerbild.
      Hatte eigentlich nie den Eindruck, dass die Handwerker nicht gut bezahlt wären, zumindest nicht nach den Rechnungen die ich zu bezahlen hatte.
      Ansonsten wieder mal eine abgeschriebene Pressemitteilung. Toller Journalismus.

    • kleinlaut

      Genau so ist es…wer hat den Schwachsinn erfunden vom “ Meister Eder“ bezogen auf die südtiroler Handwerker ? Inzwischen ist ja so, dass man froh sein kann einen dieser „Meister Eders“ zu bekommen….da darf man erst gar nicht um den Preis fragen!

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