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    „Zeuge sein“

    dsc_0221Am gestrigen Pfarrcaritas-Tag haben sich zahlreiche Freiwillige aus Südtirols Pfarreien am Beispiel von Josef Mayr-Nusser mit der christlichen Nächstenliebe auseinandergesetzt.

    Unter dem Motto „Zeuge sein. Der gemeinsame Weg der Nächstenliebe“ zeigte Caritas-Direktor Paolo Valente am Beispiel von Josef Mayr-Nusser auf, was es heißt, die eigene soziale Verantwortung wahr zu nehmen und aktiv Position zu beziehen. Seelsorgeamtsleiter Reinhard Demetz beschrieb die Nächstenliebe, wie sie in den Pfarreien gelebt wird, als wichtigen Bestandteil des synodalen Prozesses zur Erneuerung der Kirche. Im Anschluss erörterten die Teilnehmer gemeinsam, wie sie in ihren Pfarreien noch mehr Menschen für die aktive Nächstenliebe motivieren können. Beim „Markt der Möglichkeiten“ erhielten die Teilnehmer zusätzliche Anregungen und Projektvorschläge für ihre Arbeit in der Pfarrei. Bischof Ivo Muser feierte abschließend mit den Anwesenden eine Wortgottesfeier und bedankte sich für den sozialen Einsatz.

    Alle zwei Jahre lädt die Caritas unserer Diözese Pfarrcaritas-Mitarbeiter und -Referenten zum Pfarrcaritas-Tag ein, um sie in ihrer Arbeit zu stärken und Anregungen für die konkrete soziale Arbeit vor Ort zu geben.

    Heuer stand der Tag ganz im Zeichen der aktiven Nächstenliebe. „Die Pfarrcaritas bekommt die Nächstenliebe nicht nur passiv delegiert, sondern setzt sich aktiv dafür ein, dass die soziale Verantwortung und die Berufung eines jeden Christen nicht nur in Worten, sondern vor allem auch in Taten erfolgt – nicht in einzelnen, zufällig gestreuten Taten, sondern als gemeinsame Stimme, die sich der eigenen Verantwortung und der eigenen Berufung bewusst ist. Eine gemeinsame Verantwortung und ein gemeinsames pastorales Handeln mit allen Gruppen, Vereinen und Verbänden vor Ort. Denn die Caritas handelt nicht anstelle der Gemeinschaft, sondern sorgt dafür, dass das Liebesgebot Christi in der Haltung des einzelnen Christen und in der Pfarr- und Diözesangemeinschaft lebendig bleibt“ betonte Brigitte Hofmann, die Leiterin des Caritas-Dienstes Freiwilligenarbeit und Pfarrcaritas, in ihrer Begrüßung. Sie appellierte für „eine Pfarrcaritas, die sich öffnet, die hinausgeht, entgegengeht, aktiv sucht und sich bis an die Ränder begibt, wie Papst Franziskus uns auffordert, ohne darauf zu warten, bis jemand an ihre Türe klopft.“

    Als Beispiel für aktive Nächstenliebe wertete Caritas-Direktor Paolo Valente das Handeln von Josef Mayr-Nusser, der vor einer Woche im Bozner Dom selig gesprochen worden ist. „Josef Mayr-Nusser lehrt uns, achtsam zu sein und die Menschen ernst zu nehmen, besonders jene, die unsere Aufmerksamkeit brauchen. Zur sozialen Verantwortung jedes einzelnen gehört auch, sich gut über alles zu informieren, was uns umgibt. Nur so können wir bewusst und aktiv Stellung beziehen“, erklärte Valente.

    Die Rolle der Nächstenliebe im Prozess der Synode wurde von Seelsorgeamtsleiter Reinhard Demetz beleuchtet: „Die Themen der tätigen Nächstenliebe und des sozial-politischen Einsatzes stehen in den Beschlüssen der Synode nicht zufällig an erster Stelle. Der Weg zur Erneuerung der Kirche geht über die Alltagsrelevanz des Glaubens an Jesus Christus. Den Pfarrcaritas-Gruppen kommt hier eine zentrale Rolle zu.“

    Nach dem Mittagessen wartete auf die Anwesenden der „Markt der Möglichkeiten“ mit Praxisimpulsen für ihre Arbeit in den Pfarreien. Gianfranco Ferri, freiwilliger Mitarbeiter im Infopoint Sterzing zeigte mögliche neue Einsatzgebiete für die Pfarrcaritas auf. Stefan Huber, Referent für Liturgie in der Diözese Bozen-Brixen gab Impulse für den Caritas-Sonntag. Elda Letrari, Initiatorin der „Bettlerakademie“ in Brixen vermittelte ihre Erfahrung zum Thema Bettler und Almosen. Magdalena Windegger, die Verantwortliche für das sog. Auszugsmanagement bei der Caritas zeigte Beispiele auf, wie die Integration von Flüchtlingen in der Pfarrei und in der Gesellschaft funktionieren kann.

    Zum Abschluss feiert Bischof Ivo Muser mit den Anwesenden eine Wortgottesfeier und nutzte die Gelegenheit, sich bei den sozial engagierten Pfarrcaritas-Gruppen zu bedanken: „Genau heute vor einer Woche wurde Josef Mayr – Nusser seliggesprochen. Von seinem Lebenszeugnis her gewinnt die christliche Caritas ein klares Profil: Es geht um die Liebe Gottes, die nicht ausgrenzt und zurückweist. Es geht um unsere Verantwortung füreinander. Es braucht Menschen, die christlich, mutig und solidarisch denken, reden und handeln. Es braucht uns – mich und dich“.

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