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    Frühe Blüte

    Rotknospenstadium: Blütenstiele strecken sich, Kelchblätter sind leicht geöffnet

    Rotknospenstadium: Blütenstiele strecken sich, Kelchblätter sind leicht geöffnet

    Rund zwei Wochen früher als im langjährigen Durchschnitt blühen heuer die Apfelbäume der Sorte Golden Delicious.

    Bei der Sorte Golden Delicious erwarten die Experten des Versuchszentrums Laimburg für dieses Jahr die Vollblüte am Standort Laimburg um den 3. April, so früh wie seit den Aufzeichnungen 1975 nur einmal, nämlich im Jahr 2012.

    Der Vegetationsverlauf des Apfels hängt von Faktoren wie der Sorte und der Unterlage, der Lage (Boden und Standort) und dem jeweiligen klimatischen Verlauf des Jahres ab. Am Versuchszentrum Laimburg auf 220 Metern über dem Meeresspiegel werden seit 1975 systematisch Erhebungen zur Phänologie der Südtiroler Hauptsorte Golden Delicious und seit 1997 bei der Apfelsorte Cripps Pink (Pink Lady ®) durchgeführt.

    Die Wissenschaftler des Versuchszentrums Laimburg erheben derzeit die Daten in der laufenden Saison. Bei Vergleichen mit den Datensätzen der vergangenen Jahre zeigt sich, dass die Vegetation in diesem Jahr bereits extrem fortgeschritten ist. Der Trend zu einer immer früheren Blüte setzt sich somit weiter fort.

    921256__no-name_Derzeit befindet sich Golden Delicious zwischen Rotknospenstadium (laut internationaler Definition: Blütenstiele strecken sich, Kelchblätter sind leicht geöffnet; Blütenblätter gerade erkennbar) und Ballonstadium. Die Vollblüte (mindestens 50 Prozent der Blüten sind geöffnet, erste Blütenblätter fallen ab) bei der Sorte Golden Delicious am Standort Laimburg wird heuer wahrscheinlich zwischen dem 3. und 4. April erreicht werden, rund 14 Tage früher als im langjährigen Mittel der letzten 42 Jahre (17. April).

    Das früheste bis dato erreichte Vollblütedatum der letzten 42 Jahre wurde am 3. April 2012 gemessen. Damals betrug die Bodentemperatur in 20 Zentimetern Tiefe jedoch 2 Grad Celisus weniger als im heurigen Jahr. Dies ist vor allem nach dem kalten Winter 2016/17 überraschend.

    Seit 1997 wird am Versuchszentrum Laimburg das Vegetationsstadium der relativ früh blühenden Sorte Cripps Pink (Pink Lady ®) erhoben. Diese Sorte beginnt bereits aufzublühen (Stand 27. März).

    Bei der Sorte Cripps Pink (Pink Lady ®) wird am Standort Laimburg mit der Vollblüte um den 31. März gerechnet, elf Tage früher als im langjährigen Mittel. Auch 2012 stand Cripps Pink (Pink Lady ®) erstmals am 31. März in Vollblüte.

    Am Laimburger Versuchsfeld in Latsch im Vinschgau auf knapp 700 Metern Meereshöhe blüht Golden Delicious durchschnittlich zehn Tage später als am Standort Laimburg. Zurzeit befindet sich die Blütenentwicklung in Latsch zwischen Mausohr- und Grünknospenstadium. Im Versuchsfeld in Schluderns auf 900 Metern Meereshöhe befindet sich die Entwicklung derzeit im Mausohrstadium. Damit ist dort die Entwicklung aktuell ca. sieben Tage früher als im Vorjahr.

    Aufgrund der relativ warmen Temperaturen in den höheren Lagen wird auch in Latsch und Schluderns mit einer verfrühten Vollblüte gerechnet. Dies hängt sehr stark vom Temperaturverlauf der nächsten 14 Tage ab. Sollte eine kühlere Wetterphase eintreten, so kann sich die Vollblüte um einige Tage verspäten.

    Am Versuchszentrum Laimburg steht eine Sammlung mit über 100 Lokalsorten und rund 200 modernen Sorten. Die früheste, relativ unbekannte und ursprünglich aus Israel stammende Sorte „Anna“ steht bereits kurz vor der Vollblüte. Die Altsorte „Spätblühender Taffet“ befindet sich – wie der Name erwarten lässt – aktuell noch in Winterruhe, mit nur teilweise erstem Knospenaufbruch. Die Sorte blüht im Durchschnitt Ende April bis Anfang Mai und somit ca. 20 Tage nach Golden Delicious.

    Die Statistik der letzten vier Jahrzehnte zeigt eine immer frühere Vollblüte. Dieser Trend setzt sich auch in anderen internationalen Obstbaugebieten fort. Eine zeitlich frühe Blüte birgt unter anderem eine erhöhte Frostgefahr. 1997 wurde die Vollblüte am 7. April festgestellt, wobei in jenem Frühjahr in über 20 Nächten die Frostberegnung eingeschaltet werden musste.

    Dank einer lückenlosen Überwachung der Nachttemperaturen und effizienten, flächendeckenden Frostberegnung, wurden damals keine Mengeneinbußen und kaum Qualitätsschäden (Frostzungen) verzeichnet.

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