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    Lumière

    Ein Abend mit dem Lumières erzählt mehr über das Kino als viele schlaue Bücher. Und er unterhält.

    von Renate Mumelter

    Es war am 22. März 1895, vor ziemlich genau 122 Jahren. Damals wurden die ersten bewegten Bilder vorgeführt. Die Brüder Lumière hatten sie mit einer innovativen Maschine gedreht. Zu sehen waren Arbeiter, die am Feierabend aus den Hallen der Lumière-Werke strömten.

    Mit genau diesen Bildern beginnt Thierry Frèmaux‘ Film „Lumière“, der nur am Mittwoch um 20 Uhr im Bozner Filmclub zu sehen ist. Ein angenehmes Muss für alle Kinointeressierten.

    In erstaunlicher Bildqualität zeichnet der Film anhand von Originalmaterial ein umfassendes und spannendes Bild von den Anfängen des Kinos. Frèmaux hat in elf Kapiteln 114 der Kürzestfilme zusammengestellt, die zwischen 1895 und 1905 gedreht worden waren. Die bewegten Bilder erzählen viel, von technischen Aspekten wie Kameraposition, Kamerafahrt und gezielter Inszenierung und von der Welt um die Jahrhundertwende. Der Film zeigt Lyon, die Menschen, die damals in Frankreich lebten und arbeiteten, er zeigt Paris und andere europäische Städte um 1900. Es gibt Bilder der Familie Lumière und inszenierte Slapsticks, wie jenen vom begossenen Gärtner, der Filmgeschichte geschrieben hat.

    Dieser Filmabend wird nie fad, auch weil der italienische Kommentar von Valerio Mastrandrea  nicht lehrmeisterhaft erläutert sondern erzählend ergänzt. Es ist zu erfahren, wie es zu dieser und jener Einstellung gekommen ist oder warum die Arbeiter die Lumière-Werke gleich dreimal verlassen, einmal ohne, zweimal mit Kutsche.

    Lumière! – Alla scoperta del cinema, (F 2016), 90. Min., Regie: Thierry Frémaux. Bewertung: Erstaunlich und unterhaltsam (NUR MI)

    Was es sonst noch gibt: „Manchester by the Sea“ von Kenneth Lonergan, „Elle“ von Paul Verhoeven, „Hidden Photos“ von Davide Grotta (nur MI, Meran docu.emme)

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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