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    Die Asyl-Abstimmung

    gais-gartnerAm Donnerstag trifft der Gemeinderat von Gais eine Grundsatzentscheidung zur Aufnahme von Flüchtlingen. Die Hintergründe.

    von Heinrich Schwarz

    Das Pustertal muss in Sachen Flüchtlinge noch seine Hausaufgaben erledigen. Laut Vorgabe des Landes muss jeder Sprengel 3,5 Asylbewerber je 1.000 Einwohner aufnehmen, um eine gerechte Verteilung im ganzen Land zu gewährleisten. So langsam scheint sich etwas zu tun. Seit Wochen ist die Bezirksgemeinschaft in den einzelnen Gemeinden unterwegs, um das sogenannte SPRAR-Programm vorzustellen.

    Dabei können Gemeinden selbst die Initiative ergreifen und nach Genehmigung durch den Staat auch kleinere Gruppen von Asylbewerbern aufnehmen. Mehrere Gemeinden können sich zusammenschließen, um die vom Land verlangte Quote auf Sprengel-Ebene zu erreichen. Gadertal hätte Vorreiter in Sachen SPRAR-System in Südtirol sein sollen. Doch Corvara und Abtei spielten nicht mit.

    Vielleicht klappt es nun in anderen Pusterer Gemeinden. Am Donnerstagabend wird sich der Gemeinderat von Gais mit der Aufnahme von Asylbewerbern befassen. Es soll eine Grundsatzentscheidung gefällt werden.

    Die Mehrheit dürfte wohl für den Beitritt zum SPRAR-Programm stimmen. Als die Bezirksgemeinschaft vor kurzem im Gemeinderat die Details vorstellte, war die Stimmung jedenfalls – so heißt es – weitgehend positiv.

    Bürgermeister Christian Gartner sagte bereits vor Wochen: „Es ist klar, dass auch Gais früher oder später Leute unterbringen muss. Mit zehn bis 15 Leuten würden wir schon zurechtkommen.“

    In Bezug auf die morgige Abstimmung will Gartner noch nichts weiter sagen. So etwa auf die Frage, ob bereits eine Unterkunft in Aussicht steht oder ob die Teilnahme am SPRAR-Programm an die Bedingung geknüpft wird, dass sich die umliegenden Gemeinden auch beteiligen. „Ich möchte noch nichts vorwegnehmen. Nach der Abstimmung werden wir die Öffentlichkeit umfassend informieren“, so der Bürgermeister.

    Zumindest drei Gegenstimmen können bereits eingeplant werden: Die Freiheitliche Fraktion im Gemeinderat kündigt ein Nein an.

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    Kommentare (12)

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    • andreas

      Die Gemeinden sollten entscheiden, dass sie nur Leute aufnehmen, welche legal im Land sind und die Voraussetzungen für Asyl größtenteils erfüllen, also fast keiner.
      Das Harakiri, welches Europa momentan betreibt und viele, aus welchem Grund auch immer, begeistert davon sind, ist nicht zielführend.
      Momentan herrscht reine Willkür und niemand hat einen Plan wie es weitergehen soll, es wird nur reagiert und nicht agiert.
      Es gibt wohl einen Grund, warum nordafrikanische Länder ihre Leute nicht zurück wollen.
      Kriegsflüchtlingen soll man helfen, doch wir können nicht alle Wirtschaftsflüchtlinge aufnehmen, bzw. je mehr aufgenommen werden, um so mehr machen sich auf den Weg.

    • einereiner

      In Süditalien gibt es menschenleere Dörfer. Schickt die Wirtschaftsflüchtlinge dorthin oder wieder zurück nach Afrika.
      Wir haben keinen Platz, wir brauchen sie nicht und wir wollen sie nicht!

    • noando

      Wirtschaftsflüchtlinge? Sind dies Leute, die aus den Ländern kommen, wo wir zu menschenunwürdigen Bedingungen Teile unserer Konsumgüter produzieren (z. B. die „deutsche“ Nordseekrabbe)?

