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    Der Hanfburggarten

    Der Brixner Hofburggarten im Vorjahr

    Der Brixner Hofburggarten im Vorjahr

    Die Brixner Stadtverwaltung strebt wieder eine Sommeröffnung des Hofburggartens an, ein Hanffeld wird angebaut. Welche Aktionen drumherum geplant sind.

    von Erna Egger

    Noch liegt das Feld im Hofburggarten brach, auch kein offizieller Auftrag wurde bisher erteilt. „Aber die Gespräche im Stadtrat, mit allen Parteien und der Tourismus Genossenschaft laufen auf Hochtouren“, sagt Stadtrat Josef Unterrainer.

    Intensiv wird um die Zukunft des Areals im Stadtzentrum beraten. Die Entscheidung über die definitive Lösung für die umfriedete Fläche ist immer noch ausständig.

    Die Stadtverwaltung strebt auch heuer nur eine temporäre Sommernutzung an, die anderen Parteien drängen auf eine definitive Lösung. „Das ist keine leichte Entscheidung, sie muss mit Bedacht gefällt werden. Man braucht dafür die Zeit und die Erfahrung“, betont die Stadträtin Paula Bacher. „Aber der Beschluss soll noch heuer fallen.“ Auf ein konkretes Datum will und kann sie sich noch nicht festlegen.

    Vergangenes Jahr wurden 21.600 Besucher im Mais-Labyrinth gezählt. „Man hat wertvolle Erfahrungen gesammelt und viele Studenten fanden im Laufe des Sommers eine Arbeit“, betont Josef Unterrainer. „In der Bilanz ergab sich zwar ein Minus, volkswirtschaftlich und für die Stadt Brixen war diese Attraktion aber ein großes Plus.“

    Man habe auch Erfahrungen gesammelt. „Wir haben gelernt, wo wir besser werden müssen“, so Unterrainer.

    Beschlossen ist bereits, dass das umfriedete Areal von Juni bis Oktober wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, die genauen Termine müssen erst noch festgelegt werden. „Alle Initiativen gehen wieder Richtung einer attraktiven saisonalen Sommernutzung. Die Mehrheit ist der Meinung, dass es falsch wäre, den Garten geschlossen zu lassen, bis wir eine mittelfristige Lösung gefunden haben“, kommentiert Unterrainer.

    Den Maisgarten mit dem Elefanten gab es vergangenes Jahr, heuer soll eine neue Attraktion geschaffen werden.

    Paula Bacher

    Paula Bacher

    Der angeregte Hanfgarten erfährt viel Zuspruch. „Wir sind mit dem Maschinenring und der Firma EcoPassion im Gespräch. Der Hanfanbau hat sehr viele Vorteile, Hanf ist eine unempfindliche und pflegeleichte Pflanze“, bestätigt Bacher.

    Die Firma EcoPassion rund um Christoph Kirchler und Alexander Erlacher wartet unterdessen auf eine Antwort von der Brixen Tourismus Genossenschaft.

    Kirchler hat den Verantwortlichen ein Gesamtkonzept vorgelegt. „Es basiert auf Aufklärung und Bewusstseinsschaffung“, so Kirchler. Die Eckpfeiler: „Wir planen Erntetage, an denen Einheimische und Gäste ihren eigenen Samen ernten können. Wir wollen auch einen Südtiroler Hanftag organisieren. Experten aus ganz Europa aus dem Baustoff- und dem medizinischen Bereich sollen eingeladen werden.“

    Informationstafeln sollen die Pflanzengattung und ihre mögliche Nutzung beschreiben.

    Die gesamte Anpflanzung wird mit einem Schulprojekt zusammen mit der Fachschule für Landwirtschaft Dietenheim verbunden. Partner sind die Laimburg und der Forstgarten Welsberg. Sortenversuche werden gestartet. Ein Kochkurs in der Landesberufsschule für das Gast- und Nahrungsmittelgewerbe Emma Hellenstainer ist ebenfalls geplant.

    Ein weiteres Ziel ist die Bodenreinigung: Der Hofburggarten ist nachgewiesenermaßen mit Schwermetallen verunreinigt. „Durch Bodenproben durch die Laimburg könnte dann die säubernde Wirkung der Pflanze belegt werden“, kommentiert Kirchler.

    Künstler wollen außerdem eine Ausstellung präsentieren. Weitere Initiativen müssen erst noch definiert werden.

    Übrigens: Der Elefant, der zurzeit immer noch auf dem Domplatz steht, kehrt demnächst wieder in den Hofburggarten zurück. „Das ergibt eine interessante Verbindung“, sagt Kirchler, „sowohl der Elefant, als auch der Hanf sind orientalischen Ursprungs, beide waren auf der Durchreise, wobei der Hanf länger blieb als der Elefant. Hanf ist die stärkste Naturfaser, der Elefant das stärkste am Land lebende Säugetier.“

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (1)

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    • george

      Wieder so ein zwielichtes Projekt, das eine Menge Beiträge der öffentlichen Hand bzw. Steuergeld verschlingt, anstatt endlich einmal das endgültige Projekt durchzuführen.

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