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    „So kann’s gehen“

    v-l-n-r-_rabini_dellosbarba_baur_tragustDie Grünen sind überzeugt: Das Flüchtlingsproblem wird uns in Südtirol noch lange beschäftigen. Daher brauche es (Tiroler) Lösungen.

     

    Der Abend stand unter dem Motto „So kann’s gehen. Tiroler Lösungen zur Flüchtlingsfrage“.

    Dabei beleuchteten die Tiroler Soziallandesrätin Christine Baur, die Flüchtlingsbeauftragte des Bozner Gemeinderates Chiara Rabini, der Sprecher der grünen Arbeitsgruppe social&green Karl Tragust und der Landtagsabgeordnete Riccardo dello Sbarba zusammen mit vielen anwesenden Ehrenamtlichen den Umgang mit Flucht und Migration in Nord- und Südtirol.

    „Weltweit sind mehr als 60 Millionen Menschen auf der Flucht. Europa kann und soll sich dieser Herausforderung nicht verschließen. Je schwieriger die Lage wird, desto besonnener müssen wir agieren. Grund- und Menschenrechte müssen sich in schwierigen Situationen bewähren – sie sind kein Schönwetterprogramm.“, so umreißt Christine Baur ihre Grundhaltung.

    Den Sinn des Treffens erläuterte Brigitte Foppa: „Als Grüne stellen wir dem Thema nicht aus, sondern tragen Informationen zusammen und versuchen konkrete Lösungsansätze zu erarbeiten.“

    Entsprechend berichtete die Tiroler Landesrätin Christine Baur über die Situation in Tirol, wo sie einen Landesbetrieb eingerichtet hat, in dem ca. 300 Angestellte sich um gut 6.000 Menschen auf der Flucht kümmern. Dabei wird nicht nur für Unterkunft und Verpflegung gesorgt, sondern von Anfang an auf konkrete Integrationsmaßnahmen gesetzt. Erfolgsbringend ist sicher auch das persönliche Engagement der Landesrätin, die sich dem Thema sofort gestellt hat und keine entschuldigende Haltung an den Tag legt, sondern auf eine offensive Informations- und Managementtätigkeit setzt.

    Chiara Rabini betonte, dass die großen Zentren in Bozen mit teils über 100 BewohnerInnen nicht tragbar seien und plädiert für eine Teilnahme am italienischen SPRAR-System um eine durchdachte Begleitung in kleinen Strukturen zu gewährleisten. Karl Tragust, der einen Überblick über die verschiedenen Arten und Zeiten von Flüchtlingswellen und des damit verbundenen Krisenmanagementes gab, betonte wie wichtig Vergleiche sind und man nur aus ihnen lernen könne.

    Riccardo dello Sbarba erweiterte den Blick in die Praxis, indem er über die Lokalaugenscheine der Grünen in den Südtiroler Flüchtlingsunterkünften berichtete. Die Unterkünfte seinen des reichen Landes Südtirols nicht würdig, bestätigten auch die verschiedenen ExpertInnen.

    Viele Ehrenamtliche waren anwesend und berichteten, wie viele Menschen durch den Rost fallen, weil sie nicht in irgendwelche Kontingente fallen und so auf der Straße landen. Sie werden vielfach nur von Ehrenamtlichen, die immer wieder an ihren Grenzen stoßen, versorgt. Es kann nicht sein, dass Ehrenamtliche für die öffentliche Hand permanent in die Presche springen müssen, dies das einhellige Fazit des Abends.

    Südtirol geht davon aus, dass es sich nur um ein kurzfristiges Problem handelt und reagiert mit Notstandspoltik. Damit muss Schluss sein, wir müssen dem Beispiel Tirols folgen, die Probleme sehen, anerkennen und auf konkrete Integrationsmaßnahmen setzten, so die Grünen Südtirols.

    Foto(s): © 123RF.com und/oder/mit © Archiv Die Neue Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden)
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    Kommentare (12)

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    • yannis

      Alles was immigriert, legal oder illegal pauschal einfach Flüchtling zu bezeichnen ist schlicht NAIV !
      Diese Bezeichnung verdienen im rechtlichen Sinne vielleicht 10- 15 % der Rest sind Wirtschaftsimmigranten, Glücksritter, Sozialtouristen etc. ohne den geringsten Anspruch auf Asyl.
      Darf man jetzt auch die jährlich rund 100.000 der italienischen Staatsbürger die wegen des Mangels eines Jobs um sich selbst zu ernähren, das Land verlassen (müssen) Flüchtlinge nennen ??
      Übrigens wie der Fall eines Spaniers in DE zeigte, bekommt ein sich legal aufhaltender EU Bürger in DE nicht ganz so einfach Sozialleistungen, wie z.B. das alles was man als Flüchtling bezeichnet.

    • goggile

      es ist jetzt schon zu spàt. bozen Meran bruneck sind nicht mehr einheimische stàdte. schlaft weiter. gesundheitskosten nichtmehr leistbar weil das Geld fuer die Zuwanderung ausgegeben wurde.

