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    Mittwochs kein Verkehr

    Grödnerjoch: Immer wieder Diskussionen

    Grödnerjoch: Immer wieder Diskussionen

    Über die Neuerungen im Nationalpark Stilfserjoch und bei der Verkehrsregelung auf den Dolomitenpässen hat Richard Theiner mit den Umweltschutzvereinen gesprochen.

    Landesrat Richard Theiner hat sich mit mehreren Umweltschutzvereinen wie dem Dachverband für Umweltschutz, dem Umweltbund Südtirol, dem AVS, dem CAI, dem WWF, Italia Nostra, Lia da Mont und Mountain Wilderness zu den Themen Nationalpark Stilfserjoch und Dolomitenpässe getroffen.

    Zum einen wollten die Umweltschützer vom Umweltlandesrat erfahren, ob nach der Aufteilung der Verwaltungskompetenzen des Parks auf die zwei Länder Südtirol und Trentino sowie die Region Lombardei und dem Übergang auf drei Parkverwaltungen noch eine einheitliche Entwicklung zum Schutz des Parks möglich sei.

    Theiner informierte darüber, dass am 19. Jänner die Länder Südtirol und Trentino, die Region Lombardei und das Umweltministerium gemeinsame Leitlinien genehmigt haben. „Diese Leitlinien sind nun die Rahmenbedingungen für den jeweiligen Parkplan und das jeweilige Parkreglement jeder der drei Parkverwaltungen“, erklärte Theiner. So bestehe die Möglichkeit, die Entwicklung der Parks an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.

    Theiner informierte die Umweltschützer über die nunmehr anstehenden Schritte. Nun würde sein Ressort einen entsprechenden Landesgesetzesvorschlag unter Einbeziehung der Gemeinden, Interessens- und Umweltverbände sowie Wirtschaftsverbände ausarbeiten, der noch in diesem Jahr dem Landtag zur Behandlung unterbreitet werden soll. Gemeinsam mit dem Trentino und der Lombardei werden die Grundzüge des neuen Parkplans, Parkreglements und der notwendigen Durchführungsbestimmungen abgestimmt.

    „Mit diesem neuen Parkplan, der mit den Gemeinden, Interessens- und Umweltverbänden sowie Bürgern abgestimmt wird, können wir also erst im Laufe des nächsten Jahres rechnen“, sagte Theiner.

    Richard Theiner

    Richard Theiner

    „Ich bin jedenfalls überzeugt, dass der Übergang des Parks auf die Länder Südtirol und Trentino sowie die Region Lombardei kein Rückschritt ist, wie manche befürchtet haben. Vielmehr wird der Park erst dadurch viel stärker bei den Bürgern, den Gemeinden, den Bauern und den Wirtschaftstreibenden verankert.“ Damit käme der Landesrat seinem Ziel, das Nationalpark Stilfserjoch-Gebiet als „Modellregion für nachhaltiges Leben und Wirtschaften in einem Schutzgebiet“ zu etablieren, wieder ein Stückchen näher.

    Theiner informierte darüber hinaus über die heuer im Sommer geplante Neuregelung der Verkehrsflüsse am Sellajoch. An jedem Mittwoch im Juli und August, den so getauften „Green Days“, soll das Sellajoch nur noch emissionsfrei zugänglich sein: mit Fahrrädern, E-Bikes und Elektrofahrzeugen – oder zu Fuß. Dazu habe der Staat für die provinzübergreifende Maßnahme eine eigene Durchführungsbestimmung genehmigt.

    Theiner machte darauf aufmerksam, dass diese Maßnahmen als ein erster Schritt zu werten seien. Am Ende wird dieses Pilotprojekt evaluiert und mit dem gemeinsamen Arbeitstisch analysiert. Aufgrund der vorliegenden Ergebnisse werden dann weiterführende Maßnahmen mit den Gemeinden und allen Involvierten vereinbart werden.

    „Nach vielen Jahren Diskussionen zwischen den beiden Provinzen, Gemeinden, Interessensverbänden und Bürgern hat man endlich einen gemeinsamen Weg zu diesem heiklen Thema gefunden. Ich bin erst einmal allen Beteiligten dankbar, dass es zu diesem Pilotprojekt gekommen ist – und ich bin überzeugt, dass wir damit Maßstäbe setzen, die alle von diesem Weg überzeugen“, betonte Theiner.

    Im Rahmen des Gesprächs wurden dem Landesrat vonseiten der Umweltverbände auch Ideen zur Weiterentwicklung der nachhaltigen Verkehrsregelung auf den Dolomitenpässen unterbreitet.

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    Kommentare (5)

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    • huggy

      Solange die massenhaft auftretenden Radfahrer den Verkehr (z.B. Linienbusse ) dermaßen behindern,wie es Überhand genommen hat , wird es auf den Dolomitenpässen nie zur Verkehrsberuhigung kommen.

    • werner

      Linienbusse und Touristenbusse sind eine Schande für die Berge. Alditouristen die möglichts wenig zahlen wollen nutzen sie. Das bisschen Geld bleibt im Heimatland des Busunternehmers und des osteuropäischen Busfahrers. Beim Linienbus wird sogar noch unser Steuergeld für eine 80%ige Beihilfe verplempert.

      • yannis

        @Werner
        im Umkehrschluss sind dann die restlichen Touristen mit ihren SUV´s usw. diejenigen die mit einen Verbrauch von 10 Litern/100Km und zwei Personen an Bord die Umweltfreundlichen Straßennutzer, oder wie ?
        Ein voll besetzter „Aldibus“ kommt weit unter 1Liter/100 Km und Passagier, mit dementsprechender geringerer Umweltbelastung ! Ausserdem auch Alditouristen schlagen sich an den zahlreichen Gastbetrieben den Routen entlang die Mägen voll, zwangsläufig weil keine Kühlbox im Kofferraum.

    • werner

      Stimmt nicht.
      Auf einer Paßstrasse verbraucht ein Bus 80L/100Km und verstopft die Straße. Bei Regen ist er leer. Jede Kehre ist ein Problem. Vorfahren auch. Wenn nur Fahrräder unterwegs sowieso. Der Linienbus zahlt auch keine Maut, aber kassiert massiv Beiträge.

      • yannis

        und wieviel braucht er wenn auf der anderen Seite den Pass runter fährt, 800L/100Km ?

        Mein Pkw braucht den Pass hinauf so um die 16-17 Liter 100Km die andere Seite runter 0 Liter/100Km (Schubabschaltung) womit ich denn wieder im Durchschnitt bei 8-9 Liter bin, also dasselbe wie beim „Flachlandbetrieb“

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