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Süßer Schlaf

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Brigitte Foppa informierte sich beim Land über Zwangssedierungen in Seniorenheimen. Die Antwort: „Ein Glas warme Milch“ reiche oft aus. Die Abgeordnete fühlt sich verschaukelt.

„Es ist ein ernstes Thema“, sagt Brigitte Foppa, „deswegen sollte man mich auch ernst nehmen.“ Seit im August vergangenen Jahres im Landtag eine Tagung zur Volksanwaltschaft stattgefunden hat, bewegt die Grüne Abgeordnete ein wenig beachtetes Thema: Damals hatte Günther Kräuter, österreichischer Volksanwalt, auf mögliche Gewaltsituationen in Institutionen hingewiesen, in denen sich Menschen mit Freiheitsmangel aufhalten. Sprich: Gefängnisse, aber auch Seniorenheime, Flüchtlingszentren etc. Auch von „Überraschungsbesuchen“ berichtete der Volksanwalt – und von „so manchen Menschenrechtsverletzungen“, die man dabei festgestellt habe. Unter anderem in Pflegeheimen habe es das Problem der sogenannten „Zwangssedierungen“ gegeben, „oft rein aus zeitlogischen Gründen“, so Günther Kräuter.

Bei der auch in Südtirol äußerst knappen Personalsituation mag das nicht weiter verwundern.

Im Normalfall wird in Seniorenheimen gegen 18 Uhr zu Abend gegessen: „Ab einem gewissen Alter braucht man danach nur mehr sechs Stunden Schlaf“, sagt Brigitte Foppa, „rein mathematisch ist eine derartig lange Nachtruhe unmöglich.“ Zumindest auf natürlichem Wege: „Mein Eindruck ist, dass es in Altersheimen ziemlich normal ist, dass die Leute Schlafmittel bekommen.“ Immer wieder erreichten Brigitte Foppa in den vergangenen Monaten Briefe und Mails von betroffenen Personen. „Wir wissen alle, dass die Heime straff organisiert sind“, zitiert die Abgeordnete aus einer Zuschrift, „und was an der hauseigenen Apotheke ausgegeben wird, entscheidet meistens das Personal.“ Martha Stocker sieht das offensichtlich anders. Auf eine entsprechende Landtagsanfrage antwortet die Soziallandesrätin lapidar: „In den Seniorenwohnheimen hängt das Ausmaß der Einnahme von Schlaftabletten von der Verschreibung des Arztes ab.“

Deutlich auskunftsfreudiger ist Stocker hingegen bei Alternativtherapien, die in Südtirols Seniorenheimen angewandt würden. Für Schlaflosigkeit gebe es nämlich so einige Hausmittelchen: „Ob dies dann ein Rundgang im Haus, etwas Lesen, eine Bedarfsmedikation, ein Glas warme Milch mit Honig, Baldriantropfen und/oder nur beruhigende Worte sind, hängt von der Person und vom Personal der Einrichtung ab.“

Eine Antwort, die für Brigitte Foppa wie Hohn klingt: „Wie soll man so ein Schreiben ernst nehmen?“, sagt die Grüne, „Ich spreche von Zwangssedierungen und man antwortet mit warmer Milch mit Honig.“ Es sei ja schön, dass „hin und wieder ein Karter“ gemacht wird, um die Leute bettfertig zu kriegen. Aber: „Ob das wirklich die Realität ist?“

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