    • cicero

      @noando
      Nein das sind Leute aus Ländern die ihre Wirtschaft nicht auf die Reihe kriegen und deren Präsidenten Geschäfte mit Firmen machen bei denen die Erlöse unter ihnen aufgeteilt werden ohne an die Bedürfnisse des Volkes zu denken. Wenn z. B. die deutsche Nordseekrabbe oder Vergleichbares in anderen Ländern produziert wird dann profitiert die Bevölkerung vor Ort von den Arbeitsplätzen wenn auch noch viel zutun ist. In Afrika stecken die korrupten Machthaber und deren clan alles in die eigene Tasche womit sie Bankkonten im Ausland anlegen und Waffen kaufen, wozu sie auch niemand zwingt.

      • ft

        Und, was können die Leute dort dafür?

        • franz

          “Was können die Leute dort tun ? “
          Anstatt auf den Koffern zu sitzen und abwarten bis das nächste Boot Richtung Europa abfährt (um von Schleußern von Frontex – Mare Nostrum -Sofia und schließlich von Volontarius über den Brenner geschleußt zu werden.) in die Hände spucken die Ärmel hochkrempeln gegen die korrupten Machthaber kämpfen bzw. ein bisschen Landwirtschaft für den Eigenbedarf betreiben .
          So wie unsere Bergbauern, ( trotz oder gerade durch EU – Landwirtschaftspolitik -mit Milchpreise die im Keller sind ) hart arbeiten müssen um zum Überleben ohne Luxus in 4 Sterne Hotels mit allem drum und dran + IPHONE und Zigaretten von der Caritas oder Schikurs und Frauen vom Wohlfahrtssozialhilfssystem -Südtirol

        • yannis

          Jedes Volk, dazu zählen auch die Südtiroler, hat die Politiker und die politischen Selbstbedienungsläden die es sich verdient.

    • andreas

      @noando
      Wirtschaftsflüchtlinge sind die Leute, deren Länder wir ausgebeutet haben und ihnen nun auch noch unsere hochsubventionierten „Abfälle“ von Agrar- und Viehwirtschaft billig verkaufen, damit sie auf keinen Fall selbständig etwas aufbauen können.
      Wir können aber trotzdem nicht alle aufnehmen, auch wenn wir die prekären Zustände in deren Ländern noch forsieren, es sind ganz einfach zu viele.

    • franz

      Es mag zwar stimmen , dass in der Vergangenheit “Wir‘ ( Europa ) Afrika ausgebeutet hat bzw. mit hochsubventionierten Agrarpolitik noch immer die Landwirte ruiniert und abhängig macht Beispiel Monsanto jetzt (Bayer & Monsanto ) dieses Unternehmen hatte in der Vergangenheit weniger mit Europa zu tun , abgesehen davon , dass es auch die Landwirte in Europa betrifft.
      Wie schon zum Thema “Massenmigration-vermeiden“ geschrieben.
      Gutmenschentum bringt uns auch nicht weiter.
      Abgesehen davon , dass wir nicht alle aufnehmen können, ist es ein Großes Geschäft für viele, angefangen damit, dass Flüchtlinge bereits von Kriegsschiffen mit “Mare Nostrum“, Frontex, und “Sofia“ vor der Küste Libyen abgeholt werden.
      Ales Junge Männer im besten Alter.
      Wo bleiben die Frauen Kinder und alte Menschen.
      Der Verdacht liegt nahe, dass es sich bei diesen jungen Männern um Vaterlandsverrätern handelt die anstatt in ihrer Heimat sich nützlich zu machen indem sie ihr Vaterland und ihre Familie gegen die korrupten Machthaber verteidigen und um beim Erlös der Bodenschätze, wie z. B Erdöl in Nigeria teilzuhaben bzw. die Ärmel hochkrempeln und in ihrer Heimat sich eine Existenz aufzubauen und darum, dem Land die Chance zu geben sich selbst zu entwickeln.
      Nigeria ist der 5 größte Erdöllieferant der Welt und reich an anderen Bodenschätzen, und 3 mal so groß wie Italien
      Des weiteren wäre festzustellen nicht “Wir “ ( Europäer ) beuten Afrika aus.
      Es ist vor allem China .
      http://www.tageszeitung.it/2017/03/22/massenmigration-vermeiden/#comment-343686

    • yannis

      Mit 3,5 was man Asylbewerber nennt je 1.000 Einwohner, wird man wenn es so weiter geht, nicht lange auskommen, vielleicht bis nach den Wahlen 2018, es sei denn, der Bürger/Wähler jagt die Sozialromantik-Politik zum Teufel.

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