    • einereiner

      Wir sind alle Brüder und Schwestern. Aber wir haben diese unsere Brüder nicht eingeladen. Sie sollen alle wieder zurück nach Afrika und sich dort um ihre Staaten kümmern. Es gibt dort genug zu tun, z. b. die Diktatoren und Misswirtschaften zu beseitigen.

    • andreas

      Gscheit daherreden in einem Arbeitskreis ist die Stärke der Grünen.

    • issy

      Ja Grüne, lasst nur weiter trojanische Pferde rein, Erdogan wirds euch danken.

    • george

      Issy u. co., wer lässt sie rein, die Grünen oder jene, die regieren? Wieso schimpft ihr immer nur auf die politisch Kleinen im Lande? Wer hat die Macht inne, um wirksame Maßnahmen zu setzen? Wieso zieht ihr nicht diese zur Rechenschaft und schimpft auf die?

      • issy

        @george
        Aus welcher politischen Ecke kommen denn die Aktivist*innen (aka Schlepper*innen) in Idomei oder an Libyens Küste denn? Die Grünen verkennen vollkommen die Dimensionen dieser Problematik und helfen den Migranten eben genau gar nicht, wenn sie sie auch noch hierherlocken, oder Migranten, die sich selbst bewußt in Gefahr bringen, „retten“.
        Die wenigen Perspektiven die der Großteil der Flüchtlinge hat sind faktisch:
        Bettelei, Kriminalität oder mit einer/m Europäeri*n Kinder zeugen, alles andere (nämlich Aufstieg durch harte Arbeit) ist Gutmenschen-denken das sich selten erfüllt.
        Das erzeugt natürlich Agressionen und die Migranten wenden sich dann fanatischen Religionen zu.
        Aber lebt nur weiter in eurer linken Blase, die Blase wird erst platzen, wenn ihr selbst direkt davon betroffen seids, z.B. wenn eure Kinder dann nicht in die Wunschschule dürfen, weil Plätze für Migrantenkinder freigehalten werden müssen…

        • george

          @issy
          Niemand der ‚Grünen‘ lockt die Migranten hierher. Das tun Regierende, Wirtschafter, die groß anzeigen, wie es ihnen gut geht, die Geld und Reichtum auf Kosten der Armen und Besitzlosen horten und in Steuerparadiese und zu unlauteren Zwecken anlegen usw.. Die Schlepper und „Aktivist*innen kommen aus dieser Ecke. Das Bemühen, Grundrechte und Lebensminimum zu gewähren, ist nicht „Gutmenschendenken“, sondern menschliche Pflicht und eine heutzutage mit internationalem Recht verankerte Grundlage menschlichen Lebens. Wer das jemandem mit Gewalt aberkennt oder soweit einschränkt, dass Leben nicht mehr gewährleistet ist, verletzt ohne Skrupel und bewegt sich auf terroristischen Wegen.

          • issy

            @george
            Warum setzen die Helfer dann ihre Energie und Zeit nicht dafür ein, dass gerechtere Freihandelsverträge, gerechtere Besteuerung von Spekulation usw., Eliminierung von Steuerschlupflöchern durchgesetzt wird?

            Warum setzen sie sich hingegen dafür ein, dass das Recht auf Asyl vor Gericht erstritten werden kann?

            Meiner Meinung nach, darf maximal im Nachbarland das Recht auf Asyl vor Gericht eingeklagt werden (damit Einmischungen in die Politik durch Nachbarregierungen endlich aufhören). Weiter entfernt liegende Länder sollten zwar Asyl gewähren können, aber ein Asylsuchender darf in diesen Fällen kein Asylverfahren einklagen dürfen.
            Asylsuchende, die mehrere Länder durchqueren um erst im Wunschland Asyl anzusuchen…, das ist dermaßen gegen der ursprünglichen Logik des Asyl-Rechts, dass es schon fast weh tut, wenn die Grünen das nicht verstehen wollen.

            Ein Migrant, der illegal Grenzen übertritt, oder der sich in eine gefährliche Situation bringt, um in ein anderes Land „hinübergerettet“ zu werden, ist in erster Linie ein Krimineller, der Gesetzesbruch begannen hat und dafür bestraft werden muss.

            Alles andere führt nur dazu, dass immer mehr Glücksritter angelockt werden.

            • yannis

              @issy
              man kann, nein man muss sagen. SO IST ES !

              wenn hier gefordert wird man sollte nicht immer auf die Grünen schimpfen, sondern auf die derzeitig politisch Verantwortlichen, wäre das insoweit korrekt.
              Nur würden die Grünen wie sonst bei allen anderen Dingen auch zu der mehr oder weniger illegalen Immigration oppositionelle „Kante“ zeigen würde das sogar ihr politisches Profil schärfen.
              Wenn sie statt dessen sich damit befleißigen der schnellste unter den Sekundär Immigrations-Helfern zu sein, sollte man sich aber dann nicht wundern dass sie kaum noch jemand ernst nimmt.

              Wie klare oppositionelle Kannte funktioniert zeigte sich in den Niederlanden. Mit des „Wilders „Atem“ im Nacken sah sich der Herr Rutte gezwungen „Erdganscher Propaganda in den Niederlanden eine Absage zu erteilen, um nicht vom Wähler die Quittung zu bekommen.

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