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Im Namen des Johannes

dsc_0272Die Generaldirektion der Südtiroler Volksbank hat für die heutige Mitgliederversammlung Einpeitscher organisiert. Diese sollen für die Halbierung der Mitarbeiterprämien werben – und die hohen Managergehälter rechtfertigen.

von Artur Oberhofer

Die streng vertrauliche E-Mail ging am vergangenen Mittwoch um Punkt 10.48 Uhr aus dem Büro des Vize-Generaldirektors der Südtiroler Volksbank, Stefan Schmidhammer (Kürzel: „SS“), ab und war an die Niederlassungsleiter und weitere hochrangige Volksbank-Mitarbeiter adressiert.

Diese E-Mail, die der TAGESZEITUNG zugespielt wurde, wird die Volksbank-Chef in arge Erklärungsnot bringen. So etwas hat es in der Südtiroler Bankengeschichte noch nicht gegeben.

Die Fakten:

In der E-Mail bittet die Volksbank-Spitze ihre leitenden Mitarbeiter allen Ernstes, sie möchten Aktionäre anwerben, die auf der für heute, Samstag, anstehenden Mitgliederversammlung in Bozen das Wort ergreifen, um die Versammlung im Sinne der Generaldirektion zu beeinflussen.

Fast schon nach nordkoreanischem Muster sollten diese Gastredner ein euphorisches Loblied auf die amtierende Volksbank-Führung anstimmen – „solid, gesund, gut geführt“.

Der Hammer:

Die Ghost-Redner sollten vor den versammelten Mitgliedern dafür werben, dass die Prämien der einfachen MitarbeiterInnen halbiert werden.

Und der Ober-Hammer:

Die beauftragten Redner sollten den anwesenden Aktionären dezent beibringen, dass die (üppigen) Gehälter der Mitglieder des Verwaltungsrates und des Top-Managements völlig gerechtfertigt seien.

Weil Schneebacher & Co so gut seien …

Nota bene:

Volksbank-Generaldirektor Johannes Schneebacher kassiert jetzt bereits 509.000 Euro im Jahr.

Präsident Otmar Michaeler kommt auf 196.000 Euro.

Unglaublich, aber wahr!

Die Volksbank-Spitze engagiert von oben herab Einpeitscher, die auf der Mitgliederversammlung Stimmung zugunsten des Generaldirektors und der Top-Manager machen und dafür werben sollen, dass den MitarbeiterInnen die Prämien halbiert werden können – und die Top-Manager ihre fürstlichen Bezüge behalten können.

Für eine AG könnte sich dieser plumpe Versuch der Einflussnahme auf der Mitgliederversammlung als fatal erweisen.

Die Geschichte ist auch deswegen brisant, weil der Auftraggeber dieser fragwürdigen Initiative der Generaldirektor selbst ist. Zumindest schreibt dies der Vize-Generaldirektor Stefan Schmidhammer, Kürzel SS, in seiner E-Mail.

Ein Insider sagt:

„Diese Geschichte beweist, dass die Volksbank ihre Mitglieder/Aktionäre für dumm verkauft.“

LESEN SIE AM SAMSTAG IN DER PRINT-AUSGABE:

  • WAS IN DER BRISANTEN E-MAIL DES VIZE-GENERALDIREKTORS STEHT.

 

 

 

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